Sein Nachbar, mit dem sich Patrick Rossini in der Freizeit heisse Duelle am Pingpong-Tisch liefert, sagte jüngst zu ihm: «Patrick, das wird deine Saison!» Und der Nachbar hat bislang Recht behalten: Zwei von drei Aarauer Saisontoren gingen auf das Konto von Rossini, er traf sowohl in Neuenburg (1:2) als auch im Heimspiel gegen Wil (2:2). In letzterem lieferte der Stürmer mit der Rückennummer 47 zudem die Vorlage zum viel umjubelten Ausgleich in letzter Minute durch Leo Itaperuna.

Schöner Jubeln mit Patrick Rossini: Hier springt der FCA-Stürmer nach seinem Treffer gegen den FC Wil Masseur Domenico Gallizzi an

Schöner Jubeln mit Patrick Rossini: Hier springt der FCA-Stürmer nach seinem Treffer gegen den FC Wil Masseur Domenico Gallizzi an

«Ja, es läuft gerade gut. Ich fühle mich richtig gut», sagte der 28-Jährige nach der Partie gegen die Ostschweizer. Warum? Was ist besser als in der abgelaufenen Rückrunde, in der Rossini nur fünf Tore erzielte und den Aarauern in der schwierigen Zeit nicht helfen konnte, obwohl gerade das von ihm erwartet wird? «Ich will nicht über die Vergangenheit reden. Was ich sagen kann: Unter dem neuen Trainer Marinko Jurendic herrscht Aufbruchstimmung. Wir trainieren konzentriert und lernen viele neue Dinge. Ich persönlich profitiere davon, dass wir offensiver spielen als zuletzt und der Trainer will, dass viele Flanken in den Strafraum kommen.»

Rossini spürt das Vertrauen, das macht ihn besser

Und noch etwas hat grossen Einfluss auf Rossinis Höhenflug: Das Vertrauen. Jurendic hat den Tessiner zum Vizecaptain hinter Sandro Burki befördert. Prompt trug Rossini, der auch im Mannschaftsrat sitzt, wegen Burkis Verletzung in Neuenburg und gegen Wil die Binde um den Arm. Für den 29-Jährigen ein zusätzlicher Motivationsschub: «Mir muss man nicht jeden Tag über den Kopf streicheln. Aber ich muss spüren, dass ich wichtig bin. Wenn ich das bedingungslose Vertrauen habe, fühle ich mich mental befreit und spiele besser.»

So rosig die persönliche Bilanz von Rossini – im Kollektiv läuft es dem neu formierten FCA noch nicht rund. Im heutigen Auswärtsspiel beim FC Winterthur, der mit zwei Pleiten noch schlechter als Aarau gestartet ist, müssen dringend Punkte her, um nicht schon früh in der Saison in eine Negativspirale zu geraten. Denn schon am Donnerstag ist mit dem FC Schaffhausen die bisher überragende Mannschaft der Challenge League auf dem Brügglifeld zu Besuch.

17 Spiele, 8 Tore: Winterthur ist Rossinis Lieblingsgegner

Aarau und sein neuer Trainer Marinko Jurendic sind heute auf der Schützenwiese (Anpfiff 20.00 Uhr) also auf weitere Tore von Rossini angewiesen. Dass es so kommen wird, dafür spricht nicht nur Rossinis wiedergefundene Treffsicherheit. Auch der Gegner scheint genau der richtige: In 17 Spielen gegen Winterthur hat Rossini acht Mal getroffen, was die Eulachstädter statistisch zu seinem Lieblingsgegner macht.