Terminkollision
Kantonaler Cupfinal und FCA-Barrage-Hinspiel am gleichen Tag: Der Ärger der Aargauer Amateurklubs ist gross

Am Auffahrtsdonnerstag, am gleichen Tag wie der Aargauer Cupfinal, spielt der FC Aarau das erste Barragespiel gegen Xamax. Die Aargauer Amateurklubs, Verband und Organisator ärgern sich über die unkooperative Liga, die sagt: Die Terminplanung sei ohnehin schon eine Herkulesaufgabe.

Sébastian Lavoyer
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Der FC Klingnau feierte vor einem Jahr den Cupsieg.

Der FC Klingnau feierte vor einem Jahr den Cupsieg.

Albrecht André

Es scheint so etwas wie ein Fluch über dem Aargauer Cupfinal zu liegen. Auf jeden Fall steht der nicht nur bei den Amateurfussballern so beliebte Anlass irgendwie unter einem schlechten Stern.

Während letztes Jahr am Auffahrtsdonnerstag der FC Aarau in Rapperswil-Jona das 33. Meisterschaftsspiel der Saison 17/18 absolvierte, kollidiert dieses Jahr der kantonale Cupfinal zwischen dem FC Mutschellen und dem FC Othmarsingen mit dem ersten Barragespiel.

«Es ist sensationell, dass es Aarau noch in die Barrage geschafft hat. Aber dieses erste Spiel müsste doch gopferdeckel nicht an Auffahrt stattfinden. Schlimmer wäre bloss, wenn sie noch in Aarau spielen würden», sagt Luigi Ponte, Präsident des Aargauer Fussballverbandes.

Es ist sensationell, dass es der FC Aarau noch in die Barrage geschafft hat. Aber dieses erste Spiel müsste doch gopferdeckel nicht an Auffahrt stattfinden.

(Quelle: Luigi Ponte, Präsident des Aargauer Fussballverbandes)

Er teilt den Ärger mit seinem Bruder, Raimondo Ponte. Der ehemalige Sportchef des FC Aarau ist Präsident des FC Windisch, wo die Finalspiele steigen. Zwar unternimmt man alles, um auch die Anhänger des FCA zu einem Besuch auf dem Sportplatz Dägerli zu motivieren.

«Wir haben das Programm verdichtet und starten schon um 10 Uhr. Das Hauptspiel beginnt um 17 Uhr, sodass die Aarau-Fans danach entweder heimfahren oder noch lieber im Klubhaus das Barrage-Spiel in Neuenburg schauen können», sagt Raimondo Ponte.

Ärgert sich: Luigi Ponte.

Ärgert sich: Luigi Ponte.

Trotz der Terminkollision gibt er sich optimistisch, geht von 3000 bis 5000 Zuschauern im Verlauf des Tages aus. Man ist auf die Leute angewiesen. Der Anlass kostet eine gehörige Stange Geld. Raimondo Ponte: «Wir hoffen einfach, dass wir mehr einnehmen als ausgeben.»

Weniger optimistisch ist Verbandspräsident Luigi Ponte. «Wir verlieren sicher einen Haufen Zuschauer. Wenn wir 2000 Leute haben, ist das sensationell», sagt er. Denn er rechnet damit, dass viele Aarau-Fans entweder nach Neuenburg reisen oder das Spiel zu Hause am TV verfolgen wollen.

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Ekstase im Brügglifeld.
Der FC Aarau steht in der Barrage.
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Wirklich gefährlich werden die Aarauer aber nicht.
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Es ist angerichtet im Brügglifeld.
Die Fan-Choreo vor dem Anpfiff im randvollen Brügglifeld-Stadion.
Der Zuschaueraufmarsch ist gross.
Grossaufmarsch im Brügglifeld.
Der FC Aarau ist noch einen Sieg von der Barrage entfernt.

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AZ

Er ärgert sich über die Liga, die bei der Ansetzung der Barrage oder letztes Jahr des Meisterschaftsspiels überhaupt keine Rücksicht auf lokale Gepflogenheiten nimmt. Denn der Aargauer Cupfinal steigt traditionell am Auffahrtsdonnerstag. «Das ist eine Tradition, jeder Hobby-Fussballer weiss, dass an diesem Tag der kantonale Cupfinal stattfindet. Wir können diesen Termin nicht einfach verschieben.»

Aargauer Cupfinal: Das Programm

10.00 Uhr Hauptplatz Senioren 40+ FC Küttigen – FC Rothrist

10.00 Uhr Nebenplatz Junioren C FC Baden – FC Birr

10.00 Uhr Aumatt Juniorinnen Erlinsbach/Zelgli Aarau – FC Baden

11.30 Uhr Hauptplatz Promi-Spiel Reha Bellikon – PluSport Team 2000

12.30 Uhr Hauptplatz Senioren 30+ FC Othmarsingen – FC Würenlingen

12.30 Uhr Nebenplatz Junioren B FC Oftringen – Niederamt Selection

12.30 Uhr Aumatt Senioren 50+ Baden-Wettingen – HNK Adria Aarau

14.30 Uhr Hauptplatz Junioren A FC Baden – FC Küttigen

14.30 Uhr Nebenplatz Frauen FC Muri – FC Baden

14.30 Uhr Aumatt Junioren D FC Erlinsbach – FC Villmergen

17.00 Uhr Axpo Aargauer Cupfinal FC Mutschellen – FC Othmarsingen

Schon letztes Jahr habe man sich schriftlich bei der Swiss Football League gemeldet. Dort hat man zwar Verständnis, könne aber keine Rücksicht nehmen. Nach Einreichung aller Sperrdaten der Profi-Klubs sei die Terminplanung ohnehin schon eine Herkulesaufgabe.

In einer Sache aber sind sich alle einig: Aarau wäre ein verdienter Aufsteiger und hat die besseren Karten auf seiner Seite. «Xamax ist seit zwei, drei Wochen auf dem absteigenden Ast. Aarau dagegen hat das Unmögliche möglich gemacht, blühte richtig auf. Ich glaube, dass wir nächstes Jahr wieder eine Super-League-Mannschaft haben», sagt Luigi Ponte. Es wäre ein kleiner Wermutstropfen für den Cupfinal-Ärger.