Ringen
Junge, unerfahrene Freiämter zwischen Final-Hoffnung und Flop

Die RS Freiamt riskiert mit der Teamverjüngung die Halbfinal-Teilnahme. Nach der Vorrunde liegen die Aargauer nur auf Rang 5. Die momentane Flaute liegt jedoch nicht an fehlenden Trainingseinheiten. Auch der Trainer gerät in die Kritik.

Wolfgang Rytz
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Das Freiämter Talent Nico Küng (l.), hier im Kampf gegen Hergiswil betreut von Ersatzcoach Adi Bucher, hat noch Steigerungspotential.

Das Freiämter Talent Nico Küng (l.), hier im Kampf gegen Hergiswil betreut von Ersatzcoach Adi Bucher, hat noch Steigerungspotential.

WR

Die Ringerstaffel Freiamt setzte sich mit der Halbfinalteilnahme ein vermeintlich bescheidenes Ziel in der diesjährigen Nationalliga-A-Saison. Doch nach der Vorrunde liegt die Aargauer Ringerhochburg nur auf Rang 5. Die jungen Wilden erlitten halbwegs Schiffbruch.

Nach der Hälfte der Qualifikationskämpfe präsentiert sich das Bild mit dem halbvollen Glas: Ist es nun halb voll oder halb leer? Das Team von Cheftrainer Thomas Murer erkämpfte sich gegen die Finalanwärter Kriessern und Hergiswil je ein Remis, verlor aber gegen Schattdorf, den direkten Konkurrenten um Platz vier.

Fehlende Erfahrung

Bei Punktgleichheit mit den Urnern auf Rang 4 stände Freiamt aufgrund der direkten Begegnung (17:19) nicht im Halbfinal. Haben die Südostaargauer die Konkurrenz unterschätzt? Präsident Ralf Bucher widerspricht: «Nein, nein, Schattdorf ist so stark wie erwartet. Trotzdem hätten wir mit unserer Aufstellung gewinnen müssen.»

Bei der Suche nach Gründen stellt Bucher die Unerfahrenheit des Teams in den Vordergrund. «Wir haben das jüngste Team der Liga», versucht er die gehäuften Fehler zu erklären. Neue Stammringer wie Mathias Schwegler, Michael Bucher, Randy Vock, Nico Küng, Roman Zurfluh oder Yanick Klausner stehen noch im Juniorenalter.

Sieggaranten fehlen verletzt

Wenn dann Siegesgaranten wie Vock oder Pascal Strebel verletzt ausfallen, fehlt dem Team die Substanz. Kam hinzu, dass die einstige Teamstütze Christian Huwiler in einer höheren Gewichtsklasse glücklos agierte und in vier Einsätzen einen einzigen Mannschaftspunkt holte. Deshalb entschloss sich Trainer Thomas Murer zum Vorrundenabschluss zu einem eigenen Einsatz.

Doch so fehlte er dem Team als Coach und Beobachter. Präsident Bucher gesteht, dass diese Situation angesichts der vielen jungen Talente auf der Matte nicht ideal ist. «Wir sahen viele Einzelfehler. Da ist der Trainer gefordert, seine Leute gut auf den Kampf einzustellen. Dazu muss er die Ringer des Gegners beobachten.»

Ein Trainerproblem?

Sowohl bei den Niederlagen gegen Willisau und Schattdorf wie beim 17:17 zuletzt gegen Hergiswil fielen individuelle Aussetzer der Freiämter Athleten auf und zwar nicht nur bei den Junioren.» Hat Freiamt ein Trainerproblem? Schon im Vorjahr behauptete Freistil-Nationaltrainer Ludwig Küng, die Freiämter Ringer trainierten zu wenig hart.

Gegen Hergiswil gaben Pascal Gurtner und Stefan Strebel eine Pausenführung aus der Hand, und Mathias Schwegler und Michel Bucher verloren deutlich, obwohl sie in der ersten Runde gut mithielten. Ralf Bucher will nichts von einem Trainer respektive Trainingsproblem wissen. «Wir haben uns gut vorbereitet, das Team ist grundsätzlich gerüstet.»

Murers Einsatz auf der Matte sei eine Ausnahme gewesen. Jetzt werde er sich wieder aufs Team konzentrieren. «Taktisch müssen wir uns verbessern», glaubt der Präsident zu wissen, warum die Halbfinalqualifikation gefährdet ist. Für die zweite Hälfte der Qualifikation verströmt der Präsident Zuversicht. Er spüre eine positive Tendenz, das Team könne sich steigern. On verra...

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