Die FC Aarau Frauen schlittern dem direkten Wiederabstieg immer schneller entgegen. Gegen Luzern setzt es am Samstagabend eine 0:6-Klatsche ab. Die Niederlage ist auch in dieser Höhe verdient. Vor allem in der zweiten Halbzeit zeigten die Aarauerinnen eine sehr enttäuschende Leistung, zeitweise wurde man vom spielfreudigen Gegner regelrecht vorgeführt. 

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Verloren haben die FCA-Frauen diese Partie allerdings bereits in der ersten Halbzeit. Zwar konnten sie das Spiel nach einem frühen Rückstand (13.) ausgeglichen gestalten, kassierten jedoch kurz vor der Pause innerhalb von acht Minuten noch zwei Tore. Erst traf Géraldine Reuteler nach schöner Einzelleistung (37.), ehe Irina Brütsch, mit insgesamt vier Treffern die Frau des Abends, mit dem 3:0 bereits früh für die Entscheidung sorgte (45.).

Erst der Pfostenschuss, dann die Entscheidung

Wobei, kurz nach der Pause flammte noch für einen kurzen Moment Hoffnung auf, als Aaraus Captain Stephanie Erne mit einem Distanzschuss den Pfosten traf. Mehr als ein ganz kleines Strohfeuer war dies allerdings nicht, praktisch im Gegenzug machten die Luzernerinnen mit dem 4:0 den Deckel drauf (50.). „So etwas killt jede Mannschaft“, gibt FCA-Trainer Andreas Zürcher nach der Partie zu Protokoll.

Videointerview mit Nicole Tiller nach FC Luzern - FC Aarau Frauen

Das sagt FCA-Verteidigerin Nicole Tiller nach dem 0:6 in Luzern.

Was danach folgte war die Kür der Heimmannschaft. Zum Glück für Aarau dauerte diese aber nur noch zwei weitere Tore lang an (57./65.), ehe die Luzernerinnen einige Gänge zurückschalteten und ihren Gegnerinnen eine noch höhere Demütigung ersparten.

Immer wieder dieselben Probleme

Insgesamt zeigte dieses 0:6 schonungslos die beiden Hauptprobleme der FC Aarau Frauen in dieser Saison. Einerseits schiesst man zu wenig Tore, auf der anderen Seite lässt man sich in der Defensive zu oft und zu leicht vorführen. Alleine in den letzten fünf Spielen resultiert ein Torverhältnis von 1:25 – eine katastrophale Bilanz (Saisontorverhältnis: 15:82).

So war es auch in Luzern für das Heimteam ein Leichtes, sich durch die gegnerische Abwehrreihe zu spielen. Die bemitleidenswerte Jil Schneider im Tor der Aarauerinnen war bei den Gegentreffern machtlos. Auch am anderen Ende des Feldes sah es nicht besser aus für das Gästeteam. Abgesehen von Ernes Pfostenschuss resultierte keine nennenswerte Aktion im Aarauer Angriff.

Auch der Konkurrent verliert

Selbst Andreas Zürcher hat für diese Auftritte keine Erklärung – und auch keine Lösung: „Wir können ja grundsätzlich nichts anderes machen als weiter zu trainieren. Dazu werden wir viele Einzelgespräche führen und versuchen, das Selbstvertrauen wieder zu stärken.“

Was nun folgt ist eine Woche der Wahrheit für Aarau. Innerhalb von acht Tagen bestreiten die Aarauerinnen drei Heimspiele gegen Basel, GC und Lugano. In diesen Partien müssen die FCA-Frauen punkten, ansonsten steigen sie ab.

Zumindest eine positive Nachricht gab es am Samstag noch für die Aarauerinnen: Auch ihr direkter Konkurrent Yverdon verlor am Samstag. Somit beträgt der Rückstand auf den rettenden vorletzten Rang weiterhin sieben Punkte.

Lesen Sie die Partie hier im Liveticker nach: