Mountainbike ist in der Familie Stirnemann hoch im Kurs. Sowohl die 22-jährige Kathrin als auch ihr um zwei Jahre jüngere Bruder Matthias fahren an der nationalen Spitze mit. Doch ihre Gemeinsamkeiten gehen über die familiäre Herkunft und die Sportart hinaus. Denn die Geschwister besuchen auch zusammen die Sportler-RS in Lyss. «Ich wollte immer schon die Sportler-RS machen, weil ich hier einfach die optimalen Trainingsmöglichkeiten vorfinde», erzählt Matthias.

Auch der Bruder stutzte

Am Anfang sei es schon ein bisschen speziell gewesen, als Kathrin auch ins Militär wollte, gibt Matthias zu. Wie viele andere Leute fand am Anfang auch Matthias Stirnemann, dass die Wörter Frau und Militär nicht wirklich zusammenpassen würden.

Dabei absolviert seine Schwester Kathrin die RS keineswegs aus militärischen Gründen. «Die Sportler-RS bietet für mich ein ideales Gesamtpaket», begründet die junge Gränicherin ihren Gang ins Militär. Als Mountainbikerin sei es sehr schwierig, neben der Arbeit jeden Tag trainieren zu können. In der Sportler-RS könne sie Erfahrungen als Halbprofi und später in Magglingen gar als Profi sammeln.

Mit dem Bruder in der gleichen Einheit

Kathrin und Matthias Stirnemann sind nicht das einzige Geschwisterpaar in der Sportler-RS. Laut Aussage von Matthias bietet das gemeinsame Absolvieren der Rekrutenschule viele Vorteile. «Vor dem Einrücken können wir uns gegenseitig kontrollieren, damit nichts vergessen geht», lacht Matthias. Kathrin ergänzt: «In der Gruppe kommen alle sehr gut miteinander aus. Aber natürlich ist es speziell, mit dem eigenen Bruder im gleichen Zug zu sein.»

Kathrin, das Michelin-Männchen

Die perfekte Infrastruktur, die ihr während der Sportler-RS zur Verfügung stehe, schätze Kathrin sehr. Zumal die Mountainbikerin aufgrund einer Lungenembolie erst später einrücken konnte. «Hätte ich wegen der Krankheit in diesem Jahr nicht in die RS eintreten können, wäre der Zug für mich abgefahren gewesen. Nächstes Jahr wäre ich zu alt, um die Sportler-RS zu absolvieren», ist Kathrin froh über die schnelle Heilung. In der Militärkleidung fühle sie sich zwar manchmal wie ein Michelin-Männchen, aber immerhin könne sie im Ausgang anstelle des Anzuges einen Jupe tragen. «Ein bisschen Weiblichkeit darf auch im Militär sein», witzelt Kathrin.

Matthias konnte sich mittlerweile auch bestens daran gewöhnen, dass seine Schwester die Rekrutenschule absolviert. «Kathrin schiesst sogar besser als ich», gibt er lachend zu.