Mountainbike
Jolanda Neff lässt den Lokalmatadorinnen in Gränichen keine Chance

Die beiden Lokalmatadorinnen Kathrin Stirnemann und Esther Süss müssen am BMC-Racing-Cup in Gränichen mit den Rängen 3 und 4 vorlieb nehmen. Derweil gewinnt Jolanda Neff das Rennen vor der Polin Maja Wloszczowska.

Kathrin Aerni
Drucken
Teilen
Siegerin Jolanda Neff jubelt bei der Zieldurchfahrt in Gränichen.

Siegerin Jolanda Neff jubelt bei der Zieldurchfahrt in Gränichen.

Franz Schefer

Weltcupleaderin Jolanda Neff, ihres Zeichens amtierende U23-Junioren-Weltmeisterin, liess am BMC-Racing-Cup nichts anbrennen und gab von Anfang an den Tarif durch. Da vermochten auch die beiden Aargauerinnen Kathrin Stirnemann und Esther Süss nicht mitzuhalten. Mit ihren erst 21 Jahren gehörte Jolanda Neff zwar zu den jüngsten Fahrerinnen im Elite-Frauenfeld, doch ungeachtet dessen fuhr sie ihr Rennen souverän von der Spitze weg.

Insgesamt hatten die 34 Frauen sechs Runden zu absolvieren. Neo-Profi Neff benötigte für die Gesamtdistanz von 24,1 Kilometer und 960 Höhenmetern 1:26:20,1 Stunden. Dabei meisterte sie die schwierigsten Passagen ohne grössere Probleme. Die Rheintalerin wirkte genauso frisch wie vor dem Start, und dies, obwohl sie der Zweiten, der Polin Maja Wloszczowska, über dreieinhalb Minuten abnahm.

Neff zog von Beginn an weg

Giger triumphiert vor Flückiger-Brüdern

Das grosse Highlight in Gränichen hätte das Duell zwischen dem zweifachen Olympiasieger Julien Absalon (Frankreich) und dem Schweizer Fabian Giger sein sollen. Doch es kam alles anders. Schliesslich entschied der EM-Zweite Fabian Giger das vierte Saison-Rennen des BMC-Racing-Cups für sich. Der Franzose und das Aushängeschild der Veranstaltung, Julien Absalon, verletzte sich am Vorabend bei einer Trainingsfahrt auf dem Moortaler Gelände derart unglücklich am Knie, dass er Forfait erklären musste. So kam es zum rein schweizerischen Duell: Das Spitzentrio Lukas und Matthias Flückiger sowie Fabian Giger bestimmten das Rennen. Wobei Giger das Tempo in der letzten Runde nochmals erhöhte. Der St. Galler nutzte die Steigung, um sich von den beiden Flückiger Brüdern leicht abzusetzen. Dem gebürtigen Aargauer Florian Vogel fehlte schliesslich die passende Tagesform, um sich dem Spitzentrio anschliessen zu können. Schliesslich aber zeigte sich, dass das Elite-Rennen der Männer auch ohne den Franzosen Julien Absalon äusserst spannend war. (KAE)

Trotzdem konnte sie die vor ihr liegende Polin nicht überholen. «Immer, wenn ich näher an die Polin gekommen bin, verschärfte sie das Tempo.» Am Ende fehlten lediglich 12 Sekunden für den zweiten Platz. «Ich bin trotzdem zufrieden. Hauptsache, die Form stimmt.», so Stirnemann. Letztes Jahr war die Gränicherin Fünfte geworden. Als Vierte platzierte sich Esther Süss. Bemerkenswert: Die bereits 40-jährige Küttigerin war nicht nur die älteste Teilnehmerin bei der Elite, sondern auch die einzige unter den Top Five, die neben dem Sport noch berufstätig ist.

Zwei gegensätzliche Fahrertypen

Die beiden Aargauerinnen haben gemeinsam, dass sie für den VC Gränichen starten und ihre Saison auf die Cross-Country-WM von Anfang September ausgerichtet haben. Sonst aber sind sie zwei unterschiedliche Fahrertypen, und das nicht nur wegen des Altersunterschieds von 15 Jahren. Stirnemann mag eher kürzere Distanzen wie an der «Eliminator-EM» im deutschen St. Wendel vom vorletzten Wochenende. Dort war vor vier Jahren auch Esther Süss Weltmeisterin geworden – allerdings auf der Marathonstrecke.

Aktuelle Nachrichten