Aufgewachsen ist Irian in der Volleyballfamilie Mika. Er ist das jüngste von vier Kindern. Alle drei älteren Geschwister spielten oder spielen noch immer Volleyball. Schon im Kindergarten begleitete Irian seinen Vater ins Training und auch unter ihm hat er seine ersten Volleyballerfahrungen gesammelt.

Irian Mika im Dress von Volley Schönenwerd

Irian Mika im Dress von Volley Schönenwerd

Er hat nicht zum Volleyballsport gefunden, sondern ist in die Volleyballwelt hinein geboren worden. Die Faszination hat ihn jedoch schnell selber gepackt und ist bis heute geblieben. Was er an dieser Sportart besonders mag ist der Mannschaftsgedanke, jeder kämpft für jeden auf dem Feld. Auch liebt er die Action, es gilt jeden Punkt zu spielen.

«Nicht wie im Fussball, bei dem in einem Spiel vielleicht zwei Tore fallen,» meint Irian schmunzelnd. Jeder Ballwechsel ist anders und es gibt viele Punkte zu spielen, bis ein Spiel gewonnen ist. Der Kantischüler aus Meisterschwanden liebt die Anforderung an technische und mentale Stärke. «Mental ist Volleyball sehr anspruchsvoll. Man muss sich vor jedem Ballwechsel neu konzentrieren und sammeln können, alles Vorherige vergessen», erklärt Irian.

«Ein Mix zwischen Halle und Beach ist super!»

Ein Leben ohne Volleyball kann sich Irian wohl nicht vorstellen. Schon lange spielt er das ganze Jahr über, im Winter in der Halle und im Sommer im Sand. Auch zuhause ist Volleyball dauernd ein Thema. Sein momentanes Trainingspensum beträgt ca. 16-18 Stunden pro Woche.

Der 20-Jährige ist Teil der Talentschule Aargau, trainiert aber vorwiegend in seinem NLA-Team Schönenwerd, in dem er seit dieser Saison ein fixer Bestandteil ist. Nach der Indoorsaison wird Mika wieder im Sand im Einsatz stehen.

Die Turnhalle ist zu kalt

Müsste er sich zwischen den beiden Sportarten entscheiden, würde die Entscheidung zugunsten des Beachvolleyballs fallen. «Beachvolleyball ist viel intensiver und eine gewisse Athletik muss vorhanden sein,» erläutert Irian. Auch mag er den Fakt, dass er mehr Ballkontakte hat verglichen mit der Aussenangreiferposition in der Halle.

«Man kann einen Ballwechsel viel mehr beeinflussen, da man den Ball so gut wie immer entweder passen oder annehmen bzw. verteidigen und angreifen muss.» Ausserdem mache der Sport im Freien viel bessere Laune als in einer ‘kalten’ Turnhalle.

Gameday

Jeder Sportler kennt das spezielle Gefühl eines Spieltags. Doch was bedeutet Gameday für Irian? Er erzählt, dass er oft nicht lange ausschlafen könne. In einem NLA Team zu sein, bedeutet ein geplanter Tagesablauf.

Nach dem Frühstück steht das Morgentraining an. Anschliessend an das Training steht Videoanalyse auf dem Programm, bei der das gegnerische Team analysiert und die eigene Taktik nochmal zusammengefasst wird.

Eine gute Mahlzeit darf an diesen wichtigen Tagen natürlich auch nicht fehlen, das bedeutet für die NLA Spieler von Volley Schönenwerd ein gemeinsames Mittagessen mit dem ganzen Team. Danach ziehen sich die Spieler nochmal zurück, um den eigenen Fokus zu finden und noch ein letztes Mal den Gameplan durchzugehen, bevor dann das Einwärmen in der Halle losgeht. Zur perfekten Vorbereitung des jungen Aussenangreifers gehören seine extra hohen Sportsocken.

Seine Rolle in der NLA

In seiner ersten NLA-Saison gehört der junge Aussenangreifer noch nicht zu den „Starting Six“, den Stammspielern des Teams. Er erkämpft sich seine Einsätze durch viele und harte Stunden an Training.

Dank einem starken Service, wird er oft als taktischer Wechsel ins Spiel gebracht, was sicher keine leichte Aufgabe ist. In der Annahme möchte er an seiner Konstanz arbeiten und diese weiter verbessern. Mental habe er jedoch schon viel mitnehmen können, er könne heute die Ruhe auf dem Feld bewahren, auch wenn es mal nicht ganz nach Plan läuft.

Der Maturaabschluss steht vor der Tür

Der 20-Jährige besucht zurzeit die fünfte Sportklasse an der Alten Kantonsschule Aarau. Nach seinem Abschluss im kommenden Juni wird er seinen Zivildiensteinsatz leisten und ein damit verbundenes Zwischenjahr geniessen. Später möchte er einmal Architektur an der ETH studieren.

Zuvor hofft er jedoch auf eine Chance als Profi im Beachvolleyball. Dies wäre sein grosser Traum. Mit seinem Erfolg als U21 Schweizermeister und MVP im Beachvolleyball 2016 und der Teilnahme an der U21-Beachvolleyball WM in Luzern hat er sicherlich auf sich aufmerksam gemacht. Mal sehen, wie weit die Reise noch geht.