AZ Goldlauf

Kadi Nesero und Maja Hügli triumphieren am Lenzburgerlauf – er hochüberlegen, sie nach packendem Finish

Mit Kadi Nesero und Maja Hügli feierten zwei Aargauer den Tagessieg am Lenzburgerlauf – auf völlig verschiedene Art. So liess Nesero schnell alle hinter sich und konnte trotz zwischenzeitlichen Orientierungsproblemen als Erster im Ziel einlaufen, Hügli hingegen lieferte sich mit ihren Mitläuferinnen ein Kopf an Kopf Rennen.

Zum Glück war Kadi Nesero der Konkurrenz entrückt – sprich war der 33-jährige Fitnessinstruktor aus Rombach derart überlegen. So spielte es nicht wirklich eine Rolle, dass er sich plötzlich im Niemandsland fühlte.

Das Führungsvelo hatte er verloren, weil dessen Fahrer Reserve benötigte für die Strassenüberführungen. Kadi kam prompt von der Strecke ab. «Das war eine nervenaufreibende und heikle Situation», sagte der gebürtige Äthiopier später im Ziel.

Sein Glück war es, dass ihn die Zuschauer schnell wieder auf Kurs brachten. Und auch der Fahrer des Führungsvelos konnte seine Aufgabe bald wieder wunschgemäss ausfüllen.

Rückschläge überwunden

Der Zwischenfall fiel nichts ins Gewicht. Nesero lief hochüberlegen. Mit seinen 39:16 Minuten für die 11,6 km nahm er dem zweitplatzierten Armin Leibundgut (Melchnau) und dem bekannten Ultra-Trail-Läufer Adrian Brennwald (Aeugst a.Albis) über zwei Minuten ab.

Nesero atmete sodann auf – auch aus persönlichem Grund. Die Rückschläge, die er seit Ende des letzten Jahres hat hinnehmen müssen, Krankheit und eine arge Reizung der Achillessehne, scheint langsam überwunden. «Die Form fehlt noch, aber immerhin geht es wieder aufwärts», sagte er.

Erstaunliche Vorgeschichte

Im Gegensatz zum klaren Stärkeverhältnis an der Spitze der Männer stand die Enge im Kampf um den Tagessieg bei den Frauen. Maja Hügli (Gränichen) und Luzia Sestito (Untersiggenthal) lieferten sich dabei einen packenden Zweikampf.

Die 15 Jahre jüngere Hügli verfügte dabei im Endkampf über die grösseren Reserven und setzte sich mit einer Differenz von 5 Sekunden durch. Dumm nur, dass dies im Ziel vorerst niemand feststellte und der Wert des Ausgangs für die beiden Hauptfiguren lange unterging.

Im verspäteten Siegerinterview lobte Hügli: «Ein tolles Rennen mit den Waldpartien, dem Auf und Ab.» Und erstaunlich bei ihrem Erfolg ist die Vorgeschichte. 14 Tage zuvor bestritt sie den Genève Marathon (3:28 Stunden). Seither gönnte sie sich Erholung und lief nicht mehr.

«Das macht Freude»

Ein bemerkenswertes Resultat glückte auch Daniel Hotz. Der 52-Jährige aus Schaffisheim,, ehemals Weltmeister im Staffel-Orientierungslauf, freute sich über Platz 6, vor ihm alles Widersacher zwischen 5 und 29 Jahren jünger.

«Das macht Freude so», sagte er und verwies auf seine lediglich drei Trainingseinheiten pro Woche sowie nach wie vor OL-Wettkämpfe: «Die bringen mir das Stehvermögen.» Insgesamt beteiligten sich am fünften Rennen der AZ-Goldäufe 2019 knapp 2000 Läuferinnen und Läufer. Der Hauptanteil ging an die Schülerinnen und Schüler.

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