Jetzt trifft er auch noch

Unihockey Mit Alain Wyder steht ein Aargauer für Malans im Playoff-Final

Rainer Sommerhalder
Merken
Drucken
Teilen
Alain Wyder ist bei Alligator Malans ein zuverlässiger Wert.

Alain Wyder ist bei Alligator Malans ein zuverlässiger Wert.

Sein Stammklub steigt wohl ab, er spielt um den Schweizer Meistertitel. Alain Wyder hat vor vier Jahren den Schritt von Lok Reinach zum mehrmaligen Schweizer Meister Alligator Malans gewagt, zügelte mit Sack, Pack und Freundin ins Bündnerland. Und der 27-Jährige erlebt momentan die wohl beste Phase seiner Karriere. Während die finnischen «Tormaschinen» im Solde der Alligatoren gegen Wiler-Ersigen bislang primär daneben schossen, sammelte Ergänzungsspieler Wyder in beiden Partien des Playoff-Finals Skorerpunkte.

Genutzt hat es nicht viel, Malans liegt mit 0:2 in der Serie zurück und muss am Samstag in der Zuchwiler Eishalle damit rechnen, sich einmal mehr nur als zweiter Sieger aus der Meisterschaft zu verabschieden. Auch wenn dies nicht den bisher gezeigten Leistungen entsprechen würde. Auch Alain Wyder glaubt noch an die Wende: «Dreimal in Serie kann Wiler nicht auf diese Weise gewinnen. Das Glück war in diesem Final bisher sehr einseitig verteilt.»

Nach Niederlagen freut sich der gelernte Schreiner auch nicht besonders über die eigenen Erfolgserlebnisse, selbst wenn er mit seinem Tor und dem Assist die bisherige Saisonbilanz (4 Tore/3 Assists) ausgerechnet in der wichtigsten Phase der Meisterschaft signifikant verbessert hat. Wyder ist in den vier Jahren bei Malans nie über die Rolle eines Dritt-Block-Stürmers hinausgekommen, zuständig in erster Linie für defensive Drecksarbeit. Nach 60 Minuten muss in der Bilanz seiner Sturmreihe eine Null stehen – bei den erhaltenen Treffern.

Es gibt mehrere Gründe, wieso es Wyder für den ganz grossen Durchbruch nicht gereicht hat. Wegen eines Kreuzbandrisses verpasste der Aargauer mit Walliser Wurzeln eine ganze Saison. Auf seiner Position als rechter Stürmer hat Malans zwei ausländische Verstärkungsspieler im Kader und zudem hat der pfeilschnelle Angreifer auch gemerkt, «dass das Türchen zur ersten Mannschaft dem einen oder andern eigenen Junior etwas früher aufgemacht wurde, als mir, dem namenlosen Neuzugang». Immerhin wechselte Wyder 2007 als NLA-Absteiger zum amtierenden Schweizer Meister.

Selbst wenn der temperamentvolle Unterländer vom professionellen Umfeld bei den Alligatoren schwärmt und betont, dass es ihm und seiner Freundin Sonja in der Bündner Herrschaft pudelwohl ist, bleibt es unsicher, ob es für ihn ein fünftes Jahr Malans gibt. Wyder hat noch keinen Vertrag für nächste Saison unterschrieben, liebäugelt mit einer beruflichen Ausbildung, die er mit der enormen sportlichen Belastung bei Alligator nicht unter einen Hut bringen kann. Schade nur, nimmt sich Stammklub Lok Reinach für eine durchaus denkbare Rückkehr in Wynental mit dem bevorstehenden Abstieg selbst aus dem Spiel.