Fussball
Junge Mannschaft: Beim FC Baden forscht die Jugend

Nach der Mannschaftspräsentation vom vergangenen Samstag steht fest: Der 1.-Ligist vom Dättwiler Esp setzt den Verjüngungsprozess konsequent fort.

Ruedi Kuhn
Drucken
Teilen
Badens Präsident Siegbert Jäckle bei der Teampräsentation im Stadion Esp. otto lüscher

Badens Präsident Siegbert Jäckle bei der Teampräsentation im Stadion Esp. otto lüscher

Kinderheim oder Fussballklub? Die Frage mag provokativ sein, aber sie drängt sich auf. Im aktuellen Kader der ersten Mannschaft haben 14 von 23 Spielern eine Vergangenheit beim Team Aargau oder beim FC Baden. Elf Spieler haben Jahrgang 1990 oder jünger. Mit Marco Thaler, Joël Geissmann, Christian Gasane, Marco Mäder und Lelo Toni kamen auf die neue Saison hin weitere fünf Talente hinzu.

Jugend hin, Jugend her; Erfolgstrainer Francesco Gabriele setzt sich hohe Ziele und sagt: «Ich will keine allzu grosse Euphorie entfachen, aber in der neuen Saison werden wir die Gejagten sein. Ein Platz in der Spitzengruppe ist allerdings kein Selbstläufer. Dafür müssen wir hart arbeiten.»

Spitzenplatz ist Pflicht

Der FC Baden ist für den Saisonstart gegen die Reserven des FC Luzern am Mittwoch, 8. August, bereit. Mit dem Aufstieg in die 1. Liga Promotion vor Augen ist ein Platz in der Spitzengruppe der 1. Liga Classic beinahe Pflicht. Der sportliche Erfolg ist das Eine, die Ausbildung das Andere: Der Schnitt während der vergangenen Winterpause mit dem Trainerwechsel von Domenico Sinardo zu Gabriele war ein deutliches Signal: Der FC Baden setzt nicht auf alternde Stars, sondern auf den Nachwuchs. Die Vereinsverantwortlichen mit den beiden Präsidenten Thomi Bräm und Siegbert Jäckle an der Spitze wollen Talenten im Aargau eine Ausbildungsplattform bieten.

Der FC Baden ist aber nicht nur ein Auffangbecken für junge Spieler, nein, dank Klassegoalie Cyril Schneider, Michael Ludäscher, Emir Sinanovic, Rainer Bieli, Michael Koch, Nikola Marjanovic, Burim Zeqiraj, Luca Ladner, Mathias Welti und Neuverpflichtung Massimo Mancino fehlt es dem Team keineswegs an Routiniers. Trotz des verletzungsbedingten Ausfalls von Danijel Dzodan fallen die fünf Abgänge von Andreas Hollecker, Stefano Negrinelli, Tomi Saarelma, Rexhep Saqi und Danijel Kovacevic (neu bei Zofingen) kaum ins Gewicht.

Finanzieller Kraftakt

Sportlich könnten die Bäume für den FC Baden in nächster Zeit tatsächlich in den Himmel wachsen. In finanzieller Hinsicht sieht das Ganze weniger rosig aus. Für den Betrieb der ersten Mannschaft geben die Klubbosse momentan rund 450'000 Franken aus.

Was auf den ersten Blick vernünftig aussieht, das ist für Bräm, Jäckle und Co. ein Kraftakt der besonderen Art. Bräm will zwar nicht klagen, spricht dann aber doch Klartext und sagt: «Zum jetzigen Zeitpunkt weiss ich nicht, wie wir in diesem Jahr das strukturelle Defizit von 50'000 Franken in den Griff bekommen sollen. Die Auflagen von der Liga und vom Verband werden immer härter und komplizierter.»

Aktuelle Nachrichten