Fussball
Jürg Widmer will den FC Naters salonfähig machen

Seit anderthalb Jahren ist Jürg Widmer Trainer des FC Naters. Nachdem der Talentförderer 2006 das Projekt Team Aargau lanciert und vorangetrieben hatte, brauchte er eine neue Herausforderung. Im Oberwallis scheint er sein Glück gefunden zu haben.

Ruedi Kuhn
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Jürg Widmer fühlt sich wohl im Wallis.

Jürg Widmer fühlt sich wohl im Wallis.

Thomas Andenmatten

Jürg Widmer muss nicht lange überlegen und sagt: «Der Unterschied zwischen einem Technischen Leiter einer Nachwuchsabteilung und einem Cheftrainer eines Erstligisten? Ganz einfach. Ein Cheftrainer ist den Klubverantwortlichen bereits nach dem ersten Spiel Rechenschaft schuldig. Ein Technischer Leiter muss den Vorgesetzten erst nach einigen Jahren Antworten geben.»

Im Klartext: Der Druck auf dem Cheftrainer ist um einiges grösser als der Druck auf dem Talentförderer.

Druck hin, Druck her; Widmer entschloss sich vor anderthalb Jahren, die Komfortzone des Technischen Leiters vom Team Aargau zu verlassen und den Trainerjob beim FC Naters anzunehmen.

Weil der 56-Jährige seine Wurzeln im Aargau hat und mit der Familie in Gränichen lebt, machte er sich den Entscheid nicht einfach. Dass er sich für die neue Herausforderung entschied, hängt in erster Linie mit Jochen Dries zusammen. Der Sportchef der FC Oberwallis Naters AG kennt Widmer aus gemeinsamen Zeiten beim FC Aarau.

Mit Rang 9 hat Widmer in der ersten Saison das Minimalziel erreicht. Mit zehn Punkten aus sechs Spielen verlief der Start in diese Meisterschaft zufriedenstellend. Widmer scheint im Oberwallis sein Glück gefunden zu haben.

Nachdem der Talentförderer 2006 das Projekt Team Aargau lanciert und vorangetrieben hatte, machten sich sechs Jahre später Abnützungserscheinungen bemerkbar. «Ich brauchte einen neuen Kick», blickt Widmer zurück. «Diesen habe ich beim FC Naters gefunden. Die vergangenen eineinhalb Jahre waren ein Lernprozess. Als Klubtrainer muss ich selbstständiger arbeiten als im Nachwuchs. Ich muss flexibler sein. Und ich muss vermehrt auf die Spieler eingehen. Ich habe oft den Eindruck, dass Psychologie und Fingerspitzengefühl wichtiger sind als Taktik und Technik.»

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