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Joël Mall zurück im Tor: «Auf dem Platz kann ich jetzt auch böse werden»

Beim 2:1-Sieg in Lausanne rechtfertigte Aaraus Torhüter Joël Mall die Aufstellung nach seiner Denkpause mit einer starken Leistung. Ein Gespräch unter acht Augen beendete die Zwangspause für Mall.

Ruedi Kuhn
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Joël Mall hielt gegen Lausanne dem Druck stand. EQ Images

Joël Mall hielt gegen Lausanne dem Druck stand. EQ Images

Zu Beginn der Saison hütete Joël Mall dreimal das Tor des FC Aarau, dann stand Swen König dreimal zwischen den Pfosten – und gegen Lausanne war wieder Mall an der Reihe: Sind für Mall und König in Zukunft aller guten Dinge drei? Mall lächelt und sagt: «Als Profi schaue ich von Spiel zu Spiel. Gegen Lausanne ging es nicht in erster Linie um die Torhüter. Diese Geschichte mag interessant sein, wird aber von den Journalisten zu gross gewichtet. Es ging darum, Lausanne zu schlagen und den Tabellenletzten auf Distanz zu halten. Das haben wir mit dem 2:1-Sieg geschafft. Punkt. Fertig.»

Gespräch unter acht Augen

Seis drum; das Torhüterduell Mall gegen König ist beim FC Aarau momentan Thema Nummer eins. Als Trainer René Weiler drei Stunden vor dem Anpfiff die Mannschaftsaufstellung bekannt gab, war Mall sichtlich erleichtert. Am Tag zuvor führten Weiler, Torhüter-Trainer Gianluca Riommi, König und Mall ein Gespräch unter acht Augen. Die Ausgangslage wurde analysiert. Weil König beim 3:1-Erfolg im Cup gegen Xamax alles andere als eine gute Figur machte, wurden die Karten neu gemischt. Der Wechsel war damit quasi beschlossene Sache.

Mall hat die Aufstellung gegen Lausanne zweifellos gerechtfertigt. Dank einigen guten Aktionen in der zweiten Halbzeit hat er massgeblichen Anteil am Gewinn der drei Punkte. Während der Zwangspause in den Spielen gegen Thun (2:2), YB (0:4) und Xamax ging der 22-Jährige über die Bücher. «Ich nahm das Ganze als Zeichen, in den Trainings noch mehr Gas zu geben», erklärt Mall. «Der Trainer hat zu mir gesagt, dass ich zu lieb sei. Ich müsse die Mitspieler mit deutlichen Worten wecken. Daran arbeite ich. Neben dem Platz darf ich lieb und nett sein, aber auf dem Platz kann ich jetzt auch mal böse werden.»

Gutes Verhältnis mit König

Für Mall war die Partie in Lausanne nach eigener Aussage speziell. «Es war kein normales Spiel. Ich spürte schon einen gewissen Druck. Ein Problem habe ich damit allerdings nicht. Ich weiss genau, dass der Konkurrenzkampf für meine Karriere förderlich ist.» Eine Sache möchte Mall in aller Deutlichkeit gesagt haben: «Swen König und ich haben ein gutes Verhältnis. Er verfügt zweifellos über mehr Erfahrung. Und davon kann ich sicherlich profitieren.» Mall scheint tatsächlich die richtigen Lehren aus der Verbannung auf die Ersatzbank gezogen zu haben. Und eines steht jetzt schon fest: Zumindest im Heimspiel vom kommenden Samstag gegen Sion ist Mall die Nummer eins.

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