FC Aarau
Im Brügglifeld gibt sich mit Ezgjan Alioski die momentane Attraktion der Super League die Ehre

Luganos Flügelstürmer ist in der obersten Spielklasse momentan Leader der Torschützenliste. Doch auch im Cup will der Mazedonier hoch hinaus. Deshalb sieht er sein Team klar in der Favoritenrolle.

Ruedi Kuhn
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Ezgjan Alioski sorgt diese Saison auf dem Platz für Furore.

Ezgjan Alioski sorgt diese Saison auf dem Platz für Furore.

Keystone

Ezgjan Alioski ist nicht nur ein guter Fussballer. Ezgjan Alioski hat auch ein gutes Gedächtnis. «Ich habe in meiner Karriere einmal im Brügglifeld gespielt», blickt der 24-jährige Mazedonier zurück. «Eigentlich mag ich die Atmosphäre im kleinen, etwas in die Jahre gekommenen Stadion. Sogar mit wenigen Zuschauern kommt schnell einmal Stimmung auf. Aber die Erinnerung an meinen bisher einzigen Auftritt ist alles andere als gut. Es war mit dem FC Schaffhausen. Wir hatten beim 0:2 gegen einen starken FC Aarau keine Chance.»

Tatsächlich: Am 26. September 2015 verloren die Nordostschweizer im Brügglifeld mit 0:2. Alioski wurde nach einem Länderspiel-Einsatz mit Mazedonien in der zweiten Halbzeit eingewechselt, konnte aber die Niederlage nicht verhindern. Mit dem FC Lugano sind die Vorzeichen für ihn um einiges besser als mit Schaffhausen.

Alioski im Einsatz für Mazedonien.

Alioski im Einsatz für Mazedonien.

Keystone

Wie lange noch im Lugano-Dress?

Einerseits reiten die Tessiner auf einer Erfolgswelle und mischen die Super League mit erfrischendem Offensivfussball auf. Anderseits hat der während langer Zeit als ewiges Talent verschriene Alioski in den vergangenen Jahren eine erstaunliche Entwicklung gemacht. Aus dem eher unscheinbaren Junior des FC Flamatt, dem früheren Reservisten der Berner Young Boys und dem biederen Aussenverteidiger des FC Schaffhausen ist ein Flügelstürmer der Extraklasse geworden.

Alioski ist eine der schillerndsten Figuren der höchsten Spielklasse. Beim FC Lugano übernimmt der 1,72 Meter grosse Techniker momentan eine Fünffachrolle. Alioski ist Antreiber, Vorbereiter, Goalgetter, Unterhalter und Showman zugleich. Mehr noch. Für die Fans der Tessiner ist der junge Mann mit den blonden Haaren spätestens seit Beginn dieser Saison der Publikumsliebling. Mit acht Treffern in zwölf Spielen führt er das Torschützenklassement der Super League an. Das ist beeindruckend.

Mit seinen Toren schiesst sich Alioski immer mehr in die Herzen der Luganesi-Fans.

Mit seinen Toren schiesst sich Alioski immer mehr in die Herzen der Luganesi-Fans.

Keystone

Und deshalb braucht man auch kein Prophet zu sein, um vorauszusagen, dass der junge Mann den FC Lugano in der Winterpause, spätestens aber im kommenden Sommer, verlassen wird. Der FC Basel und die Berner Young Boys sollen den pfeilschnellen Techniker längst auf ihrem Radar haben. Interesse am kleinen Ballzauberer gibt es auch von Grossklubs aus der italienischen Serie A und der zweiten deutschen Bundesliga.

«Diesmal wollen wir die Trophäe»

Das alles ist Zukunftsmusik. Was zählt, ist die Gegenwart. Was zählt, ist der Cup-Achtelfinal zwischen dem FC Aarau und Lugano. Alioski gibt sich im Vorfeld der Partie optimistisch. «Der FC Aarau hat vom Spielermaterial her durchaus Super-League-Potenzial», sagt er. «Aber Lugano ist Favorit. Schliesslich haben wir im Cup zuletzt den Final erreicht und gegen den FCZ nur unglücklich 0:1 verloren. Diesmal wollen wir mehr. Diesmal wollen wir die Trophäe.»

Eine Bauchlandung, die wehtut: Lugano verliert den letztjährigen Cupfinal gegen Zürich mit 0:1.

Eine Bauchlandung, die wehtut: Lugano verliert den letztjährigen Cupfinal gegen Zürich mit 0:1.

Keystone

Der FC Aarau soll für die Tessiner also nur eine Zwischenstation auf dem Weg zum grossen Triumph sein. «Das Schöne am Cup ist, dass es nur Sieger und Verlierer gibt», erklärt Alioski. «Ich will immer gewinnen. Ich mag Unentschieden nicht. Und Niederlagen schon gar nicht.» Gut so: Dann also, Vorhang auf für den aktuellen Überflieger der Super League. Vorhang auf für Ezgjan Alioski!