Jubiläumsfeier
Eine 50-jährige Erfolgsgeschichte: Wie der Aargauer Orientierungslauf-Verband den Sport prägt

Am 4. September feiert der Aargauer OL-Verband sein 50-jähriges Bestehen. Wir blicken zurück auf die grössten Erfolge und wagen einen Blick in die Zukunft.

Nicolas Blust
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Der Aargauer Matthias Kyburz ist das aktuelle Aushängeschild des AOLV. Hier ist Kyburz bei der Teilnahme an der WM in diesem Sommer zu sehen. In Tschechien gewann Kyburz einen kompletten Medaillensatz.
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Im Frühling durfte sich Kyburz zudem über den Sieg im Sprintfinale der EM in Neuchâtel freuen.
Der erste Schweizer Medaillensieger an einer Weltmeisterschaft kam auch aus dem Kanton Aargau. Karl John gewann 1970 in der DDR Silber im Einzelwettkampf.
Die jetzige Nationalrätin Ruth Humbel an der WM 1976 in Schottland.
Ruedi Wassmer war der zweite und langjährige Trainer des Nachwuchskaders. Mittlerweile ist er leider verstorben.

Der Aargauer Matthias Kyburz ist das aktuelle Aushängeschild des AOLV. Hier ist Kyburz bei der Teilnahme an der WM in diesem Sommer zu sehen. In Tschechien gewann Kyburz einen kompletten Medaillensatz.

Pius Amrein (lz) / Luzerner Zeitung

Aargauer Orientierungsläufer haben die Geschichte des Sports in der Schweiz massgeblich geprägt. Bereits ein Jahr vor der Gründung des Aargauer OL-Verbands (AOLV) sorgte Karl John 1970 für die erste Schweizer Medaille im Orientierungslauf. An der Weltmeisterschaft in der damaligen DDR holte der Aargauer im Einzel den zweiten Platz und damit die Silbermedaille.

John war damals Lehrling in der Gemeindekanzlei Eiken und profitierte davon, dass Beda Humbel sein Chef war. Humbel war es nämlich, der 1971 die nicht organisierten Aargauer OL-Vereine zu einem Ganzen zusammenführte. Humbel sorgte dann auch dafür, dass Karl John während der Arbeitszeit ab und zu eine Trainingseinheit absolvieren konnte.

Nachwuchskonzept ist noch heute von Erfolg geprägt

In den Folgejahren nach der Gründung des AOLV sorgte Beda Humbel entscheidend für die Ausrichtung des Verbandes. Die Schulung und Förderung des aargauischen OL-Nachwuchses im Allgemeinen und des Aargauischen Nachwuchskaders im Speziellen waren sein grosses Anliegen. Diese Fokussierung auf den Nachwuchs sollte in der Zukunft Früchte tragen.

Denn auch der erste Schweizer Vollerfolg an einer WM gelang einem Läufer aus dem Kanton. An der WM in Rapperswil im Jahr 2003 krönte sich Thomas Bührer in der Langdistanz zum Weltmeister. Doch damit nicht genug, denn auch der zweite Schweizer Weltmeister im Orientierungslauf stammt aus dem Aargau. Im Jahr 2007 durfte sich Matthias Merz aus Menziken ebenfalls über die WM-Goldmedaille in der Langdistanz freuen.

Die besten Schweizer Läufer*innen kommen noch immer aus dem Aargau

Die Geschichte des Orientierungslaufs im Aargau ist eine Erfolgsstory. Doch woran liegt es, dass die Läufer des AOLV so erfolgreich sind? Lukas Frei, Cheftrainer des Aargauer Nachwuchskader (NWK), wagt einen Erklärungsversuch: «Dies scheint mehr ein Zufall zu sein. Sicherlich trägt aber die seit Jahren gute Teamstimmung zum Erfolg bei.»

Jedoch nur von Zufall zu sprechen, wäre auch falsch. So gibt Frei auch zu bedenken, dass eine sehr familiäre Stimmung zum guten Klima im NWK beiträgt. Ausserdem haben die Läufer*innen die Möglichkeit, sich mit den Besten zu messen.

«Ist die nationale Spitze im Aargauer Kader zu Hause, so kann man sich als schwächerer auch an allen Trainings mit der Spitze vergleichen. Dies fördert die Leistungssteigerung einzelner Athleten.»

Bestes Beispiel dafür ist der sechsfache Weltmeister Matthias Kyburz. Der Fricktaler holte diesen Sommer in Tschechien drei WM-Medaillen und sorgte damit einmal mehr für ein ausgezeichnetes Aargauer Ergebnis. Zum zweiten Mal in seiner Karriere nach 2016 holte er den Titel über die Mitteldistanz.

Das ist jener Wettkampf, in welchem die technischen Herausforderungen auf der Karte für die Athleten besonders gross sind. Zusätzlich durfte er sich über Silber in der Langdistanz freuen. Und seine Aufholjagd in einer denkwürdigen Staffel brachte Bronze ein. Doch wie steht es um den aktuellen Nachwuchs in Kanton?

Vielversprechende Talente stehen kurz vor dem Durchbruch

Aktuell stehen drei junge Athlet*innen im Nationalkader. Lukas Frei traut ihnen zu, bald auf der grossen Bühne erfolgreich zu sein. So sagt Frei zuversichtlich:

«Man darf gespannt sein, wer von ihnen zuerst mit einer Medaille von einem internationalen Wettkampf heimkehren wird.»

Und auch neben Timo Suter, Siri Suter und Eline Gemperle, die bereits jetzt im Nationalkader stehen, drängen weitere Talente aus dem Aargau in die nationale Spitze vor. Die Zukunft scheint also gesichert. Das wird auch Beda Humbel freuen, der Grundlagen dafür bereits vor 50 Jahren geschaffen hat. Und so sollen auch in den kommenden 50 Jahren einige Aargauer den nationalen und internationalen OL-Sport prägen.

Jubiläumsfeier findet in Windisch statt

Diesen Samstag feiert der Aargauer OL-Verband (AOLV) sein 50-jähriges Bestehen. Der Anlass findet in der Klosterscheune Königsfelden in Windisch statt. Neben einem dreigängigen Abendessen haben die Veranstalter ein attraktives Programm auf die Beine gestellt. Einerseits werden die Teilnehmenden den Jubiläumsfilm des AOLV erstmals zu sehen bekommen. Andererseits findet eine interessante Unterhaltung mit viel kantonaler und nationaler Prominenz aus dem Orientierungslauf statt. Dabei nehmen mehrere aktive und ehemalige Elite-Läufer*innen, sowie Schweizer- und Weltmeister teil, die auf die bewegte und erfolgreiche Geschichte des Aargauer OL-Verbands zurückblicken. Vorgängig findet die Fakultative Führung «Die Legionäre Roms» im Museum Aargau statt.

Werbevideo des Aargauer OL-Verbands.

Youtube/cmf visual

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