FC Aarau

In allen Belangen zu wenig: Der FC Aarau kassiert in Wil eine deutliche Niederlage

Der FC Aarau zieht beim FC Wil einen rabenschwarzen Nachmittag ein und verliert deutlich mit 0:3! Dass die Aarauer bei der 6. Saisonniederlage auch gleich noch einen Penalty verschiessen, passt zum schwachen Auftritt der Gäste. Für den FCA rückt damit der Barrage-Platz in weite Ferne.

«Wir knacken die Rüebliländer», stichelten die Wiler vor der Partie mit Plakaten, auf denen die Spieler des Heimteams herzhaft in ein Rüebli beissen. Ob nach dem Schlusspfiff in der Wiler Garderobe eine Rüeblitorte stand, ist nicht überliefert.

Verdient hätte sich die Mannschaft von Trainer Ciriaco Sforza etwas Süsses allemal: Sie hat ihren Job an diesem Nachmittag erfüllt und die für Wiler Verhältnisse vielen Zuschauer (insgesamt 2090) für deren Kommen belohnt. 3:0 gegen das «grosse» Aarau und Rang 2 nach dem ersten Saisondrittel – mehr kann man vom Klub mit dem drittkleinsten Budget der Challenge League (2,7 Millionen Franken) nicht verlangen.


Ganz anders die Grosswetterlage beim FC Aarau: Rang 7, mit sechs Niederlagen die zweitmeisten hinter dem inferioren Tabellenschlusslicht Chiasso und mit 28 Gegentoren die schlechteste Abwehr der Liga.

Auch unter Berücksichtigung des im Gegensatz zur vergangenen Saison schwächeren Kaders: Das ist für die finanziell drittstärkste Kraft der Liga ein schlechtes Zeugnis. Oder wie Captain Elsad Zverotic und Trainer Patrick Rahmen unisono urteilen: «Viel zu wenig für unsere Ansprüche.»


Zu emotionslos, zu ideenlos und defensiv katastrophal


Eine Woche nach dem 1:3 gegen Ligakrösus Lausanne, gegen den Verlieren einer gewissen Logik entspricht, durfte man in Wil getrost eine Reaktion erwarten. Ein Statement in Richtung der Wiler à la: «Wo ihr in der Rangliste steht, müssten eigentlich wir sein».


Ansporn genug für die Spieler? Das dachte man – und Zverotic sagte nach dem Schlusspfiff: «Wir Spieler sind uns der Situation ganz sicher bewusst. Wenn ich eine Lösung für unsere Probleme im Kopf hätte, würde ich sie hier und jetzt nennen.»

Zverotic mag recht haben, einem Spieler Arbeitsverweigerung zu attestieren, wäre verfehlt. Doch ein Team, das sich spürbar gegen die Abwärtstendenz wehrt, war es halt auch nicht. Da ist auch die «Was wäre wenn»-Diskussion, hätte der Schiedsrichter dem FCA beim Stand von 0:1 nicht zu Unrecht einen Penalty verweigert, müssig.


Die Ursachen für die Niederlage liegen woanders: Abgesehen von den 15 Minuten nach der Halbzeit, in denen Wil-Goalie Kostadinovic glänzend die Abschlüsse von Rossini und Neumayr parierte, war die Körpersprache zu emotionslos, das Offensivspiel zu ideenlos und das Defensivverhalten einer ambitionierten Challenge-League-Mannschaft gar unwürdig.

Womit wir bei der Mega-Baustelle des FC Aarau wären: nicht jene im Stadtteil Torfeld Süd, über deren Zukunft am 24. November das Aarauer Stimmvolk sein Urteil fällt. Sondern die Art und Weise, wie die Mannschaft Tore kassiert: Beim 0:1 nach einer halben Stunde düpieren Assistgeber Stojilkovic und Torschütze Brahimi die Aarauer Leo, Thaler und Mehidic. Es war die erste Torchance und die Konsequenz daraus umso bitterer für Aarau, das bis zum 0:1 ungefährlich, aber optisch überlegen agierte.


Und dann das 0:2: Mehidic, oh Mehidic! Als der Bosnier einen Wiler Pass ins Niemandsland den Ball zurück ins Spiel holen will, bemerkt er den heransprintenden Duah nicht, lässt sich den Ball abnehmen und muss am Boden liegend zusehen, wie sich in der 74. Minute die Hoffnungen auf einen Punktgewinn in Luft auflösen. Das 0:3 durch Silvio (84.) und der in der Nachspielzeit verschossene Penalty von Aarau-Stürmer Misic fassen in der Folge das Geschehen perfekt zusammen.


Wie dem Mittelmass entkommen? Wo genau den Hebel ansetzen? Eine konkrete Antwort hat direkt nach Spielschluss auch Aarau-Trainer Rahmen nicht parat: «Hart arbeiten, die Fehler abstellen und die Torchancen, die wir haben, nutzen.» Das sind die Aufgaben der Spieler. Jene von Rahmen ist es, in den nächsten Tagen das geeignete Personal für das Auswärtsspiel beim Aufsteiger Stade Lausanne-Ouchy zu bestimmen. «Ich werde in den Trainings genau beobachten, wer mitzieht und gewillt ist, den Karren aus dem Dreck zu ziehen.» Das tönt schon fast nach einer Drohung für die in Wil einmal mehr enttäuschenden Routiniers.

Hier geht es zu den Video-Highlights der Partie.

Sie haben die Partie verpasst? Lesen Sie hier im Liveticker alles über die 0:3-Niederlage des FCA nach.

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