Inlineskating
Inlineskater Yves Reist erbringt grossen Aufwand für den Erfolg

Yves Reist aus Oftringen strebt diese Woche an den Elite-Inlineskating-Europameisterschaften im ungarischen Szeged gleich in zwei Disziplinen eine Top-Ten-Klassierung an.

Fabio Baranzini
Drucken
Teilen
Yves Reist will seine Gegner in den Schatten stellen. Elsbeth Wenger/zvg

Yves Reist will seine Gegner in den Schatten stellen. Elsbeth Wenger/zvg

Bereits eine Woche vor dem Start der Europameisterschaften ist Reist gemeinsam mit den übrigen Schweizer Athleten nach Ungarn gereist, um sich optimal an die lokalen Bedingungen anzupassen. Denn die Bahn, auf der die Wettkämpfe ausgetragen werden, hat es in sich. «Sie ist kürzer und enger als normal, und zudem ist der Kurvenradius kleiner. Daher muss ich die Kurven anders anfahren, woran ich mich erst noch gewöhnen muss», erklärt Reist, der bereits unliebsame Bekanntschaft mit der rutschigen Bahn in Szeged gemacht hat. Am Donnerstag ist er im Training gestürzt und hat sich mehrere Schürfwunden zugezogen. «Glücklicherweise sind die Wunden nur oberflächlich, und ich werde deswegen keine Problem haben bei den EM-Rennen», gibt Reist Entwarnung.

Gleich fünfmal wird der 21-jährige Aargauer, der amtierender Kurzdistanz-Schweizer-Meister und Langdistanz-Vizemeister ist, in Ungarn starten. Bei den Rennen über 500 und 1000 Meter rechnet er sich die grössten Chancen aus. «Ich mag diese beiden Distanzen, denn es ist immer alles offen und am Ende gewinnt nicht immer der Stärkste», so der Oftringer. Sein Ziel ist es, sowohl über 500 als auch über 1000 Meter unter die besten zehn zu fahren.

Neben seinen beiden Lieblingsdisziplinen wird Reist auch über 300 Meter, beim Ausscheidungsrennen und beim Punktrennen starten, wobei Nationaltrainer Kalon Dobbin glaubt, dass er auch beim Punkterennen Chancen auf eine Topklassierung hat. Diese Prognose ist nicht unbegründet, denn Reist feierte in dieser Disziplin mit dem 4. Rang an der EM vor einem Jahr den bislang grössten Erfolg seiner Karriere.

Training um 5 Uhr morgens

Damit Reist an der diesjährigen EM wieder ähnlich gute Resultate erzielen kann wie im Vorjahr, hat er in den vergangenen zwei Monaten ein intensives Aufbautraining bestritten. Pro Woche trainierte er rund 20 Stunden. «Neben dem Skaten verbrachte ich auch viel Zeit im Kraftraum, und einmal pro Woche unternahm ich eine mehrstündige Velotour», erzählt er. Den grossen zeitlichen Aufwand, den der junge Aargauer mittlerweile seit mehreren Jahren fürs Inlineskaten auf sich nimmt, ist umso erstaunlicher, wenn man bedenkt, dass er neben dem Sport eine Lehre als Elektromonteur und anschliessend in diesem Sommer die Berufsmatur erfolgreich abschloss.

Teilweise stand Yves Reist um fünf Uhr morgens auf, um zu trainieren, arbeitete danach den ganzen Tag und absolvierte am Abend noch eine zweite Trainingseinheit. «Das war schon sehr hart, doch für meinen Sport mache ich das gern», so Reist.

Aktuelle Nachrichten