FC Wohlen
Jung, dynamisch – noch nicht erfolgreich: FC Wohlen verliert das Testspiel gegen Thun

Ein junger FC Wohlen präsentierte sich am Freitag in Saanen bei Gstaad – aber auch ein unerfahrener. Das verlorene Testspiel gegen den FC Thun offenbart Mängel in der Defensive.

Ruedi Kuhn, Saanen
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Super-League-Klub trifft Challenge-League-Verein in der Provinz: Das Testspiel vor einer malerischen Kulisse.

Super-League-Klub trifft Challenge-League-Verein in der Provinz: Das Testspiel vor einer malerischen Kulisse.

Mario Heller

Lucien Tschachtli, was fehlt dem FC Wohlen, um in zwei Wochen sorgenfrei in die neue Saison starten zu können? Der Präsident des FC Wohlen schmunzelt und sagt: «Es ist ganz einfach. Hinten fehlt uns ein Kontrolleur wie Kim Källström. Vorne fehlt uns ein Goalgetter wie Cristiano Ronaldo.» Weil weder GCs Schwede Källström noch Real Madrids Portugiese Ronaldo zu Wohlen wechseln werden, sind Tschachtli und Trainer Martin Rueda auf der Suche nach einem defensiven Mittelfeldspieler und einem Stürmer mit Torinstinkt. Um Stars verpflichten zu können, fehlt es dem FC Wohlen allerdings am nötigen Geld. Mit dem 20-jährigen Marko Dangubic verpflichteten die Freiämter immerhin ein vielversprechendes Talent der Berner Young Boys für ein Jahr auf Leihbasis. Der Mittelstürmer zählt zum Kader der Schweizer U20-Nationalmannschaft und soll in Wohlen Spielpraxis sammeln.

Dangubic hin, Dangubic her; man sollte die Erwartungen für die nächste Saison nicht zu hoch ansetzen. Eines kann Tschachtli allerdings versprechen. «Nach dem Umbruch mit elf Abgängen wird man Zukunft eine junge, hungrige und dynamische Mannschaft spielen sehen», sagt er. «Der FC Wohlen ist eine Talentschmiede. Dass sich diese Nachwuchsspieler noch entwickeln müssen, versteht sich von selbst. Unsere Strategie sieht so aus, dass wir den Talenten die nötige Zeit dafür einräumen.»

Wohlen verpatzt Startphase

Jung, dynamisch, aber auch unerfahren war sie tatsächlich – die Mannschaft, die gestern Abend in Saanen bei Gstaad ein Testspiel gegen den Super-League-Klub FC Thun bestritten und mit 2:4 verloren hat. Ohne den an einer Rückenverletzung leidenden Captain Alain Schultz und den grippekranken Dangubic verschlief der FC Wohlen die Startphase und geriet schnell 0:2 in Rückstand. Das Team von Trainer Martin Rueda zeigte Moral und kam dank einem abgefälschten Schuss von Davide Giampà und einem Traumtor von Miguel Castroman zum 2:2. Der frühere Aarauer Regisseur Carlinhos und Christian Fassnacht sorgten noch vor der Pause für den 4:2-Endstand. In der zweiten Hälfte war Wohlen dem Anschlusstreffer nahe – alleine Joker Ronny Minkwitz vergab drei hochkarätige Möglichkeiten und hatte Pech mit einem Lattenschuss.

Mal schauen, wie sich der FC Wohlen in seiner 15. Saison in der zweithöchsten Spielklasse schlagen wird. Mit dem Verlust von Joël Geissmann hat die Mannschaft ihr Herzstück verloren. Schwer wiegen auch die Abgänge von Simon Grether und Samir Ramizi. Momentan umfasst das Kader 16 Feldspieler und zwei Torhüter. Schwächen sind vor allem in der Verteidigung mit der Viererabwehrkette auszumachen. Was aber kann, was aber darf man vom neuen FC Wohlen erwarten? Schwierig zu sagen. Nach dem Saisonauftakt am Sonntag, 24. Juli, in Baulmes gegen Le Mont wird man etwas schlauer sein. Schliesslich ist Le Mont im Vorfeld der Meisterschaft der meist genannte Abstiegskandidat.