Matchbericht
In der Nachspielzeit eiskalt geduscht: Der FC Aarau dominiert gegen Schaffhausen und muss sich dennoch geschlagen geben

Doppelt so viele Schüsse und mehr Ballbesitz. Die Statistik spricht für sich: Der FC Aarau hätte das Heimspiel gegen den FC Schaffhausen gewinnen müssen, verliert es aber trotzdem. In der Nachspielzeit gelingt den Gästen der Lucky Punch und besiegeln damit die 1:2-Niederlage für den FCA.

Ruedi Kuhn
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Silvan Schwegler ärgert sich über die Niederlage.
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Grosse Enttäuschung bei Kevin Spadanuda nach der Partie.
Schaffhausen jubelt über den Lucky Punch in der Nachspielzeit.
Randy Schneider wird von zwei Schaffhausen-Spieler in die Mangel genommen.
Voller Einsatz von Kevin Spadanuda.
Schauffhausen hat deutlich weniger Spielanteile als der FC Aarau.
Liridon Balaj wird in der zweiten Halbzeit eingewechselt.
Der FCA versucht auf den Gegentreffer zu reagieren.
Schaffhausens Ivan Prtajin jubelt über den Ausgleich nur wenige Minuten nach dem Wiederanpfiff.
Stephan Keller muss zusehen, wie seine Mannschaft nach wenigen Minuten in der zweiten Halbzeit den Ausgleich kassiert.
Der FC Aarau hat den FC Schaffhausen während der ersten Halbzeit im Griff.
Elsad Zverotic bringt den FC Aarau nach einem Eckball in Führung.
Die Aarauer Führung nach einem dominanten Auftritt in den ersten 45 Minuten mehr als verdient.
Zverotic bejubelt seinen ersten Saisontreffer für den FC Aarau.
Die Gäste aus Schaffhausen kommen vereinzelt zu gefährlichen Aktionen.
Olivier Jäckle versucht seinen Gegenspieler unter Druck zu setzen.
Kevin Spadanuda gehört zu den auffälligsten Spieler beim FC Aarau.
Filip Stojilkovic vergibt im ersten Durchgang hochkarätige Chancen.
David Da Costa muss viel Arbeit im Schaffhauser Straffraum verrichten.
Donat Rrudhani im Kopfballduell.
Leon Bergsma lässt Rodrigo Pollero nicht passieren.
Filip Stojilkovic ärgert sich über eine verpasste Chance.

Silvan Schwegler ärgert sich über die Niederlage.

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Was für ein unglückliches, was für ein bitteres, was für ein brutales Ende! Der FC Aarau drückt in der Schlussphase auf das 2:1. Donat Rrudhani und Liridon Balaj haben den Siegestreffer auf dem Fuss. Der FC Schaffhausen verwaltet das 1:1 mit Glück und Geschick, scheint sich mit dem Punktgewinn zu begnügen, lauert allerdings auf Konter.

FCA sollte nicht mit Fussballgöttern hadern

Das Unheil aus Aarauer Sicht naht in der 93. Minute. Veljko Vukasinovic lanciert auf der linken Angriffsseite Drilon Kastrati, der mit einem Flachschuss aus acht Metern via Pfosten den Siegestreffer für die Nordostschweizer erzielt.

Mag sein, dass Kastratis Tor nicht hätte zählen dürfen. Der Joker der Schaffhauser stand beim Pass von Vukasinovic womöglich knapp im Abseits. Trotzdem sollte der FC Aarau nicht mit den Fussballgöttern hadern oder die Schuld beim Schiedsrichter-Trio suchen.

Nein! Der FC Aarau muss sich selbst an der Nase nehmen. Selbstkritik ist angesagt! Wer in der ersten Halbzeit acht Topchancen teilweise auf fahrlässige Art und Weise vergibt, ist ganz einfach selbst schuld, wenn er am Schluss wie die Aarauer mit leeren Händen da steht.

Der FC Aarau hätte das Spiel gegen Schaffhausen vor der Pause zwingend für sich entscheiden müssen. Er spielte den Gegner teilweise an die Wand, kombinierte gefällig und tauchte immer wieder gefährlich vor dem Tor der Schaffhauser auf. Weil es den Aarauern wie zu Saisonbeginn an der nötigen Effizienz mangelte, führten sie dank einem Treffer von Elsad Zverotic aber nur 1:0.

Die mangelnde Chancenauswertung rächte sich nach der Pause. Der Leistungsabfall in der zweiten Hälfte nach dem frühen Gegentreffer der Schaffhauser und eine gehörige Portion Pech führten schliesslich dazu, dass die Mannschaft von Trainer Stephan Keller Sekunden vor dem Schlusspfiff sogar noch das Unentschieden verspielte.

Aufwand und Ertrag stimmen nicht überein

Eines ist klar: Das 1:2 passt nicht zum Spielverlauf! Der FC Aarau begann stürmisch und hätte schon nach fünf Minuten in Führung gehen müssen. Filip Stojilkovic konnte nach einem Fehler von André Neitzke alleine in Richtung Torhüter David Da Costa sprinten, schoss den Ball aber aus bester Position an den Aussenpfosten.

Filip Stojilkovic vergibt nach fünf Minuten eine Grosschance.

Filip Stojilkovic vergibt nach fünf Minuten eine Grosschance.

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Zwei weitere gute Möglichkeiten von Stojilkovic, eine Topchance von Randy Schneider und drei vielversprechende Abschlussversuche von Silvan Schwegler gelten als Beweis, dass der FC Aarau zur Pause weit höher als nur mit einem Tor Vorsprung hätte führen müssen.

