Beachsoccer
Im Spagat zwischen Aserbaidschan und Portugal

Kaum von den Europa Spielen in Baku zurück, steht für den 29-Jährigen bereits die WM in Portugal auf dem Programm. Dort will er mit der Nationalmannschaft besser spielen als in Aserbaidschan.

Fabio Baranzini
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Dejan Stankovic zeigt seine Ballkünste in der Aarauer Altstadt.

Dejan Stankovic zeigt seine Ballkünste in der Aarauer Altstadt.

Fabio Baranzini

Eigentlich hat Dejan Stankovic drei trainingsfreie Tage verordnet bekommen nach der Rückkehr von den Europa-Spielen in Baku. Drei Tage ohne Fussball? Für den 29-Jährigen ist das praktisch ein Ding der Unmöglichkeit. Und so muss man ihn nicht zweimal bitten, für das Fotoshooting in der Aarauer Altstadt mit dem Ball zu jonglieren. «Ist es gut so?», fragt er, nachdem die ersten Bilder geschossen sind. Ohne die Antwort abzuwarten, fügt er hinzu: «Komm, ich mach noch eine Runde.» Sagt es, schnappt sich den orangefarbenen Ball und beginnt wieder zu jonglieren.

Dejan Stankovic bezeichnet sich selbst als fussballverrückt. Das muss der Torschützenkönig und wertvollste Spieler der Beach-Soccer-WM 2009 auch sein. Der Routinier, der in der Schweizer Nationalmannschaft seit Jahren einer der absoluten Leistungsträger ist, absolviert für seine grosse Leidenschaft ein Mammutprogramm.

Neben seinem 60-Prozent-Pensum im Innendienst eines Ingenieurbüros in Altstetten, wo er seit zehn Jahren arbeitet, bestreitet Dejan Stankovic die Meisterschaft mit GC, spielt zudem ab und zu in der italienischen Liga, hat ein Turnier mit dem FC Barcelona absolviert und steht regelmässig im Dress der Schweizer Nationalmannschaft im Einsatz. «Ich mache das seit 10 Jahren so. Mittlerweile bin ich zwar fast 30, aber ich fühle mich topfit. Solange der Wille da ist und mein Umfeld mich unterstützt, werde ich weitermachen», sagt Stankovic.

Highlight in Baku

In dieser Saison hat der gebürtige Freiämter, der seit zehn Jahren in der Region Aarau wohnt, auf ein Engagement in der russischen Liga verzichtet. Dafür hat die Zeit gefehlt, denn in diesem Jahr stehen viele Einsätze mit der Nationalmannschaft auf dem Programm. Die Europa-Spiele in Baku, die vergangene Woche zu Ende gingen, waren ein Highlight.

«Das war einmalig. Wir wohnten drei Wochen im Athletendorf, haben die Eröffnungsfeier erlebt und Wettkämpfe der anderen Sportler verfolgt. Auch organisatorisch war alles tipptopp. Ich weiss nicht, ob ich so etwas nochmals erleben darf», schwärmt Stankovic. Doch so gut das Drumherum auch war, mit dem Abschneiden der Schweizer Beach-Soccer-Auswahl war der Stürmer überhaupt nicht zufrieden.

Eine Medaille hatten sie sich zum Ziel gesetzt, haben diese mit Rang vier aber knapp verpasst. «Wir haben unsere Aufgabe nicht erfüllt. Unsere Leistung war nicht o. k. und wir konnten während des gesamten Turniers vielleicht etwa 30 Prozent unseres wirklichen Potenzials abrufen», findet Stankovic klare Worte. «Das war ein Warnschuss und ich bin wirklich froh, haben wir das schlechte Turnier durch, denn zweimal hintereinander wird uns das nicht passieren.»

Grosses Potenzial

Stankovic ist überzeugt, dass die Nationalmannschaft derzeit über ein riesiges Potenzial verfügt. Die Mischung aus Kämpfern und Technikern, aus Routiniers und jungen Wilden stimmt. Dass die Schweizer Beach-Soccer-Spieler mehr draufhaben, als sie in Baku gezeigt haben, wollen sie an der WM, die am kommenden Donnerstag in Portugal beginnt, unter Beweis stellen.

Die Schweizer gehören dabei nicht zu den Topfavoriten, haben aber durchaus Aussenseiterchancen. «Wenn wir uns in einen Lauf spielen, dann ist alles möglich», glaubt Stankovic. Dafür ist jedoch ein Sieg im Startspiel gegen Oman Pflicht. Und wer weiss, vielleicht sorgt ja ein Aargauer für die nötigen Tore, denn neben Stankovic greift auch Noel Ott aus Wettingen, der aktuell zu den besten Spielern der Welt zählt, ins Geschehen ein.

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