Der Aargauer Philipp Isler arbeitet bei der Stadtpolizei Zürich. Für diese spielt er alle zwei Jahre an der nationalen Polizeihandball-Meisterschaft. Ab Dienstag wird Isler für einige Tage im baden-württembergischen Göttingen weilen. Dort findet vom 19. bis 24. Juni die Europäische Polizeimeisterschaft (EPM; www.epm-handball.de) statt. Der Badener spielt seit elf Jahren in der Nati der helvetischen Ordnungshüter und ist damit der Dienstälteste. «Ich bin ein richtig alter Hase», sagt der
34-Jährige.

Isler hat das Handballspiel beim TV Endingen gelernt, unter den Fittichen von Heinz Schärer, dem Erbauer der Nachwuchsabteilung, durchlief er alle Juniorenstufen. Bis zu seinem 26. Lebensjahr spielte er dort für 1.-Liga-Mannschaft, ehe er nach Baden zog und sich dem 1.-Ligisten RTV Baden anschloss. Vor vier Jahren entschloss der Surbtaler etwas kürzerzutreten, da Leistungssport schlicht mit seinem Beruf nicht mehr vereinbar war. «Der Trainingsaufwand war zu gross», so der Kreisläufer. Nun spiele er in der
3. Liga für den SV Lägern Wettingen und trainiere noch einmal wöchentlich.

Bereits in Frankreich dabei

Isler spielte bereits 2004 an der EM-Endrunde in Frankreich. «Damals ist unsere Qualifikationsgegner nicht angetreten», diesen März habe die Nati sich mit dem Sieg über Österreich auf sportliche Weise die Turnierteilnahme gesichert. Für die Nati zu spielen, sei einfach etwas Schönes. «Mit dem Schweizer Kreuz auf der Brust in die volle Halle einzulaufen, wenn die Nationalhymne erklingt, das ist ein hoch emotionaler Moment», beschreibt der Polizeihandballer sein erstes EM-Erlebnis. «Es lief mir eiskalt den Rücken runter.»

Titelambitionen hegt er keine, das wäre zu realitätsfremd. Andere Länder hätten in sportlicher Hinsicht viel professionellere Strukturen. Ziel sei es an der EPM mindestens einen Sieg einzufahren, um sich die direkte Qualifikation für das nächste Turnier in vier Jahren zu sichern. Der Haudegen kennt alle Tricks auf seiner Position – «auch die internationalen», betont er lachend. In Göttingen werde mehr Härte gefragt sein, dafür könne er sich auch mehr erlauben. Philipp Isler wird also seine volle Erfahrung einsetzen können.