Das Aargauer Derby zwischen Siggenthal/Vom Stein und Suhr Aarau lockte nicht weniger als 600 Zuschauer in die Sporthalle Obersiggenthal. Dabei wollten sich die Einheimischen nach der mässigen Leistung bei Schlusslicht Horgen vor eigenem Anhang wieder von ihrer besseren Seite zeigen. Nach einer ausgeglichenen Startphase fanden die Gastgeber immer besser ins Spiel, während der Favorit zumindest in den ersten 30 Minuten unter seinen Erwartungen aufspielte.

Agierten die Siggenthaler mit einer starken und geschlossenen Mannschaftsleistung zielstrebig und effizient, schlichen sich bei den Gästen Abspielfehler ebenso ein wie Unvermögen im Abschluss. Dabei konnte sich Siggenthal-Keeper Raphael Aeberhard mehrmals mit tollen Paraden auszeichnen und war so ein wichtiger Rückhalt für sein Team. Und einmal mehr konnte das Team um Trainer Peter Szilagy auf die Abschlussqualitäten von Marius Moser zählen, der mit seinen acht Treffern massgeblich am Erfolg beteiligt war. Die Folge war eine klare 14:8-Pausenführung, welche von den lautstarken einheimischen Fans frenetisch bejubelt wurde.

Gegen Ende doch noch enges Spiel

Suhr Aarau erhöhte nach dem Seitenwechsel unter der Regie von Armin Sarac das Tempo und lag nach 43 Minuten mit nur noch einem Tor im Hintertreffen. Szilagy reagierte und brachte mit Claudio Boccarelli einen frischen Torhüter ins Spiel, und der 35-jährige Routinier wurde zu einem wichtigen Trumpf für sein Team. Auf der Gegenseite durfte der NLA-Absteiger auf den eingewechselten Penaltykiller Marco Wyss zählen, welcher nicht weniger als fünf Penaltys parierte. Die Siggenthaler, angetrieben durch ihr tolles Publikum, liessen sich trotz der zwischenzeitlich nur noch knappen Führung nicht aus der Ruhe bringen. Mit einer starken Kollektivleistung bauten sie ihren Vorsprung in der Schlussphase noch aus und feierten einen 27:23-Sieg.

«Die Reaktion kam zu spät»

«Mit viel Kampf und Herz vermochten wir uns gegen ein starkes Suhr Aarau durchzusetzen. Meinem Team gebührt für diese Leistung viel Respekt», zeigte sich Szilagy zufrieden. Suhr-Aarau-Geschäftsführer Lukas Wernli zeigte sich nach der ersten Saisonniederlage ernüchtert: «Das Derby bei Siggenthal war das erwartet schwierige Spiel, wobei wir den Gegner sicher nicht unterschätzt haben. Doch fanden wir in der ersten Spielhälfte nicht zu unserem Spiel und konnten uns erst nach der Pause steigern. Die Reaktion kam einfach zu spät.»