Fussball
«Ich liebe es, in Zweikämpfe zu gehen und vollen Einsatz zu geben»

Sie ist der Fels in der Brandung: Seit einem halben Jahr spielt Carmen von Heeren in der Innenverteidigung desFC Schlieren und hat sich beim NLA-Verein auf Anhieb bestens eingelebt.

Von Jonas Burch
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Carmen Van Heeren hat bereits mit 4 Jahren ihr Herz verschenkt

Carmen Van Heeren hat bereits mit 4 Jahren ihr Herz verschenkt

Jonas Burch

Der Fussball und Carmen von Heeren sind seit jeher ein unzertrennliches Paar. Bereits mit 4 Jahren hat die heute 19-Jährige ihr Herz an den Schweizer Nationalsport verschenkt. «In unserem Quartier haben schon früher alle immer nur Fussball gespielt, also habe ich auch mitgekickt», erinnert sich die Reinacherin.

Faszination liess nicht nach

Auch 15 Jahre später hat die Faszination nicht nachgelassen. Im Gegenteil: «Man verliert und gewinnt als Team. Ausserdem liebe ich es, in die Zweikämpfe zu gehen und vollen Einsatz geben zu können», schwärmt von Heeren. Es sind also vor allem die physischen Stärken, welche die Aargauerin als Spielerin ausmachen. «Ich mag die Intensität des Männerfussballs. Der Frauenfussball wird aber überlegter gespielt, das macht ihn so attraktiv.»

Nach einem unbefriedigenden Intermezzo beim NLA-Klub Kriens hat von Heeren ihr Glück beim Ligarivalen Schlieren gefunden. Dort spielt sie seit einem halben Jahr als Innenverteidigerin. «In Schlieren habe ich endlich einen Stammplatz. Und auch das ganze Team hat mich super aufgenommen.» Die sportliche Realität sieht leider weniger rosig aus. Nach vier Ligaspielen stehen die Schlieremerinnen mit nur einem Punkt am Tabellenende. Von Heeren bleibt trotz verpatztem Saisonstart erstaunlich cool: «Wir wissen, dass unser Team Potenzial hat. Deswegen lasse ich mich wegen der aktuellen Situation überhaupt nicht verrückt machen.»

Sieben Trainings die Woche

Es sind wahrlich stressige Zeiten für die Verteidigerin. Denn neben sieben Trainings pro Woche besucht von Heeren die Sportschule an der Alten Kantonsschule in Aarau. Das heisst: viel lernen, viel Fussball. Und das gleichzeitig. «Ich fahre meist eine Stunde im Zug zum Training. Dort finde ich jeweils Zeit zum Lernen. Auch sonst kann ich eigentlich gut mit der Doppelbelastung umgehen.»

Fussballerisch und beruflich hat von Heeren jedenfalls noch einiges vor. Überstürzen will sie aber nichts. Darum gilt momentan die ganze Aufmerksamkeit dem FC Schlieren. «Der Ligaerhalt ist nach wie vor unser grösstes Saisonziel.» Aber auch persönlich möchte sich die Kantischülerin weiterentwickeln und «etwas im Bereich Sport» studieren, was sich mit dem Fussball vereinbaren lässt. «Sportlich gesehen will ich sicher noch an meiner Technik arbeiten.»

Nati erst in drei oder vier Jahre ein Thema

Wer weiss, vielleicht wird ja auch die Nati bald ein Thema sein? «Aber nicht jetzt, vielleicht in drei oder vier Jahren.» An von Heeren führt jedenfalls nur schwer ein Weg vorbei.

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