Nach der achten hochkarätigen Möglichkeit war es dann soweit: Captain Elsad Zverotic bugsierte den Ball nach einem Corner von Kevin Spadanuda hinter die Linie – das überfällige 1:0 war Tatsache.

Elsad Zverotic trifft nach einem Eckball von Kevin Spadanuda.

Elsad Zverotic trifft nach einem Eckball von Kevin Spadanuda.

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Der Ausgleichstreffer des FC Schaffhausen zu Beginn der zweiten Halbzeit fiel wie aus dem Nichts: Ivan Prtajin profitierte von einem Aussetzer Jérôme Thiessons und traf aus kurzer Distanz zum 1:1. Wenig später hatte Schaffhausens Topskorer Rodrigo Pollero den zweiten Treffer auf dem Fuss. Sein Schlenzer landete an der Lattenoberkante.

War das torgefährliche Schaffhauser Sturmduo Pollero (9 Treffer) und Prtajin (8) vor der Pause nicht zu sehen, setzte es plötzlich zwei Glanzlichter. Und weil der FC Aarau nach dem Gegentreffer zwar weiterhin bemüht und optisch überlegen war, aber kaum noch zwingende Aktionen hatte, schaute am Ende nichts Zählbares heraus.

Matchtelegramm:

FC Aarau - FC Schaffhausen 1:2 (1:0)

Brügglifeld. - 5 Zuschauer. - SR: Tschudi. - Tore: 36. Zverotic (Spadanuda) 1:0. 50. Prtajin 1:1. 93. Kastrati 1:2.
Aarau: Enzler; Giger, Thiesson, Bergsma, Zverotic; Jäckle; Spadanuda, Schneider (89. Aratore), Schwegler, Rrudhani; Stojilkovic (69. Balaj).
Schaffhausen: Da Costa; Krasniqi, Neitzke, Bunjaku, A. Müller; Lika (77. Mujcic), Sarr (93. Vukasinovic), Hamdiu, Bislimi (88. Kastrati); Prtajin (77. Mozzone), Pollero (93. S. Müller).
Bemerkungen: Aarau ohne Gashi, Schindelholz (beide krank), Ammeter, Peralta, Qollaku, Thaler, Verboom (alle verletzt), Avdyli und Hajdari (beide nicht im Aufgebot). Schaffhausen ohne Rodríguez (gesperrt), Del Toro, Deronjic, Menezes, Talic (alle verletzt), Bajrami, Berglas, Djoulou, Furrer, Padula und Wick (alle nicht im Aufgebot). - 53. Lattenschuss Pollero. - Keine Verwarnungen.

Das sind die Stimmen zur Partie:

Das sind die Noten zur Partie:

Simon Enzler: Note 4 – Bei den Gegentoren ist der Schlussmann schuldlos. Doch in der Spielauslösung schlich sich der eine oder andere ungewohnte Fehler ein.
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Raoul Giger: Note 4,5 – Schlug viele Flanken, einige davon waren sehr gut, fanden aber im Zentrum keine Abnehmer. Defensiv mit Fortdauer der Partie immer stabiler.
Jerome Thiesson: Note 3,5 – In der ersten Halbzeit nach langer Zwangspause souverän – dann patzt er vor dem 1:1 und bleibt in der Folge ein Unsicherheitsfaktor.
Leon Bergsma: Note 5 – Nach dem schwachen Auftritt in Wil defensiv wieder eine Bank. Und in der Spielauslösung mit seinen typischen Offensivläufen.
Elsad Zverotic: Note 4,5 – Markiert mit seinem ersten Saisontor das überfällige 1:0, kämpferisch wie gewohnt tadellos.
Olivier Jäckle: Note 5 – Einige wichtige Ballgewinne, mit denen er Gegenstösse der Schaffhauser unterband. Setzte die Kollegen mit guten Zuspielen immer wieder in Szene.
Silvan Schwegler: Note 4,5 – Der 17-Jährige kommt in der ersten Halbzeit seinem ersten Profitor gleich drei Mal sehr nahe. Nach der Pause baut er körperlich und spielerisch ab.
Kevin Spadanuda: Note 4 – Dynamisch in seinen Aktionen, doch der Ertrag war insgesamt zu dürftig. Abgesehen vom Corner, der zum 1:0 führt, brotlose Kunst.
Randy Schneider: Note 3,5 – Technisch einer der talentiertesten Aarauer. Doch in den Zweikämpfen und in der Handlungsschnelligkeit wurden ihm erneut Grenzen aufgezeigt.
Filip Stojilkovic: Note 3 – Betreibt in der ersten Halbzeit Chancenwucher. Wo hat der Stürmer die Leichtigkeit des Vorjahres gelassen?
Donat Rrudhani: Note 3,5 – In der Anfangsphase ein Aarauer Gefahrenherd, danach aber baut der Kosovare sukzessive ab und tritt nicht mehr in Erscheinung.
Liridon Balaj: Note 4 – Kommt in der 69. Minute für Stojilkovic. Wirblig, aber harmlos.
Marco Aratore: Keine Note – Kommt in der 89. Minute für Schneider. Zu kurz im Einsatz für eine Note.

Simon Enzler: Note 4 – Bei den Gegentoren ist der Schlussmann schuldlos. Doch in der Spielauslösung schlich sich der eine oder andere ungewohnte Fehler ein.

Sarah Rölli

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