Fussball
Im zweiten Frühling? Sven Lüscher mausert sich zum Torschützen vom Dienst

Sven Lüscher hat in seinen zwei Einsätzen nach der Winterpause zwei Tore erzielt. Privat steht er vor einem wichtigen Termin. Am 5. März feiert er den 30. Geburtstag. Doch zuerst folgt am Samstag die Partie gegen Luzern

Ruedi Kuhn
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Aaraus Sven Lüscher feiert nach seinem 2:0 gegen die Grasshoppers.

Aaraus Sven Lüscher feiert nach seinem 2:0 gegen die Grasshoppers.

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Die typischen Tugenden eines Spielers des FC Aarau? Er ist ruhig, sachlich, nüchtern, bescheiden, freundlich, anpassungsfähig, pflichtbewusst, ehrgeizig, zielorientiert und hat einen trockenen Humor.

Sven Lüscher verkörpert all diese Eigenschaften. Er passt zum Verein wie ein Ei zum andern. «Ich bin kein Lautsprecher und eher zurückhaltend», sagt Lüscher. «Passiert auf dem Spielfeld aber etwas Ungerechtes, kann ich schon aus mir heraus kommen und laut werden, ja sogar ausrufen. Ich mag es nicht, wenn man mich unfair behandelt.»

Lüscher, der Pflegeleichte

Lüscher ist ein Mann der pflegeleichten Sorte. Bis zum letzten Vorrundenspiel dieser Saison gegen den FC Thun (2:1) sorgte er sportlich kaum für Schlagzeilen. Gegen die Berner Oberländer schlug er allerdings zu. Und wie: Der Schuss aus rund 20 Metern mit dem starken rechten Fuss zum 1:0 war eine Augenweide. Und in den zwei Einsätze nach der Winterpause gegen St. Gallen (1:1) und gegen die Grasshoppers (2:1) gelangen ihm erneut zwei Treffer.

Erst während Monaten kein Tor und dann in drei Partien gleich drei Treffer - Zufall oder was? «Nein», sagt Lüscher. «Das ist kein Zufall. Die Vorbereitung im Hinblick auf die Rückrunde war kurz und intensiv. Das kommt mir entgegen. Ausserdem blieb ich verletzungsfrei und nähere mich langsam, aber sicher der Topform.»

Seine Rolle gefunden

Vor der zweiten Hälfte der Saison kam Lüscher im rechten Mittelfeld zum Einsatz. Gegen St. Gallen und gegen die Grasshoppers liess ihn Trainer René Weiler in der zentralen Aufbaureihe spielen.

Die Nummer 14 des FC Aarau hat damit keine Probleme. Im Gegenteil. «Ich spiele gerne im Zentrum», erklärt Lüscher. Kommt hinzu, dass das Zusammenspiel mit Mittelstürmer Linus Hallenius sehr gut klappt.»

Ein Jahr nach dem Wechsel von Winterthur ins Brügglifeld hat Lüscher seine Rolle im Team des FC Aarau gefunden. Mehr noch. «Ich fühle mich als Leader und will Verantwortung übernehmen», sagt er.

Am Samstag gegen Luzern

Verantwortung übernehmen kann er am Samstagabend in der Partie gegen den FC Luzern. Luzern ist ein gutes Stichwort. Beim 4:2-Sieg in der Vorrunde vor 8000 Zuschauern im Brügglifeld konnte sich Lüscher gleich drei Assists gut schreiben lassen.

Die Vergangenheit interessiert ihn allerdings nur am Rande. Es zählt die Gegenwart. «Wir haben dreimal in Folge nicht verloren. Diese kleine Serie wollen wir fortsetzen», hält er fest. Sportlich läuft es Lüscher momentan nach Wunsch.

Privat steht er vor einem wichtigen Termin. Am 5. März feiert er den 30. Geburtstag. Damit rückt für ihn der zweite Frühling als Profi immer näher. Wetten, dass Lüscher sein Potenzial noch nicht ausgeschöpft hat?