Boardercross
In zwei Wochen um die ganze Welt

Nach Abstechern nach Amerika und Südkorea ist Fabio Caduff in Kanada gelandet. Dazwischen hält er immer wieder in Anglikon. Zwischenstopps in der Schweiz seien nötig, um etwas zur Ruhe zu kommen, sagt der Freiämter Weltklasse-Boarder.

Francesca Perrotta
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Vielflieger Fabio Caduff setzt am Weltcup in Kanada trotz Verletzungen zum Höhenflug an. Keystone

Vielflieger Fabio Caduff setzt am Weltcup in Kanada trotz Verletzungen zum Höhenflug an. Keystone

Aargauer Zeitung

Alles begann Mitte Januar am Weltcup im spanischen La Molina. Caduff setzt sich in der Qualifikationsrunde souverän durch, erleidet aber in der K.-o.-Phase einen Sturz und muss aufgeben. Trotz frühzeitigen Ausscheidens lässt er sich der 26-jährige Angliker nicht unterkriegen – im Gegenteil: Er ist zufrieden mit seiner Leistung am Weltcup und schaut vorwärts, denn mit der Teilnahme an den X-Games im amerikanischen Aspen erfüllt sich dieses Jahr ein Traum für den Aargauer. So fliegt Caduff von Spanien zurück nach Anglikon, kuriert seine Prellung am Becken und steigt wieder ins Flugzeug nach Colorado (USA).

Die X-Games halten, was sie versprechen – extrem sind die Pisten, extrem die Bedingungen. Auch hier schafft es Caduff in die Finalrunde, auch hier hat er Pech: Nach dem Start führt er das Feld an, kommt aber aus dem Gleichgewicht, stürzt, fährt weiter und kann doch nicht mehr mithalten. Der Schmerz ist zu gross. Fazit: Eine Fersenprellung und ein 19. Platz. Der Fuss muss gekühlt werden – dafür hat Caduff während des Rückflugs in die Schweiz genügend Zeit. «Aspen war mega geil, nur über das Resultat bin ich sehr enttäuscht. Meine Leistung war gut und ich hätte bestimmt besser abgeschnitten, wenn der Unfall nicht gewesen wäre», sagt Caduff.

Von Anglikon nach Südkorea

Nach einigen Tagen Erholung in Anglikon geht die Reise weiter, diesmal zum Weltcup ins südkoreanische Pyongyong. Der erste Blick auf die Rennpiste lässt Caduff Böses erahnen und seine Bedenken werden kurz darauf bestätigt: Am ersten Trainingstag wird verkündet, dass der Weltcup nicht stattfinden kann, da die Strecke zu gefährlich ist. Ein Tag harrt der Aargauer im Skigebiet aus, fährt dann nach Seoul zurück, wo er sich wenigstens kulturell eine schöne Woche macht.

Enttäuscht über den Ausfall des Cups ist er aber nicht. «Ich bin am ersten Tag kurz aufs Brett gestanden und es lief mir gar nicht gut. Daher kam der Ausfall für mich sehr gelegen. Wäre ich aber gesund gewesen, hätte ich mich sehr geärgert, denn solche Fehler dürfen nicht passieren», meint er. Nach seinem Aufenthalt in der südkoreanischen Hauptstadt besteigt er wieder das Flugzeug und fliegt zurück in die Heimat. Vier Tage geniesst Caduff in Anglikon zu Hause seine Ruhe. Dann wird wieder gepackt. Ziel: Kanada, wo diese Woche der nächste Weltcup stattfindet. Er sei bewusst nicht direkt von Korea nach Kanada geflogen. Zwischenstopps in der Schweiz seien nötig, um etwas zur Ruhe zu kommen: «Kein Hotel dieser Welt ist so gemütlich wie das eigene Zuhause. Der Erholungsfaktor war so viel grösser.» Ausserdem hat sich Caduff an das viele Reisen gewöhnt.

Schneemassen in Kanada

Zurzeit befindet er sich in Québec, das «mit Schnee überschwemmt ist». Von seiner Verletzung, die er sich in Spanien zugezogen hat, hat sich Caduff weitgehend erholt. Viel mehr zu schaffen macht ihm seine Prellung an der Ferse. «Obwohl es schon drei Wochen her ist, tut es noch immer weh. Ich habe seither nicht ernsthaft trainiert.» Für das kommende Rennen hat sich Caduff eine Ersatzferse aus Schaumstoff gebastelt mit der ihm das Fahren leichter fallen soll. Sein Ziel für den Weltcup ist es, genügend Punkte zu sammeln, um Ende Saison unter den Top 30 zu sein. Ob es ihm gelingen wird, ist abhängig von seiner Verletzung. Caduff ist zuversichtlich.

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