Nach dem 1:4 in Vaduz vor knapp zwei Wochen lautete das Motto für die Spieler des FC Aarau, die Schmach so schnell wie möglich aus dem Gedächtnis zu verbannen. Für einen jedoch nimmt der Ausflug ins Ländle, so unschön er auch war, einen besonderen Platz in den Erinnerungen ein. Mehr noch: Für diesen Spieler endete in der Fussballöde von Vaduz die Zeit als Berufsfussballer. Knapp 14 Jahre nach dem Debüt. Die Rede ist von Innenverteidiger Stéphane Besle.

Operation am Montag

Schon seit mehreren Wochen plagte sich der Elsässer mit Knieschmerzen herum. Dass er nicht im Vollbesitz der Kräfte war, offenbarte sich in Vaduz überdeutlich. Besle hatte danach ein Einsehen und meldete sich vom Trainingsbetrieb ab. Am kommenden Montag wird sich der 33-Jährige am Knie operieren lassen.

Besle (rechts)  im Xamax-Dress gegen Basels Alex Frei (hinter dem Ball).

Besle (rechts) im Xamax-Dress gegen Basels Alex Frei (hinter dem Ball).

Was nichts anderes heisst als: Die Karriere des langjährigen Abwehrchefs von Xamax und des FC St. Gallen, der im Januar 2016 zum FC Aarau wechselte und für diesen 37 Spiele bestritt, ist vorbei. Denn dass Besle nach der Operation bis zum 10. Dezember (letztes Vorrundenspiel gegen Rapperswil-Jona) wieder auf den Platz zurückkehrt, ist erfahrungsgemäss ausgeschlossen. Und bekanntlich läuft Ende Dezember Besles Vertrag aus, da er sich ab Januar in Neuenburg zum Polizisten ausbilden lassen will.

Die Nachfolger-Suche läuft

So zumindest war es noch im September geplant. Wieso der Anflug von Zweifel? Darum: Auf sein Karriereende angesprochen, antwortet Besle: «Ich bin verletzt, mehr nicht.» Und auf seine Pläne ab Januar angesprochen, antwortet er seelenruhig: «Ich lasse mich jetzt operieren, dann sehen wir weiter.»

Starker Mann mit starker Frau an der Seite: Stephane Besle mit Freundin Romina. Mario Heller

Starker Mann mit starker Frau an der Seite: Stephane Besle mit Freundin Romina. Mario Heller

Will Besle nun doch nicht Polizist werden? Vielleicht. Klar ist: Für den FC Aarau wird er nicht mehr spielen – Sportchef Sandro Burki sucht einen Nachfolger.