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Johan Vonlanthen nach Wohlen-Test: «Mir wurden die Grenzen aufgezeigt»

Beim Test des FC Wohlen gegen Baden (1:2) gab der 40-fache Internationale Johan Vonlanthen sein Comeback. Er kämpfte und mühte sich, konnte aber seine lange Absenz nicht verbergen. Sein erster Fast-Ernstkampf lockte aber illustre Gäste an.

Ruedi Kuhn
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Johan Vonlanthen beim Testspiel für den FC Wohlen
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Noch ist Vonlanthen nicht austrainiert. Sprints von ihm sah man keine.
Technik und Dribbelstärke alleine reichen nicht, Johan Vonlanthen hat noch einen weiten Weg vor sich.
Suchte die Zweikämpfe, gewann sie aber noch selten: Vonlanthen bei seinem Comeback.
Dass Vonlanthen Potenzial hat, liess der 40-fache Internationale nicht nur bei seinem Pfostenschuss aufblitzen.

Johan Vonlanthen beim Testspiel für den FC Wohlen

foto-net / Alexander Wagner

Ciriaco Sforza meidet die Öffentlichkeit. Interviews will er nach eigener Aussage zum jetzigen Zeitpunkt keine geben. Den Auftritt von Johan Vonlanthen im Testspiel des FC Wohlen gegen den 1.-Ligisten Baden liess sich der frühere Trainer von GC allerdings nicht entgehen.

«Joe hat keinen einfachen Weg gewählt», sagt Sforza. «Will er zurück in den Profifussball, so braucht er viel Kraft und Willensstärke. Das Ganze ist eine Kopfsache. Er schafft es nur dann, wenn er den inneren Schweinehund überwinden kann.»

Sesa sieht konditionelles Steigerungspotenzial

David Sesa sieht das ähnlich. Der Trainer des FC Wohlen sagt: «Vonlanthen braucht Zeit. Er muss Geduld haben. Konditionell ist er längst nicht in einem Topzustand. Gegen Baden hat er gute Ansätze gezeigt. Nun muss er weiter hart an sich arbeiten.»

Vonlanthen: «Ich will in die Super League»

Vonlanthen selbst war froh, dass er während 90 Minuten voll gefordert wurde. «Ich bin zufrieden mit der Leistung, aber mir wurden die Grenzen aufgezeigt», sagte der 27-Jährige.

«Nach einer Stunde spürte ich den Kräfteverschleiss. Mein Ziel ist klar: Ich will in die Super League.» Davon ist Vonlanthen zum jetzigen Zeitpunkt allerdings weit entfernt.

Penaltytreffer in der 74. Minute

Gegen Baden kam er zwar zu Chancen, beklagte nach vier Minuten einen Pfostenschuss und erzielte in der 74. Minute mittels Penalty den Treffer zum 1:2, aber so richtig bissig und spritzig war er nicht. Der Techniker verlor die Mehrzahl der Zweikämpfe, Sprints sah man von ihm keine.

Austrainiert ist anders

Man darf gespannt sein, was Vonlanthen die Zukunft bringen wird. Nachdem er im Frühjahr 2012 den Rücktritt als Berufsfussballer bekannt gegeben hatte, kam er vor einigen Monaten auf seinen Entscheid zurück.

Dass er ein Jahr weg vom Fenster war, ist deutlich spürbar. Austrainiert wirkt er nicht. Ob er die Kraft für eine zweite Karriere aufbringt, ist fraglich. Technik und Dribbelstärke genügen nicht. Mentale Stärke ist gefragt.

Illustre Zaungäste

Sei’s drum; der Name Vonlanthen ist nach wie vor ein Reizpunkt: Der frühere GC-Manager Erich Vogel und die ehemaligen Profis Bernt Haas, Salvatore Romano, Milos Malenovic, Sascha Stauch und Alex Germann liessen sich den Auftritt des ehemaligen Jahrzehntetalents jedenfalls nicht entgehen.

Gesehen haben die illustren Zaungäste vor allem einen starken FC Baden. Und mit dem 19-jährigen Christian Gasane und dem 17-jährigen Christopher Teichmann erzielten zwei Talente vom Team Aargau die Treffer zum 2:1-Sieg des Aufstiegsanwärters in die 1. Liga Promotion.

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