Eishockey NLA
Jannik Fischer und das letzte Kapitel eines Hockey-Mythos

Der Boswiler Jannik Fischer hat seinen Vertrag mit Ambri-Piotta um drei Jahre verlängert. Damit erlebt er auch den Umzug in die neue Valascia, die auf die Saison 21/22 in Betrieb genommen werden soll.

Nicolas Blust
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Jannik Fischer startet in seine dritte Saison mit dem HC Ambri-Piotta.
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Der 30-jährige Verteidiger hat seinen Vertrag diesen Sommer um drei Jahre verlängert.
Die Fans in der Curva Sud werden diese Saison sitzen müssen.
Visualisierung ohne Dach: So sieht die neue Valascia aus, die auf die Saison 21/22 eröffnet werden soll.

Jannik Fischer startet in seine dritte Saison mit dem HC Ambri-Piotta.

Marc Schumacher/freshfocus

Die Atmosphäre bei einem Heimspiel des HC Ambri-Piotta sucht seines Gleichen. Ein Besuch in der Valascia ist ein Muss für jeden Hockey-Nostalgiker. Ambris Kultstadion ist seit 1959 in Betrieb. In den Wintermonaten zieht ein kalter Wind über das Eisfeld. Die kalte Luft wird lediglich durch die Fans der Curva Sud erwärmt, die ihre Spieler mit Fangesängen frenetisch anfeuern. Szenen wie diese lassen den Mythos Valascia leben. Es sind aber auch Szenen, die wohl in dieser Form nie wieder stattfinden werden.

Die neue Saison steht nämlich unter veränderten Vorzeichen. Die Fans in der Curva Sud werden sitzen müssen und das Stadion darf vorderhand nur zu zwei Dritteln gefüllt werden. «Natürlich wird es speziell, wenn unsere Kurve nicht steht, sondern alle sitzen. Aber die Fans, die ins Stadion dürfen, sind sicher heiss und freuen sich. Es wird auch unter diesen Umständen eine super Stimmung sein in der Valascia», sagt Jannik Fischer, Verteidiger von Ambri-Piotta.

Ein langer Sommer mit grosser Ungewissheit

Fischer startet in seine dritte Saison bei den Tessinern. Eine Vorbereitung wie diesen Sommer hat er aber noch nie erlebt. «Vor allem am Anfang nach dem Saisonabbruch war es sehr speziell, als man nicht mehr rausgehen konnte», sagt der 30-jährige Verteidiger über die Zeit während des Lockdowns. Die ersten Wochen der Vorbereitung mussten die Spieler individuell zu Hause absolvieren. «Die meisten haben sich einen Kraftraum zusammengestellt. Ich persönlich hatte zum Glück Platz in der Garage, um einen Trainingsraum einzurichten.» Erst verspätet konnte wieder mit der kompletten Mannschaft trainiert werden. Auch sonst war die Sommerpause ungewöhnlich. «Die Vorbereitung war lang. Wir wussten im August noch nicht, wann wir spielen können», sagt der Boswiler. «Wir mussten flexibel sein, hatten zwei Wochen verlängertes Trainingscamp und sind jetzt heiss darauf, endlich Ernstkämpfe bestreiten zu können.»

Der erste Umzug in ein neues Stadion

In diesem Sommer hat Fischer seinen Vertrag noch einmal um drei Jahre bis im Sommer 2023 verlängert. «Ich fühle mich sehr wohl hier. Das Team ist super und hat einen guten Spirit», erklärt Fischer seine Vertragsverlängerung. «Auch das neue Stadion war für mich ein Faktor. Ich ging beim EV Zug und bei Lausanne jeweils vor dem Umzug ins neue Stadion weg, nun darf ich endlich auch einmal in ein neues Stadion zügeln, worauf ich mich auch sehr freue.»

Ambris neue Spielstätte soll zur Saison 21/22 hin fertig gebaut sein. Diese Spielzeit wird man also zum letzten Mal Heimspiele von Ambri in der altehrwürdigen Valascia bestaunen können. «Es ist natürlich besonders, die letzte Saison in diesem traditionsreichen Stadion zu spielen», sagt Fischer. «Diese Saison wird wahrscheinlich noch einmal etwas emotionaler als sonst schon.»

Für die letzte Spielzeit in der alten Spielstätte haben sich die Tessiner dann auch einiges vorgenommen. «Natürlich wollen wir in die Playoffs. Wir wollen unseren Fans in der Valascia etwas bieten und unser bestes Hockey spielen», sagt Fischer. Es ist Ambri zu wünschen, dass diese Partien vor möglichst grosser Kulisse stattfinden können. Die Valascia hätte auf jeden Fall einen würdigen Abschied in Anwesenheit der frenetischen Fans verdient.

Die restlichen Aargauer in der NLA

Robin Grossmann erlebte einen turbulenten Sommer in Lausanne. Nicht nur der Klubbesitzer wechselte, sondern auch in der Mannschaft gab es einige Änderungen. Der neue Sportchef Petr Svoboda tauschte fleissig Spieler aus. An der Rolle des Dintikers wird sich aber nicht viel ändern. Er ist in der Verteidigung der Lausanner ein sicherer Wert. Der Vertrag des 33-Jährigen läuft noch bis Ende 2022.

Sven Leuenbergers Ziel beim EV Zug ist klar. In einer starken Mannschaft so viel Eiszeit wie möglich zu ergattern. Der Aarauer hat letzte Saison den Durchbruch geschafft und sich als Stammspieler bei einem der Favoriten auf den Meistertitel etabliert. Der 21-Jährige durfte sogar schon erstmals Nationalmannschafts-Luft schnuppern. Interessant: Leuenbergs Vertrag beim EVZ läuft Ende Saison aus.

Mit Dario Wüthrich hat ein weiterer Aargauer den Sprung von der Academy zum EVZ geschafft. Der 21-jährige Verteidiger wird um einen Stammplatz kämpfen müssen, zumal die Zuger mit Tobias Geisser und Nico Gross temporär zwei Gäste aus Nordamerika im Team haben. Der Würenloser mit den Gardemassen (1,87m, 92kg) ist aber ein Versprechen für die Zukunft – mit auslaufendem Vertrag.

Matthias Rossi hat im vergangenen Herbst einen neuen Dreijahresvertrag bei Fribourg-Gottéron unterschrieben. Der Menziker gehört damit schon fast zum Inventar der ambitionierten Saanestädter und dürfte im Kollektiv von Sportchef/Headchoach Christian Dubé eine wichtige Rolle spielen. Der 29-Jährige wird versuchen, die Marke von zehn Toren aus der letzten Saison zumindest zu egalisieren.

Robin Grossmann ist in der Lausanner Verteidigung ein sicherer Wert.
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Sven Leuenberger kämpft in Zug um möglichst viel Eiszeit. Der Vertrag des 21-jährigen Verteidiger läuft Ende Saison aus.
Dario Wüthrich schaffte den Sprung von der Academy zum EV Zug. Der Verteidiger gilt als grosses Versprechen für die Zukunft.
Matthias Rossi unterschrieb letzten Herbst einen Dreijahresvertrag bei Fribourg-Gottéron. Der Menziker spielt in Fribourg eine wichtige Rolle.

Robin Grossmann ist in der Lausanner Verteidigung ein sicherer Wert.

Daniela Frutiger/freshfocus