FC Aarau
In die Wüste statt zu Aarau

Er war Trainer beim FC Aarau. Nun wird Ryszard Komornicki höchstwahrscheinlich Ausbildungschef beim ägyptischen Verein El Gouna.

Ruedi Kuhn
Drucken
Teilen

Aargauer Zeitung

Der Fussball ist in den seltensten Fällen eine Herzensangelegenheit. Sentimentalitäten gibts fast keine. Zum Leidwesen von Trainer Ryszard Komornicki. Er hat lange auf ein Zeichen des FC Aarau gewartet. Ein Gespräch mit den Klubbossen gab es keines. Passiert ist also nichts. Gar nichts. Dabei wäre der Erfolgstrainer der Saisons 2007/08 und 2008/2009 allzu gerne an seine frühere Wirkungsstätte zurückgekehrt.

Nach dem sportlichen Absturz in der Vorrunde mit zuletzt zwei mickrigen Punkten aus neun Spielen schien die Entlassung vom jungen und unerfahrenen Aarauer Chefcoach Ranko Jakovljevic eigentlich beschlossene Sache. Ob es tatsächlich zu einem Trainerwechsel kommt, geben Präsident Alfred Schmid, Vizepräsident Roger Geissberger und Sport-Koordinator Urs Bachmann morgen an einer Medienkonferenz im Brügglifeld bekannt. Noch ist alles möglich.

Neben der Trainerfrage informieren die Vereinsverantwortlichen auch über Zuzüge und Abgänge innerhalb des Kaders, über das Ende Januar stattfindende zehntägige Trainingslager in Südafrika und über den neuen Hauptsponsor, der die Winkler Veranstaltungstechnik AG mit Sitz in Wohlen ablösen wird.

Zurück zu Komornicki, der im neuen Jahr höchstwahrscheinlich die Stelle als Ausbildungschef beim ägyptischen Verein El Gouna antreten wird. Der 50-Jährige wird vornehmlich in der Hauptstadt Kairo arbeiten und als Scout des Klubs sowie als Trainer der U21- und U17-Auswahlen tätig sein. Nach langwierigen Verhandlungen steht er vor der Unterschrift eines gut dotierten Zweijahresvertrags. Noch müssen allerdings zwei, drei Details geregelt werden.

Komornicki hat schwierige Zeiten hinter sich. Nach den zwei hervorragenden Jahren beim FC Aarau mit den beiden fünften Plätzen in der Super League läuft er seit dem Frühling 2009 seinem Glück hinterher. Die Gastspiele bei Gornik Zabrze und beim FC Wil waren für ihn nicht mehr als Notlösungen. Seit der 20-fache polnische Internationale die in sportlichen und finanziellen Schwierigkeiten steckenden Ostschweizer im Herbst dieses Jahres auf eigenen Wunsch verlassen hat, wartet er vergeblich auf ein lukratives Angebot eines Super- oder Challenge-League-Vereins. Ob er mit dem Job als Talentförderer in der Wüste das grosse Los gezogen hat, ist zu bezweifeln. Zu wünschen wäre es ihm.

Aktuelle Nachrichten