Kunstturnen
Jessica Diacci vergoldet am Balken die Ledersammlung

Einmal Gold, zweimal Silber, dreimal Bronze und siebenmal Leder – so lautet die Ausbeute der Aargauer in den zehn Gerätefinals an der Kunstturn-SM in der Ostschweiz. Jessica Diacci holte sich am Balken die Goldmedaille.

Elia Diehl
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Jessica Diacci.

Jessica Diacci.

AZ

Nach Oliver Hegis (TV Lenzburg) Bronze am Samstag im Mehrkampf und total vier Aargauer Turnern in den Top 7 konnten sich die Männer im Einzel noch etwas steigern. Im Sprung belegte Michael Meier (STV Merenschwand) hinter dem grossen Dominator Claudio Capelli den zweiten Platz.

Mark Ramseier (STV Teufenthal) zeigte bei seinen zwölften und letzten SM an den Ringen eine starke Leistung und wurde mit Silber belohnt. «Es hat brutal Spass gemacht dieses Wochenende», sagt Ramseier, der mit 28 Jahren zu den Alten gehört. «Das habe ich heute gemerkt», so Ramseier. Der Mehrkampf und der schwere Sturz von Kollege Tobias Krähenbühl hätten physisch und mental zugesetzt.

Nebst Meier empfahl sich ein weiterer aufstrebender Aargauer fürs Natikader. Severin Rohrer (STV Merenschwand) holte am Pferd Bronze. Nikolay Maslennikov, Leiter des RLZ Niederlenz, zeigte sich darob sehr zufrieden: «Bald könnten wir fünf Aargauer in der Nati haben.» Nicht auf Touren kam Oliver Hegi, der an zwei Geräten stürzte. «Oliver sagte mir am Morgen, er sei sehr müde», erklärt Maslennikov. Dennoch steuerte der Lenzburger zwei der sieben Aargauer vierten Plätze bei.

Gold für Jessica Diacci am Balken

Die Leistung der Männer wurde nur von einer Turnerin getoppt. Jessica Diacci (Kutu Obersiggenthal), letztjährige Mehrkampf-Zweite, holte am Balken Gold. Sie profitierte dabei aber von einer missratenen Darbietung des Stars der SM, Julia Steingruber. Am Stufenbarren verpasste Diacci zudem Silber nur knapp. Punktgleich mit der klaren Nummer zwei in der Schweiz, Ilaria Käslin, gewann sie wegen schlechterer Ausführung «nur» Bronze. Laura Schulte (Kutu Stein-Fricktal) belegte sowohl am Boden als auch am Stufenbarren einen der vielen ungeliebten vierten Plätze.

Dafür holte sich ihre Teamkollegin Sara Catanzaro im Sprung Bronze. «Natürlich bin ich enttäuscht, wenn ich sie so sehe», sagt der Aargauer Frauentrainer Renato Gojkovic wehmütig, denn die 16-jährige Catanzaro schlug das Nati-Aufgebot zugunsten einer Lehre aus. Allerdings könne er nächste Woche an der Mannschafts-SM auf sie zählen. Für den Aargau, der als einziger Kanton bei Männern und Frauen mit zwei Teams in der NLA vertreten ist, gilt nur der Titel, wie Ramseier und Gojkovic ankündigen. Für die Frauen wäre es der siebte Titel in Serie.