Krisenbesprechung
«Jetzt verlieren wir auch noch gegen die . . .!» – Aaraus Schneuwly über den Saison-Fehlstart

Drei Spiele und noch immer kein Tor – Aaraus neuer Mittelstürmer Marco Schneuwly hat Ladehemmung: Eine Topchance gegen den SC Kriens nach einer Viertelstunde – nicht genutzt! Eine Topchance nach knapp einer Stunde – nicht genutzt! Und der Rest? Leerlauf, Luftlöcher, Ballgeschiebe, Ballverluste und verlorene Zweikämpfe!

Ruedi Kuhn
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Kein Durchkommen für den neuen FCA-Stürmer Marco Schneuwly, nach drei Spielen hat er noch kein einziges Tor erziehlt.

Kein Durchkommen für den neuen FCA-Stürmer Marco Schneuwly, nach drei Spielen hat er noch kein einziges Tor erziehlt.

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In der Nachspielzeit versucht es Marco Schneuwly noch ein letztes Mal. Er kommt nahe am Elfmeterpunkt zu einem Abschlussversuch. Schneuwly schiesst – und der Ball fliegt, fliegt und fliegt: Aber mehr als zehn Meter übers Tor! «Es ist ein Horror, nichts als ein Horror», sagt Schneuwly. «Jetzt verlieren wir auch noch gegen die . . .» Mit «die» meint Schneuwly den kleinen SC Kriens, den Aufsteiger also. Eine Mannschaft, die ausser Kampfgeist und Einsatzwillen nicht viel zu bieten hat und die für den Aufstiegsanwärter FC Aarau nicht mehr als ein Sparringpartner sein dürfte.

Enttäuschte Gesichter beim FCA: Allen voran Marco Schneuwly (rechts).
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FC Aarau - SC Kriens
FCA-Trainer Patrick Rahmen weiss auch keinen Rat. Der FCA verlor zu Hause im Brügglifeld 0:2 gegen Kriens.
Raoul Giger (l.) ist vor dem Krienser Gegenspieler am Ball.
Sichtlich geschlagen trotten die FCA-Spieler vom Platz: Miguel Peralte (v.l.), Steven Deana und Marco Schneuwly.
Engagiert an der Seitenlinie versucht Aarau-Trainer Patrick Rahmen sein Team nochmals nach vorne zu peitschen – schliesslich erfolglos.
Mickael Almeida lässt seinen Gegenspieler ins Leere grätschen.
Varol Tasar (r.) sprintet den Kriensern Olivier Kleiner und Daniel Fanger davon.
Mats Hammerich (l.) gegen Kriens-Spieler und Torschütze zum 1:0 Nico Siegrist.
Marco Schneuwly verpasste in der ersten Hälfte die Chance zur Aarauer Führung.
FCA-Spieler Nicolas Schindelholz (r.) im Kopfballduell mit Saleh Chihadeh.
Mats Hammerich (hinten) im Zweikampf mit Dominic Schilling. Aaraus Frontino kommt zu spät zur Hilfe.
Varol Tasar (rechts) im Laufduell mit Dominic Schilling.
Der Ex-Aarauer Nico Siegrist brachte die Gäste aus Kriens in Führung.
Bei der momentanen Hitze ist Trinken sehr wichtig.
Anstoss für Aarau nach dem Gegentor.
Nicolas Schindelholz (Aarau) in gewohnt harter Manier gegen Saleh Chihadeh (Kriens).
Aaraus Elsad Zverotic im Zweikampf mit dem Krienser Saleh Chihadeh.
Es ist angerichtet. Die beiden Teams sind auf dem Platz.

Enttäuschte Gesichter beim FCA: Allen voran Marco Schneuwly (rechts).

Freshfocus/Marc Schumacher

Aber es kommt für den vermeintlichen Spitzenklub der Challenge League wie schon in den zwei Spielen zuvor. Am Schluss steht das Team mit abgesägten Hosen da. Was ist los mit dem FC Aarau? Was ist los mit den im Vorfeld so hoch gelobten Spielern? «Wenn ich das wüsste», antwortet Schneuwly. «Klar ist, dass wir in den drei Spielen gegen Servette, Winterthur und Kriens jeweils die Chance hatten, in Führung zu gehen. Und würden wir mal in Führung gehen, wäre mit Sicherheit alles anders. Dann würde das Spiel auch mal für uns laufen. Momentan läuft alles gegen uns.»

Resignieren verboten

Dem FC Aarau fehlt also ein Erfolgserlebnis. Aber wie zwingt der Dreifach-Verlierer das Glück auf seine Seite? «Mit harter Arbeit», sagt Schneuwly. «Wir dürfen jetzt nicht resignieren und müssen die positive Stimmung innerhalb der Mannschaft aufrechterhalten. Und wir müssen Gas geben. Irgendwann wird der Knoten platzen.»

Schneuwly ist bereit, in den nächsten Wochen Verantwortung zu übernehmen. «Ich habe während meiner Karriere schon viele Höhen und Tiefen erlebt», sagt er. «Natürlich ist dem FC Aarau die Startphase missglückt, aber im Fussball geht es oft ganz schnell. Ich bin überzeugt, dass wir aus diesem Loch herauskommen.»

Vollstes Vertrauen des Trainers

Und wie beurteilt Patrick Rahmen die Leistungen von Schneuwly? «Ich gehe momentan nicht auf die Leistungen einzelner Spieler ein», sagt der Trainer des FC Aarau. «Aber Schneuwly hat nach wie vor mein vollstes Vertrauen.

Ich erwarte von ihm allerdings, dass er selbstkritisch bleibt und sich gegen die Torflaute wehrt. Er ist für die jungen Spieler ein Vorbild. Und in dieser Rolle muss er voran gehen.»

Wo ist Aaraus Rückgrat?

Voran gehen ist ein gutes Stichwort. Voran gehen muss nicht nur der vermeintliche Goalgetter und FCA-Königstransfer. Voran gehen müssen auch Abwehrchef Elsad Zverotic und Captain Gianluca Frontino. Sie spielen in der Achse und sollten eigentlich das Rückgrat der Mannschaft bilden. Von Rückgrat war während der 0:2-Niederlage gegen den SC Kriens allerdings nichts zu sehen.

Im Gegenteil: Zverotic, Frontino und Schneuwly konnten ihr Leistungspotenzial bei weitem nicht ausschöpfen. Und deshalb sind vor allem sie die Gesichter des aktuell so erfolglosen FC Aarau.