Challenge League
Igor Nganga sagt den Fans des FC Aarau auf Wiedersehen: «Ich werde euch vermissen»

Der kongolesische Publikumsliebling des FC Aarau verabschiedet sich am Montagnachmittag via «Facebook» von seinen Fans. Nach dem 1:0-Derbysieg in Wohlen war er vom FCA-Fanblock minutenlang gefeiert worden.

Dean Fuss
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FCA-Publikumsliebling Igor Nganga sagt via «Facebook» tschüss

FCA-Publikumsliebling Igor Nganga sagt via «Facebook» tschüss

Freshfocus

Am Montagnachmittag wendet sich Igor Nganga via «Facebook» an die Fans des FC Aarau und verkündet seinen Abschied. Der Post wird innert Minuten x-fach geliked und kommentiert.

Bereits am Samstag hatten die Fans den kongolesischen FCA-Publikumsliebling nach dem 1:0-Derbysieg in Wohlen gefeiert und so gebührend verabschiedet. Blicken wir nochmals darauf zurück:

«Igor, Igor, Igor», schallt es nach dem Schlusspfiff voller Inbrunst minutenlang aus dem Gästesektor in den Wohler Niedermatten. Igor Nganga lässt sich von den Fans ausgiebig feiern. Er tollt herum, als hätte er nicht gerade eben 96 kräftezehrende Minuten auf dem Platz absolviert. Der 29-jährige Kongolese darf die Siegesfeier mit den Fans orchestrieren – und übernimmt damit den Part, der normalerweise Bruno Martignoni zufällt.

Nganga kommt diese Ehre nach dem 1:0-Derbysieg vom Samstagabend aus gutem Grund zu: Es war das letzte Spiel des Publikumslieblings im Dress des FCA – zumindest vorläufig, doch dazu später mehr. «Ja, das war mein Abschiedsspiel. Es ist schon ein spezielles Gefühl, das ich nicht wirklich in Worte fassen kann», sagt Nganga nach seiner Verabschiedung von den Fans. Er sucht nach Worten, ringt um Fassung. «Ich will mich bei allen Fans bedanken. Sie standen immer hinter mir.» Wohin es ihn ziehen wird, steht derzeit noch nicht fest. Nach eigener Aussage liegen Nganga zwei gute Offerten vor. Bei einem der genannten Angebote handelt es sich um dasjenige vom FC Wil mit einem kolportierten Monatslohn von über 20 000 Franken. Woher das andere kommt, ist nicht bekannt. «Ich habe mich noch nicht entschieden. Bis Ende nächster Woche dürfte das aber durch sein», sagt Nganga. Näher will er auf seine unmittelbare Zukunft nicht eingehen.

Nach fünf Jahren, 160 Pflichtspielen und 20 Toren für die Aarauer ist nun also Schluss. Für die letzte Partie der Saison vom kommenden Freitag zu Hause gegen den FC Schaffhausen steht Nganga dem FC Aarau nicht mehr zur Verfügung. Denn bereits heute reist er nach Afrika, wo er mit der Nationalmannschaft der Republik Kongo zuerst ein Freundschaftsspiel in Marokko (Freitag, 27. Mai) und eine Woche später in Kenia ein Qualifikationsspiel für den Afrika-Cup bestreitet. Nganga zählt erstmals seit der Austragung der afrikanischen Kontinentalmeisterschaft im vergangenen Jahr wieder zum Nati-Aufgebot seines Heimatlandes.

Ausgerechnet jetzt, wo er sich doch gerne bei einem Heimspiel im Stadion Brügglifeld von den Fans verabschiedet hätte. «Weil es aber ein Derby war und wir auch noch gewinnen konnten, war das auch ein schöner Abschied», sagt Nganga und fügt an: «Es ist schwierig für mich, den FCA zu verlassen. Aber ich hoffe, dass ich irgendwann wieder zurückkomme. Aarau ist meine Heimat!» Es sind Worte, welche die zahlreichen Fans der FCA-Kultfigur mit Genuss aufsaugen werden. Und wer weiss, vielleicht streift er sich dann zum Abschluss seiner Karriere tatsächlich noch einmal des Dress der Aarauer über.

Auch Jaggy verabschiedet

Auch Kim Jaggy verabschiedete sich nach dem Schlusspfiff in Wohlen von den FCA-Fans. Bereits gestern reiste der 33-Jährige nach Florida, wo er sich dem Kader der haitianischen Nationalmannschaft für das Vorbereitungscamp auf die Copa América Centenario anschloss. Auch bei Jaggy deutet alles darauf hin, dass er den FCA verlassen und ein Angebot eines Promotion-League-Klubs mit Perspektive annehmen wird. «So, wie es aussieht, war das mein letztes Spiel für den FC Aarau. Jetzt geniesse ich zuerst die Copa América und dann sehe ich weiter», sagt Jaggy.

Speziell gefeiert wurde nach der Partie auch der Staff um Trainer Marco Schällibaum. Das hat einen speziellen Grund: Nach der 1:3-Pleite Anfang November in Biel hatten ihn die Fans zu einer Aussprache zum Gästesektor bestellt. Schällibaum versprach damals, dass er den FCA – der damals noch das Tabellen-Schlusslicht der Challenge League war – unten herausholen würde. Das Versprechen hat er eingelöst, und dafür haben sich die Fans am Samstag bei ihm bedankt. «Diese Anerkennung nehmen wir nach der tollen Rückrunde gerne an. Unser Dank geht an die Fans zurück: Sie haben uns auch in der schwierigen Zeit unterstützt», sagt Schällibaum.