Curling
Keine Angst vor Glatteis

Als Curling-Schiedsrichter steht der Oftringer Roland Basler in der ganzen Welt im Einsatz. Sein Ziel steht fest: Er will 2018 an die olympischen Winterspiele in Pyeongchang .

Pascal Kamber
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Roland Basler – hier neben dem WM-Pokal der Männer – leitete als Schiedsrichter schon mehrere Curlingspiele an Europa- und Weltmeisterschaften.

Roland Basler – hier neben dem WM-Pokal der Männer – leitete als Schiedsrichter schon mehrere Curlingspiele an Europa- und Weltmeisterschaften.

Urs B. Lehmann

Roland Basler wagt oft und gerne den Gang auf das Glatteis – zumindest in seiner Freizeit. Der BDP-Grossrat aus Oftringen ist leidenschaftlicher Curlingspieler und als Schiedsrichter in den Eishallen rund um den Globus im Einsatz. «Ich mag die Kombination von Leistung und Präzision», umschreibt Basler die Faszination, die das Spiel mit den knapp 20 Kilogramm schweren Granitsteinen auf ihn ausübt. Auch in der Schweiz engagiert sich der 46-Jährige für sein Hobby, ab heute bis am Sonntag hilft er anlässlich der Eröffnung der neuen Curlinghalle in Biel beim Weltrekordversuch «100 Stunden Curling am Stück» mit.

Umfangreicher Job im OK

«Zwei Mannschaften spielen gegeneinander, und ich bin im OK tätig», sagt Basler. Mit den Aufgaben, die dabei auf ihn zukommen, ist er bestens vertraut. Als Curling-Schiedsrichter stand der Aargauer bereits bei mehreren Europa- und Weltmeisterschaften der Aktiven und Junioren im Einsatz. «Ich unterstütze die Teams bei regeltechnischen Fragen und nehme Messungen bei eng liegenden Steinen vor», zählt Roland Basler auf. Ausserdem sei er als Spielleiter für einen reibungslosen Ablauf der Partie zuständig. «Das bezieht sich auch auf das Umfeld neben dem Eisfeld, also die Zuschauer oder die Medien», so Basler weiter. Hinzu kommen Vor- und Nachbereitungen der jeweiligen Partien, die er als Schiedsrichter geleitet hat. «Ein grosser Teil meiner Arbeit findet im Hintergrund statt», erklärt Basler.

Wenig überraschend müsse ein Schiedsrichter deshalb einen guten Umgang mit Menschen pflegen können und das Curling-Regelwerk im Griff haben. «Schliesslich muss ich in einer hektischen Phase während des Spiels Ruhe bewahren und den richtigen Entscheid treffen», sagt Roland Basler, der seine ersten Schritte am Rand des Eisfelds als Zeitnehmer unternahm. «Danach hat es mich ins Schiedsrichterwesen reingezogen», erzählt das Mitglied des CC Aarau.

Olympia-Stimmung als Ziel

Wenn Roland Basler die Vorgaben als Schiedsrichter erfüllt, winkt eine Teilnahme an den Olympischen Winterspielen. «Das ist auch für einen Offiziellen ein Ziel, nur schon wegen der Stimmung im und um das Stadion», erzählt Basler. Vielleicht gehe sein Traum bereits 2018 in Erfüllung, wenn sich die weltbesten Curlingspielerinnen und -spieler in Pyeongchang (Skor) messen. «Um ein Aufgebot vom Weltverband zu erhalten, muss man gewisse Kriterien erfüllen», sagt Roland Basler, «hauptsächlich wird aber Leistung erwartet.»

Diese Einstellung erfordert hin und wieder unpopuläre Entscheide – wie beispielsweise an der WM vor drei Jahren in Basel, als er ein Spiel wegen Überschreitung des Zeitlimits abbrechen musste. «Das war ein besonderes Erlebnis», blickt Basler zurück, «aber für mich stellt jedes Finalspiel, das ich leiten darf, einen Höhepunkt dar.»

Auch im nächsten Jahr kommt Roland Basler in den Genuss einer WM. Allerdings steht er nicht bei jener der Aktiven im April in Basel im Einsatz, sondern bereits zwei Monate zuvor in Luzern bei den Welt-Titelkämpfen der Rollstuhl-Curler. «Da stehe ich als Schiedsrichter den Teams noch näher zur Unterstützung bei, weil mehr freiwillige Helfer auf dem Eis sind», sagt Basler.

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