Seilziehen
In Sins ziehen Männer aus aller Welt am selben Strang

In Sins trafen sich die stärksten Seilziehteams zum internationalen Kräftemessen. Sie betrieben beste Reklame für ihren Sport und der Veranstalter Werbung in eigener Sache.

Daniel Weissenbrunner
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Der äussere Rahmen hatte Postkartenformat. Die Rigi thronte direkt hinter der Arena auf dem Reitgelände in Auw. In der Mitte des Wettkampfgeländes rangen die Teams zwei Tage lang um jeden Meter.

«Leider hat es mit dem Visum nicht geklappt»

Der Seilziehclub Sins feierte am Wochenende sein 40-jähriges Bestehen. Die starken Männer und Frauen aus den grossen Tauziehnationen folgten der Einladung und fanden den Weg ins Freiamt. Bis auf die Delegation aus Nigeria: Den Afrikanern wurde im letzten Moment die Einreise verweigert. «Leider hat es mit dem Visum nicht geklappt», bedauert OK-Präsident Albert Villiger die Absage.

Am logistischen Aufwand änderte das Fernbleiben der Westafrikaner nichts. Von den 600 angemeldeten Sportlern, mussten rund die Hälfte in Unterkünften in der näheren Umgebung untergebracht werden. Die Logis reichten von Zivilschutzräumen über Jugendherbergen bis hin zum Hotel. Den Aufwand, den Albert Villiger und sein Team die Woche betrieben, besass alles andere als den Charakter einer Provinzveranstaltung. Der ganze Verein war fast um die Uhr auf den Beinen und zog sprichwörtlich an einem Strang.

Erfolgreicher Nachwuchs

Das Ergebnis konnte sich sehen lassen. Rund 3000 Besucher säumten an den drei Tagen das Wettkampfgelände. Nicht nur die Verpackung stimmte, sondern auch der Inhalt. Die fachkundigen Besucher bekamen Sport auf höchstem Seilzieh-Niveau serviert. Und was aus Sinser Sicht besonders erfreulich war.

Die U19- und U23-Teams entschieden ihre Kategorien zu ihren Gunsten. «Unsere Nachwuchsabteilung zählt zu den besten des Landes, weiss Albert Villiger. Die nächste Gelegenheit, sich einem grösseren Publikum zu präsentieren, bietet sich bald. Im September finden die Weltmeisterschaften in Appenzell statt. Gut möglich, dass auch einige Sinser in der Ostschweiz Hand anlegen werden.