Das Abschlusstraining des FC Aarau 24 Stunden vor dem Auswärtsspiel am Ostermontag in Wil zeigt: Von Druck, Nervosität oder Anspannung keine Spur. Die Stimmung ist gelöst, die Spieler scherzen und freuen sich über das warme Osterwetter.

Dabei steht in der Ostschweiz viel auf dem Spiel. Sehr viel. Da Barrage-Konkurrent Lausanne am Samstag in Chiasso gleich 5:0 gewonnen und den Vorsprung auf die Aarauer zwischenzeitlich auf acht Punkte ausgebaut hat, steht das Team von Trainer Patrick Rahmen unter Zugzwang. Um bis zum Saisonende im Barrage-Rennen nicht auf ein Wunder angewiesen zu sein, braucht der FCA in Wil drei Punkte. 

Die personellen Vorzeichen stehen gut: Rahmen kann abgesehen vom gesperrten Giuseppe Leo und dem langzeitverletzten Miguel Peralta aus dem Vollen schöpfen. Leo im Abwehrzentrum ersetzen wird entweder Nicolas Schindelholz oder Marco Thaler. Ansonsten ist jedoch von wenig bis gar keinen Änderungen im Vergleich zur Startelf gegen Winterthur auszugehen. Fraglich ist nur, ob Rahmen einen seiner Superjoker Goran Karanovic und Petar Misic in Wil von Anfang an laufen lässt oder ob er weiterhin auf deren Qualitäten als Einwechselspieler zählt.

Pikant ist das Aufeinandertreffen von Rahmen und Ciriaco Sforza, der seit einigen Wochen den FC Wil trainiert. Zur Erinnerung: Sforza war vor einem Jahr neben Rahmen einer von zwei Kandidaten auf den Trainerjob beim FC Aarau, ehe sich Sforza selber aus dem Rennen nahm. Warum, das weiss niemand ausser Sforza selber: Ob er wirklich nicht zum FCA wollte oder ob er spürte, dass sich FCA-Sportchef Sandro Burki für Rahmen und gegen ihn entschieden hat?

Ex-Aarau-Profi Ciriaco Sforza trainiert neuerdings den FC Wil

Ex-Aarau-Profi Ciriaco Sforza trainiert neuerdings den FC Wil

Sforza dürfte gegen seinen Ex-Klub, für den er von 1989 bis 1990 spielte, besonders motiviert sein. Seine Bilanz als Trainer gegen den FCA ist positiv: Mit Luzern und GC gewann Sforza sieben von 13 Partien gegen Aarau (2 Remis, 4 Niederlagen).

Trotzdem ist der FC Aarau in Wil Favorit. Nicht nur wegen des Tabellenplatzes (Aarau Dritter, Wil Fünfter), sondern auch der bisherigen Direktduelle in dieser Saison: Aarau gewann zwei von drei Partien (2:0; 3:1) und musste nur am 4. Spieltag als Verlierer vom Platz (0:2). Dazu kommt der Formstand der beiden Teams: Aarau hat in der Rückrunde von den elf Rückrundenspielen sechs gewonnen und erst eines verloren (0:2 in Vaduz), der FC Wil hingegen hat seit der Winterpause erst eine Partie gewonnen. Von den letzten fünf Spielen haben die Ostschweizer drei verloren.

Der FCA-Talk vor dem Auswärtsspiel in Wil:

Die wichtigste Frage in der Kaderplanung: Soll der FC Aarau mit Stefan Maierhofer verlängern?

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Die AZ-Experten sind geteilter Meinung.