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IHC Rothrist gewinnt zum ersten Mal den Schweizer Cup

In La Neuveville holen sich die Männer des IHC Rothrist den ersten nationalen Titel. Die Westaargauer gewinnen den Schweizer Cupfinal mit einem 7:3-Finalsieg gegen Sayaluca Lugano.

Michael Wyss
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Rothrist-Trainer Manfred Bader (Zweiter von rechts) und die IHCR-Betreuer freuen sich über den Cupsieg.

Rothrist-Trainer Manfred Bader (Zweiter von rechts) und die IHCR-Betreuer freuen sich über den Cupsieg.

mwy

Lange sah es aber nicht danach aus. Gut 26 Minuten waren im Schweizer Cup-Final zwischen Sayaluca Lugano und Rothrist gespielt, als der Tessiner Raffaele Meli in Überzahl mit einem abgelenkten Schuss bereits das 3:0 für seine Farben erzielen konnte. Wenig sprach noch für den Oberklassigen aus dem Aargau, das NLB-Team aus der Südschweiz war drauf und dran, eine weitere Überraschung zu schaffen. «Man hat gemerkt, dass wir zu Beginn der Partie nervös waren», sagte Rothrist-Trainer Manfred Bader, «wir haben viele einfache Fehler gemacht.» So kam der IHCR gegen defensiv solide Tessiner lange zu keinen guten Chancen. Nur einige Weitschüsse flogen in Richtung Sayaluca-Tor, allerdings ohne die nötige Präzision. «Natürlich wird man unruhig, wenn man 0:3 zurückliegt», gab der Rothrister Ivan Zietala zu.

Der Topskorer weist den Weg

Erst in der 29. Minute – nach knapp der Hälfte des Spiels – war es endlich so weit. IHCR-Topskorer Georg Riva fasste sich während des vierten Powerplays der Aargauer ein Herz und traf zum erlösenden 1:3. «Das haben wir gebraucht», erklärte Manfred Bader, «danach war es fast ein Selbstläufer.» Ganz so einfach war es selbstverständlich nicht, aber man spürte bei den Rothristern die befreiende Wirkung des ersten Treffers. Exakt fünf Minuten nach dem ersten Tor folgte für den IHCR das zweite. Roman Zietala, der sich gestern insgesamt vier Skorerpunkte gutschreiben lassen konnte, profitierte von einem Abpraller und versenkte den Ball sicher im gegnerischen Gehäuse. Lugano tauchte nun nur noch vereinzelt vor Rothrist-Goalie Michael Kohler auf, weshalb der Ausgleich vor der zweiten Pause auch nicht überraschend kam. Das 3:3 war eine Kopie des 1:3. Wieder wurde Georg Riva in Überzahl halb rechts von Diego Moor bedient und er zeigte sich erneut kaltblütig.

Auf die Pflicht folgt die Kür

Damit war die Pflicht erfüllt, was folgte, war die Kür. Schliesslich entschieden 68 Sekunden zwischen der 43. und 44. Minute zugunsten des NLA-Teams. Roman Zietala nach einer Mehrfachchance, Philipp Walser nach einem feinen Solo und Patrick Brasser mit einem sehenswerten Abschluss in die kurze Ecke sorgten für eine 6:3-Führung des Favoriten. Und in der 49. Minute kam es noch besser, als Roman Zietala mit dem siebten Rothrister Treffer alles klar machte. Zwar gaben sich die Luganesi bis zur Schlusssirene nicht auf, doch selbst beste Möglichkeiten konnte Sayaluca gegen einen nun bestechend starken Michael Kohler nicht nutzen. «Wir haben von Anfang an ein hohes Tempo angeschlagen und im dritten Drittel hat man dann gemerkt, dass wir konditionelle Vorteile haben», sagte Ivan Zietala – und fügte stolz an: «Das ist für jeden von uns das Grösste, was er im Sport bis jetzt erlebt hat.»