Was Wimbledon für Tennis ist, ist der Grand-Slam Paris für das Judo. Ein traditionsreiches Turnier, an dem alles vertreten ist, was Rang und Namen hat. Gerade unmittelbar vor Olympia, wenn an den Grand-Slams neben Kontinental- und Weltmeisterschaften die meisten Punkte zu holen sind, wird das Rennen um die Medaillen zum Kampf der Titanen. 

Ciril Grossklaus gehört zu den Titanen in seiner Kategorie -90kg. Nach insgesamt 6 hart
umkämpften Duellen, beendet der Athlet aus Brugg das Turnier auf dem fünften Rang. Von Beginn weg wurde ihm nichts geschenkt. Die erste Runde gegen den Spanier Ruiz Zajac beendete Grossklaus mit 2:1 Strafen Vorsprung. In Kampf zwei durfte er gegen Klammert (CZE) vorzeitig dank vollem Punkt (Ippon) als Sieger abgrüssen. Das dritte Duell war die Knacknuss: Der Holländer Van T End, mehrfacher Grand-Slam-Medaillist, wurde zum Härtetest. Doch Grossklaus bestand. Im Golden-Score – Die Phase nach abgelaufener Kampfzeit, wo jede Wertung entscheidet – siegte der Schweizer mit kleiner Wertung. Dann wartete im Viertelfinale der Franzose Buffet, der all seine Kämpfe davor mit vollem Punkt gewinnen konnte. Das schien Grossklaus, Weltnummer 25, aber nicht zu beeindrucken: Er dominierte klar und verwies Buffet mit Ippon (ganzer Punkt) von den Matten – Halbfinale!


Alexandre Iddir, Nummer 1 in Frankreich und Nummer 11 der Welt, vermochte den Lauf vom
Schweizer zu brechen und schickte ihn ins kleine Finale um Platz 3. Kein Geringerer als der
Weltmeister und Weltnummer 1 Gwak (KOR) war schliesslich Ciril Grossklaus’ letzter Gegner an diesem Tag. Der Brugger Judoka zeigte einen starken Kampf über die Zeit, behauptete sich
vereinzelt in der Griffphase. Doch am Ende reichte sein Einsatz nicht für die Medaille und er
musste dem Weltmeister den Podestplatz überlassen. 

Nichts desto trotz ist diese Leistung überragend und schliesst an seinen Erfolg vom Grand Prix Havanna (CUB) – Grossklaus holte sich Bronze – an. Der Schweizer ist in Topform und gehört zur Weltspitze seiner Kategorie. Dank weiteren 100 Olympia-Punkten, die er aus Paris mitnimmt, ist das Ticket für Rio näher denn je.

Keine Erfolge für die weiteren Schweizer Athleten


Weniger Glück am Turnier hatten die 4 weiteren Schweizer Starter. Evelyne Tschopp (-52kg), 2015 holte sie sich Silber in Paris, musste sich im ersten Kampf geschlagen geben. Im gleichen Stil erging es Ludovic Chammartin (-60kg), Emilie Amaron (-57kg) und Juliane Robra (-70kg).