Bogenschiessen

Janine Hunsperger: «Ich habe noch Zeit»

Janine Hunspeger hofft, dereinst Olympische Spiele ins Visier nehmen zu können.

Janine Hunspeger hofft, dereinst Olympische Spiele ins Visier nehmen zu können.

Die Strengelbacherin Janine Hunsperger hat an der Junioren-WM viel gelernt - und dies trotz einer, für ihre Verhältnisse, schlechten Leistung im Achtelfinal.

«Im ersten Moment war eine gewisse Enttäuschung da», sagt Janine Hunspeger. Die Strengelbacherin spricht den Achtelfinal der Weltmeisterschaften in Ankara an. Die 15-Jährige schoss bei den Juniorinnen eine starke Qualifikation und überzeugte im Sechzehntelfinal, schied aber in der nächsten Runde mit 139 zu 145 Punkten aus. «Das war seit längerem mein schlechtestes Ergebnis, das ärgerte mich.» Der Ärger verflog rasch. «Ich bin ja erst 15 Jahre alt und habe noch Zeit. Da kommt noch manche WM», sagt Janine Hunsperger. Bei den Juniorinnen sind Schützen bis 21 Jahre zugelassen, die Schülerin war in der Türkei eine der jüngsten im Feld.

«Das Niveau hätte höher sein können»

Natürlich liess sich das Mitglied der Bogenschützen Stallikon die Finals der «Grossen» nicht entgehen. «Das Niveau hätte höher sein können», formuliert es Janine Hunsperger diplomatisch. Bei den Männern trafen zwar die Weltnummer 1 und 2 im Kampf um den Sieg aufeinander. Aber es fehlten auch einige Top-shots, weil sie nach den jüngsten Unruhen auf die Reise in die Türkei verzichteten. «Ich habe mich vor Ort stets sicher gefühlt», sagt Janine Hunsperger und erzählt vom «grossen, aber vernünftigen» Aufgebot an Securitys, von Rucksackkontrollen beim Eintritt in die Halle und von der «ganz normalen» Atmosphäre am Flughafen. Dort kam zum Glück auch ihr «Sperrgut», sprich ihre beiden Compound-Bögen, unversehrt an. «Wenn du dein Sportgerät nicht gut genug polsterst, kann schon mal was kaputt gehen», weiss sie von anderen Athleten.

Angeschlagen war allerdings ihr Arm. Eine Entzündung macht Janine Hunsperger sporadisch zu schaffen und sorgte für eine leichte Instabilität, was das Zielen erschwerte. Umso willkommener war ihr die Zeit nebst dem sportlichen Programm, um Ankara zu erkunden. «Turniere sind nebst aller Anstrengung immer auch ein wenig wie Ferien», sagt die 15-Jährige, die das Reisen liebt. 2015 weilte sie auf Sportmission etwa in den USA, in Dänemark, Frankreich, Luxemburg, Italien und Deutschland. Sie schätzt die Freundschaften, die sie mittlerweile mit Schützen aus aller Welt pflegt und ihr kontinentübergreifende Diskussionen über Material, Technik und Trainings ermöglichen.

Mit Rap zur Ruhe

Mit den Schweizer Meisterschaften endet in zwei Wochen die Indoor-Compound-Saison, ehe es mit Outdoor-Turnieren weitergeht. Bis dahin will Janine Hunsperger weiter an ihren mentalen Fähigkeiten feilen. «Es mag seltsam klingen, aber um mich zu beruhigen, höre ich vor dem Schiessen amerikanische Rapmusik», verrät sie. Für ihre technischen Fortschritte erhielt die Aargauerin von ihren Trainern Marco Petraglio, Juan Carlos Holgado und ihrem Vater Thomas Hunsperger zuletzt viel Lob. Anlässe wie zuletzt die WM motivieren das Schweizer Talent, weiter täglich zu trainieren. Das ist auch nötig auf dem Weg zum nächsten grossen Ziel. «Es sieht danach aus, als ob Compound 2020 ins Olympische Programm aufgenommen wird. Da wäre ich natürlich gerne dabei», sagt Janine Hunsperger.

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