Frauen-NLA
«Keine Chance, also nutzen wir sie»: Die FCA-Frauen wollen auch gegen Zürich angreifen

Nach ihrem ersten Sieg in dieser NLA-Saison ist das Selbstvertrauen bei den FC Aarau Frauen wieder hergestellt. Am Samstag treffen die Aarauerinnen auswärts auf die FC Zürich Frauen.

Konstantin Furrer
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Gegen Yverdon gab es die ersten Punkte. Am Samstag muss sich Aarau gegen Zürich beweisen.

Gegen Yverdon gab es die ersten Punkte. Am Samstag muss sich Aarau gegen Zürich beweisen.

Fabio Baranzini | Baranzini Fotografie und Texte GmbH | www.baranzini.ch

Nach 14 Runden hat es endlich geklappt. Die FC Aarau Frauen holen in der NLA den ersten Sieg. Und was für einer: Gleich mit 3:0 gegen Yverdon siegen die Frauen zu Hause. Dieser lang ersehnte Sieg sorgt nicht nur für gute Stimmung in der Garderobe, der Rückstand auf den rettenden siebten Platz konnte damit verringert werden und beträgt lediglich noch drei Punkte.

«Endlich!», sagt Trainer Andreas Zürcher nach dem Sieg. «Uns ist ein grosser Stein vom Herzen gefallen.» In der Hinrunde mussten die FCA-Frauen nicht nur gegen mangelnde Punkte ankämpften, auch das Selbstvertrauen litt. «Die Stimmung im Training diese Woche war super», sagt Zürcher. Mit dem gewonnen Selbstvertrauen sei das Team wieder motivierter im Training und das Niveau habe einen Schritt nach oben gemacht.

In der Hinrunde gelang ihr lediglich ein Tor – eine magere Ausbeute für eine Stürmerin. Aber gegen Yverdon netzte Julia Höltschi gleich drei Mal ein. «Sie konnte in der Hinrunde die starke Leistung im Training auf dem Platz nicht immer umsetzen», sagt Zürcher. Umso mehr freut es ihn, dass es jetzt endlich geklappt hat: «Man merkte jetzt im Training, dass es bei ihr den Knopf gelöst hat.»

Das fehlende Puzzleteil

Den Grund für den 3:0-Sieg aber allein bei Höltschi zu suchen, wäre zu kurz gegriffen. In der Winterpause konnte Zürcher das Team nicht nur richtig auf die Rückrunde einstellen, es gelang auch, einige Spielerinnen zu verpflichten, die das Team entscheiden weiterbringen können.

Besonders im Mittelfeld war die Präsenz von Jasmine Imboden nicht zu übersehen. Die 27-Jährige verteilte die Bälle klug und sorgte für Ordnung. «Sie war das fehlende Puzzleteil in unserem Team», sagt Zürcher. Mit Imboden, Lara Jenzer und der nach Verletzung zurückkehrenden Lara Zürcher stehen dem Trainer nun drei hervorragende Mittelfeldspielerinnen zur Verfügung. Langsam werde es eng im Mittelfeld, sagt Zürcher. «Aber das ist natürlich ein Luxusproblem.»

Dass Imboden überhaupt wieder Fussball spielt, ist nicht selbstverständlich: Die Mittelfeldspielerin riss sich vor vier Jahren den Meniskus und das Kreuzband und das aufstrebende Talent musste ihren Traum von einer Profikarriere begraben. Stattdessen zog Imboden in die USA, wo sie sich zur Schauspielerin ausbilden liess. Seit der Winterpause ist Imboden nun bei den FC Aarau Frauen. «Sie hat wieder Blut geleckt», sagt Zürcher.

Am Samstag gegen Zürich

Am Samstag (16.00 Uhr) treffen die FCA-Frauen nun auswärts auf die FC Zürich Frauen. In der Hinrunde verloren die Aarauerinnen beide Spiele gegen die Zürcherinnen und auch am Samstag sind die Rollen klar verteilt: Zürich will Meister werden, Aarau hat den Ligaerhalt als Ziel. Nur hinten reinstehen entspricht aber nicht dem Naturell der Aarauerinnen: «Wir wollen mitspielen und die Zürcherinnen fordern. Wir haben keine Chance, also nutzen wir sie», sagt Zürcher.