Tränen statt Jubel: Die FC Aarau Frauen verpassen den Aufstieg in die NLA. Weil die Aarauerinnen in ihrer letzten Partie der Auf-/Abstiegsrunde auswärts in Worb nur 1:1-Unentschieden spielten wurden sie vom FC Yverdon Féminin auf der Schlussgeraden noch abgefangen.

Dies, weil die Waadtländerinnen gleichzeitig zu Hause gegen die Grasshoppers 3:0 gewannen und damit den Zweipunkte-Rückstand auf die FCA-Frauen wett machen und sich damit in der Tabelle vor die Aarauerinnen auf den zweiten Aufstiegsplatz verbessern konnte.

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«Wir haben gekämpft»: Julia Höltschi

  

Vor exakt vier Jahren und einem Tag bejubelte die Stadt Aarau letztmals einen Aufsteiger. Nämlich die Aaraufsteigerjungs der Männer des FC Aarau, die damals am 2. Juni 2013 von der Challenge League in die Super League aufgestiegen waren. Nun verpassten es die FCA-Frauen, sich selber zu Aaraufsteigermädels zu machen und der Aargauer Kantonshaupstadt endlich wieder einen Grund für Feierlichkeiten in Sachen Fussball zu geben.

Die Ausgangslage für einen Aufstieg war in dieser Saison äusserst schwierig: In der Auf-/Abstiegsrunde nahmen nach Abschluss der Qualifikation die vier letztklassierten der NLA sowie die zwei erstklassierten der NLB teil. Nur die Plätze 1 und 2 in der Endabrechnung der Auf-/Abstiegsrunde berechtigten indes zum Verbleib beziehungsweise im Fall der NLB-Klubs zum Aufstieg in die NLA.

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«Wir greifen wieder an!»: Trainer Andreas Zürcher.

    

Umso höher ist die Leistung der FCA-Frauen einzuschätzen. Denn trotz dieser Ausgangslage behielten sie ihr Schicksal bis zum letzten Spieltag vom Samstagabend in den eigenen Füssen. Bitter, dass es nun zum Ende doch nicht zum Aufstieg gereicht hat.

Der Ausgleich kam zu spät

Die Aarauerinnen starteten überlegen in die Partie und kamen schnell zu ihren ersten guten Chancen. Die beste vergab Jeohna Mehmeti, als sie den von ihr getretenen Foulpenalty in der 17. Minute von der gegnerischen Torhüterin abgewehrt sah.

In Führung gingen stattdessen kurz nach dem Seitenwechsel (47.) die Worberinnen, die nach einem Eckball durch einen Kopfballtreffer von Martina Frey mit 1:0 in Führung. Es folgte eine stark verunsicherte Phase der Aarauerinnen, die das Heft etwas aus der Hand gaben und das Spieldiktat für knapp 20 Minuten den Bernerinnen.

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«Wir haben uns mehr vorgenommen»: Jehona Mehmeti

Nachdem sie sich wieder gefangen hatten, drückten die FCA-Frauen in der Schlussphase vehement auf den Ausgleich, der schliesslich in der 87. Minute gelang. Lara Jenzer profitierte dabei von einem Missgeschick der gegnerischen Torhüterin und drückte den Ball über die Linie. Mehr gelang aber nicht mehr und so war der Traum vom Aufstieg in die NLA mit dem Schlusspfiff in Worb ausgeträumt.

Hoffnung auf ein Nachrücken in die NLA ist gering

Ein kleiner Hoffnungsschimmer bleibt für das Team von Trainer Andreas Zürcher trotzdem: In den vergangenen Wochen berichtete der «Blick», dass Cupsieger und NLA-Leader FC Neunkrich offenbar vor dem Konkurs stehen soll.

Im Falle eines Team-Rückzugs würde ein zusätzlicher Platz in der NLA frei. Wie dessen Besetzung erfolgen würde, ist in den Reglementen des Schweizerischen Fussballverbandes SFV zwar nicht festgehalten, es ist aber davon auszugehen, dass der Drittplatzierte der Auf-/Abstiegsrunde und damit die FC Aarau Frauen, zum Handkuss kämen und in der kommenden Saison trotzdem in der NLA spielen würden.

Die «Szene Aarau» tröstet die FCA-Frauen:

«Mer sind immer do för de!»: Szene Aarau tröstet die FCA-Frauen

Allerdings: Gemäss Informationen der «az» hat sich der FC Neunkirch offenbar für die kommende Saison für die Champions League angemeldet. Das würde wohl bedeuten, dass die Ostschweizerinnen einen Weg gefunden hätten, den Konkurs und den daraus folgenden Rückzug aus der NLA zu verhindern.

So oder so: Bei den FC Aarau Frauen dominieren nach dem verpassten Aufstieg Tränen und Enttäuschung.