Auch in dieser Saison braucht die Challenge League keinen sportlichen Absteiger – zum fünften Mal seit der Saison 2012/13. Ein Debakel für die damals als Optimallösung angepriesene Liga-Reduktion von 16 auf 10 Teams.

Natürlich ist man auch beim FC Aarau traurig über das Aus des FC Wohlen – schliesslich waren die Kantonsderbys zuletzt die einzigen FCA-Spiele, in deren Vorfeld Spannung aufkam. «Wenn schon wieder ein Absteiger am grünen Tisch, dann bitte nicht der FC Wohlen», dürfte man in Aarau gedacht haben.

Doch so gross das Mitgefühl – beim FCA sollte das Wohlen-Aus auch als Steilpass für die eigene Entwicklung aufgenommen werden. Jetzt, wo man von sämtlichen Abstiegssorgen befreit ist und auch nach vorne der Zug längst abgefahren ist, kann das Motto in der Rückrunde nur lauten: Jugend forscht!

Mats Hammerich, Raoul Giger, Lars Hunn, Varol Tasar, Ilir Zenuni, Marco Corradi – sie alle sind schon länger Bestandteil des Profikaders und gelten als grosse Zukunftshoffnungen. Die 19 verbleibenden Spiele, die ohne Abstiegssorgen angegangen werden können, sind die ideale Plattform, um die Eigengewächse mit vielen Einsatzminuten auf ihre Challenge-League-Tauglichkeit zu testen. Und denjenigen, die sich bewähren, einen Fixplatz im Team der Zukunft ab nächstem Sommer geben: Ende Juni laufen die Verträge etlicher Spieler aus und es wird zwangsläufig zu einer grossen Kaderauffrischung kommen. Und künftig sollen mehr "Jugend" und mehr "FCA-DNA" in der ersten Mannschaft stecken.

Dass der Wille, die Rückrunde als Casting für die Jugend zu nutzen, bei Trainer Marinko Jurendic und Sportchef Sandro Burki da ist, zeigt ein Blick aufs Vorbereitungs-Kader: Mit Jan Burkard, Matija Randjelovic und Noah Boakye trainieren drei unter 18-jährige Nachwuchskräfte mit. Das Trio hat zudem langfristige Verträge bis 2020 unterschrieben - ein deutliches Indiz, wo die Reise des FCA hingehen soll. Und Burki lässt durchblicken, dass er nicht vorhat, den Jungen mit Neuzugängen die Aussicht auf Spielpraxis zu verbauen.