Nach einer Vielzahl an hochkarätigen Chancen erlöst der 24-jährige Schwede Linus Hallenius mit dem Treffer zum 2:2 den Grossteil der 4362 Zuschauer. 120 Sekunden später pfeift Schiedsrichter Sébastien Pache das Spiel ab. Hallenius geht in Richtung Fans des FC Aarau und bedankt sich mit Händeklatschen. Dann eilt der Mittelstürmer von einem Interview zum andern und lässt seiner Freude über den späten Ausgleichstreffer freien Lauf.

Bescheidenheit als Zierde

Hallenius kann sein Glück kaum fassen und sagt: «Natürlich ist der Treffer zum 2:2 eine grosse Genugtuung für mich. Endlich konnte ich zeigen, was ich drauf habe. Für mich zählt aber in erster Linie der Erfolg der Mannschaft. Dieser Punktgewinn gegen einen starken Gegner ist für uns wichtig. Sehr wichtig sogar. Alles andere ist zweitrangig.»

Für Hallenius scheint Bescheidenheit eine Zier zu sein. Wer weiss? Vielleicht ist die Nummer 8 des FC Aarau tatsächlich der Goalgetter, auf den der Super-League-Aufsteiger seit Jahren wartet. Schliesslich erzielte der Joker schon beim 5:1-Sieg gegen den FC Zürich einen Treffer.

«Meine Formkurve zeigt deutlich nach oben», erklärt Hallenius. «Zu Beginn der Saison kam ich überhaupt nicht auf Touren. Nach der Blinddarmoperation und einigen muskulären Problemen konnte ich meine konditionelle Verfassung nicht verbessern. Jetzt geht es glücklicherweise aufwärts.»

Bereit für den FC Basel

Angesprochen auf die Frage, ob er am Samstag im Heimspiel gegen den FC Basel von Beginn an zum Einsatz kommen werde, entgegnete Hallenius: «Ich bin bereit, aber das entscheide nicht ich. Das entscheidet der Trainer.» Dann fragen wir doch René Weiler. «Na ja, es ist tatsächlich gut möglich, dass Hallenius gegen die Basler in der Startformation stehen wird», sagt der Trainer des FC Aarau. «Aber nicht wegen seines Tores, sondern weil er schon gegen den FC St. Gallen nahe dran war.

Hallenius hat in den vergangenen Wochen gut trainiert. Kommt hinzu, dass ihm die beiden Treffer gegen den FCZ und gegen St. Gallen jenes Selbstvertrauen geben, welches er für weitere Erfolgserlebnisse braucht.» Zwei Treffer hat Hallenius für den FC Aarau also bereits erzielt. Womöglich sind für den Skandinavier bereits gegen den FC Basel aller guten Dinge drei. Denn gegen den Meister erhält er aller Voraussicht 90 Minuten Zeit, um mindestens ein Tor zu schiessen.