Laufsport

Im Alleingang zum Doppelerfolg – Stähli räumt beim Dreiländer-Marathon ab

Lukas Stähli holt SM-Silber.Bild: Gerry Frei (Aarau, 28. April 2019)

Lukas Stähli holt SM-Silber.Bild: Gerry Frei (Aarau, 28. April 2019)

Trotz misslungener Hauptprobe gewann Lukas Stähli am Sonntag in Bregenz nicht nur den M35-Titel, sondern auch gleich noch SM-Elite-Silber. Trotz des Erfolgs plant der 36-jährige Läufer schon den nächsten Angriff: Er möchte die 2:20-Stunden-Marke knacken.

Vor 15 Jahren bestritt Lukas Stähli einen ersten Marathon. Mit einer Zeit von 2:37:54 Stunden sicherte er sich damals den U23-Schweizer-Meister-Titel. Jetzt feierte der 36-Jährige einen weiteren Marathon-Erfolg, und zwar gleich einen doppelten. Die Zeit von 2:23:38 Stunden führte ihn am Sonntag in Bregenz zum M35-Titel und – wesentlich wertvoller – hinter Patrik Wägeli zu SM-Elite-Silber. «Toll, nach dieser langen Zeitspanne», sagte er.

Wer nun vermutet, Stähli sei in den 15 Jahren seit seinem Nachwuchsmeistertitel zum versierten Marathon-Spezialisten avanciert, sieht sich getäuscht. Erst zum dritten Mal lief er am Sonntag über die Distanz von 42,195 km. Zu Beginn seiner Karriere richtete er sich vermehrt auf die langen Distanzen auf der Bahn sowie kürzere auf der Strasse aus.

Mit 10 000-m-SM-Silber 2009 sowie den zwei zweiten SM-Plätzen und einem dritten über 10 000 m, 10 km auf der Strasse und im Langcross erweiterte er seine Medaillensammlung 2010 auf zwischenzeitlich vier auf nationaler Stufe. Einen einzigen Marathon bestritt er nachher: 2013 mit einer Zeit von 2:29:37 in Frankfurt. 

Ferien-Vorbereitung im Engadin

Zwei Aargauer-Volkslauf-Meistertitel – im Frühling 2018 und in diesem Jahr – zeigten dem Betriebswirtschafter, dass der Leistungssport wieder höheren Stellenwert verdient. Auf die Marathon-Meisterschaft vom Sonntag bereitete er sich deshalb während zweier Monate gezielt vor.

Dreieinhalb Wochen Ferien investierte er für das Projekt Marathon-SM. In St. Moritz lief er und profitierte so zusätzlich vom Höheneffekt. «Ich kann eine Zeit von 2:20 Stunden ansteuern», war er sich schon vor dem Start sicher.

Das Rennen des Dreiländermarathons mit Start in Lindau (GER), dem östlichen Seeufer entlang in die Schweiz, mehreren Kilometern auf dem Rheindamm und dem Ziel in Bregenz (AUT) war eine anspruchsvolle Angelegenheit.

Das Spitzentrio um den späteren Meister Patrik Wägeli schlug sofort einen höheren Rhythmus an. Die Folge: Stähli war «vom Start bis ins Ziel alleine unterwegs». Er motivierte sich selber und trieb immer wieder an. Ebenso zu nutzen wusste er den Applaus der Zuschauer am Streckenrand. «Mein Körpergefühl ist sehr gut», munterte er sich immer wieder zusätzlich auf.

Doch hielt dieser Wunschzustand nicht an. Vielmehr musste er erkennen: «Die letzten acht Kilometer wurden übel.» Die Energiereserven schwanden. 15 bis 20 Sekunden büsste er pro Kilometer auf seinen Fahrplan ein.

Nun spielte die Muskulatur nicht mehr wunschgemäss mit. «Meine Vorbereitung war wohl etwas zu kurz, ich widmete mich zu wenig intensiv den längeren Intervall-Einheiten», erkannte er. Ein Pluspunkt auch in dieser schwierigen Phase aber: «Jetzt habe ich es in Griff bekommen mit der richtigen Pulverdosis des Sportgetränks.» Der Magen begann nie zu rebellieren.

Und noch etwas bestärkt ihn auf dem Weg zum nächsten Angriff auf die 2:20 Stunden: die schlechte Hauptprobe.

Zwei Wochen zuvor war er beim Greifenseelauf nicht annähernd an seine Wunschleistung herangekommen. 1:11:30 Stunden benötigte er Mitte September für die 21,1 km. Nun passierte er bei Streckenhälfte in 1:10:15. Nachträglich gewinnt er eine wichtige Erkenntnis daraus: «Ich liess mich durch das Greifenseelauf-Resultat nicht beunruhigen.»

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