Handball
Kadetten-Rückkehrer David Graubner: «Es war kein verlorenes Jahr»

David Graubner und Thomas Heer wollen mit Kadetten Schaffhausen Meister werden. Während Graubner mit Bundesliga-Erfahrung und als Captain zurückkehrt, wechselt Heer als vielversprechendes Talent in die Munotstadt und hofft auf einen Stammplatz.

Michael Wehrle
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Wieder zurück: David Graubner (l.) ist der Captain und unumstrittene Chef im Team der Schaffhauser. Key

Wieder zurück: David Graubner (l.) ist der Captain und unumstrittene Chef im Team der Schaffhauser. Key

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Nach einem Jahr in der deutschen Bundesliga kehrt David Graubner zu Schaffhausen zurück. Thomas Heer kommt vom BSV Bern zu den Kadetten. Heute starten sie in St. Gallen in die Meisterschaft. Mit dem Triumph im Supercup gegen Wacker Thun haben sie den ersten Titel bereits eingefahren.

Es ist, als wäre er nie weg gewesen. Graubner ist bereits wieder der Chef im Team und Captain. Vor einem Jahr wagte der Untersiggenthaler den Sprung in die deutsche Bundesliga. Zum TV Grosswallstadt wechselte er. Dort lief aber gar nichts. Das Geld ging aus, die Mannschaft stieg ab und Graubner aus seinem Zweijahresvertrag aus.

Doch er bereut nichts: «Ich würde es jederzeit wieder gleich machen, vom damaligen Stand aus war der Wechsel zu Grosswallstadt richtig.» Doch so laufe es halt im Sport. «Es war aber überhaupt kein verlorenes Jahr», betont er, auch wenn er sportlich nicht viel profitiert habe. «Aber ich bin als Persönlichkeit gereift», sagt der 29-Jährige. «Ich wurde dort mit persönlichen Schwierigkeiten zugeschaufelt», erinnert er sich. So habe er gelernt Probleme anzupacken, das Privatleben in den Griff zu bekommen und nach wie vor pflege er gute Kontakte zu einigen Kollegen.

Auf die Persönlichkeit Graubner setzt auch der neue Trainer Markus Baur. Nach einem Jahr ohne Titel wollen die Kadetten wieder die Nummer eins in der Schweiz werden. Auf dem Spielfeld übernimmt Graubner wieder die Rolle des Abwehrchefs und des Routiniers im linken Rückraum. Daneben nimmt er Einfluss aufs Team, das in der vergangenen Saison nicht wirklich harmonierte und deshalb Wacker Thun in Meisterschaft und Cup den Vortritt lassen musste.

«Das Gesamtpaket für mich und meine Lebensgefährtin gab den Ausschlag für die Rückkehr zu den Kadetten», sagt Graubner, der für drei Jahre bei den Kadetten unterschrieben hat. Auch aus Deutschland habe er einige Angebote erhalten.

In der Deckung könnte der zweite Aargauer zum wichtigsten Partner Graubners werden. «Ich fühle mich jetzt reif für diesen Schritt», sagt Thomas Heer. Mit 1,98 Metern ist er noch vier Zentimeter länger als Graubner, aber mit 92 Kilogramm auch ein Kilo leichter. In Baden-Rütihof, wo er aufgewachsen ist, lernte Heer das Handball spielen.

Über den HSC Suhr Aarau und den BSV Bern ist er nun bei den Kadetten gelandet, auf deren Wunschliste er schon länger stand. 23 Jahre alt wird er im Oktober. «Ich will Leistungsträger und Stammspieler werden», sagt der Kreisläufer und Abwehrspezialist.

«Vor zwei Jahren, nach der Matura, wäre der Schritt von Suhr Aarau nach Schaffhausen zu happig gewesen», sagt er. Doch in Bern habe er viel gelernt. Ein halbes Jahr will er nun als Vollprofi seinem Sport nachgehen.

«Wenn es dann passt, beginne ich nebenbei noch das Jus-Studium», erklärt er. Denn nach der Karriere möchte er einmal die Kanzlei seines Vaters Peter in Baden einsteigen.

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