13-jährig ist Swedishman, aber immer noch einsame Klasse in der Schweizer Traberszene. Der auf dem linken Auge blinde Wallach im Besitz von Carlo Pavone, der in Frankreich zehn weitere Pferde im Einsatz hat, kam in der 71. Meisterschaft der Traber zu einem überlegenen Sieg – dem dritten bei drei Starts in Aarau. Lange konnte er im Mittelfeld an den Innenrails Kräfte sparend mittraben, ehe es zur Sache ging.

Für die Akzente sorgten zunächst andere, etwa die achtjährige Stute Semola GK aus dem Stall Allegra Racing Club, die den besten Start erwischte und bis in den Einlauf in Führung lag. Nicht kampflos: Dafür sorgten die beiden Pferde der Ecurie Turrettini, die vor allem auf der Gegenseite Druck auf die Führende machten: in deren Rücken Attenarco, der Meister 2016/ 2017, und auf zweiter Spur Elattori.

Verfolger hielten Druck auf die Führende hoch

Vergeblich versuchte Semolas Trainer und Fahrer Loris Ferro Henri Turrettini und Vitor Nunes de Oliveira zu verstehen zu geben, dass vorderhand Swedishman eingeklemmt sei und es daher keinen Sinn mache, unnötig Kräfte zu verpuffen.

Ende der letzten Gegenseite, als das hohe Tempo das Feld auseinanderzog, fand Swedishmans Trainerin und Fahrerin Patricia Felber die nötige Lücke und zog den Favoriten auf die zweite Spur hinaus. Besitzer Pavone meinte, sein Crack kenne die Aarauer Bahn nun gut, er möge sie und wisse auch, wo er angreifen müsse.

Im Schlussbogen drehte Swedishman auf und kam mit Speed in den Einlauf. Die beiden Turrettini-Pferde zollten dem Kräfteverschleiss Tribut, sodass sich auf der Geraden der Abstand auf Semola GK vergrösserte.

Allerdings hatte auch die Stute nicht die Mittel, den Angriff des Favoriten abzuwehren. Swedishman ging locker an ihr vorbei und liess sie im Ziel um neun Längen hinter sich. Loris Ferro, der Semola GK schon vor zwei Jahren auf den zweiten Platz gefahren hatte, blieb im Ziel die Genugtuung, diesmal die Gelb-Grünen hinter sich gelassen zu haben.

Der erst fünfjährige Hengst Elattori, der fast das ganze Rennen Nase im Wind gelaufen war, wurde immerhin noch Dritter. Attenarco musste schliesslich, wie schon letztes Jahr, wegen Gangartproblemen disqualifiziert werden.

Ein sehr gutes Rennen lief der Aussenseiter Super Berry Chenou. Jean-François Johners 13-jähriger Wallach sicherte sich den vierten Platz im Elferfeld – vor Global Spotify, einem weiteren Aussenseiter.

Etoile des Vernes siegt im Jagdrennen

Das Highlight aus Aargauer Sicht war der Sieg von Etoile des Vernes im Jagdrennen. Urs Bürchlers fünfjährige Stute, trainiert vom Reinacher Hansjörg Speck, setzte sich in einem packenden Finish unter Carina Schneider gegen Bebel durch.

Mit Andrea Kretschmers Vaihau im Hürdenrennen (Sieger Be My Hope) und Stall Schachens Beaumar im Cross Country, wo der Sieg an den tschechischen Gast Sweet Red Wine ging, verbuchte Trainer Speck auch zwei zweite Plätze.