«Hätte mir jemand im Januar gesagt, ich werde in diesem Jahr sowohl an der EM wie auch der WM kämpfen, hätte ich dies nicht für möglich gehalten.» Die 22-jährige Bettina Süess erlebt momentan ein Highlight nach dem anderen. Gute Leistungen im Frühjahr und ein Ausfall einer Kontrahentin ermöglichten ihr zuerst die EM-Teilnahme in Athen, wo sie im Teamwettkampf Bronze für die Schweiz gewann und letzte Woche in Belgrad den ersten Einsatz an einer WM in der Kategorie Kumite bis 68kg.

Nach einem Freilos in der ersten Runde gewann Süess den Kampf gegen die Mazedonierin Monika Stefanovska mit 2:1. In Runde drei dann aber das Out gegen Azra Sales aus Kroatien. «Trotz dieser Niederlage bin ich zufrieden mit meiner Leistung», so Süess und sie meint: «Die WM ist im Karate das Grösste, weil die Sportart nicht olympisch ist. Ich bin schon extrem glücklich, dass ich überhaupt nach Belgrad mitdurfte.»

Die WM als Riesen-Event

Die Serben haben die Weltmeisterschaften medial sehr gepusht. So wurden die Kämpfe im Fernsehen übertragen und in der Halle herrschte Stimmung wie in einem Fussballstadion: «Am Anfang hatte ich ein wenig Angst, mich aufgrund der Kulisse und meines eigenen Drucks zu verkrampfen. Ich bin ja noch ein echtes Greenhorn auf dieser Stufe und wusste nicht, was auf mich zukommt. Am Schluss ist aber alles gut gelaufen», erzählt Süess. Weniger gut lief es im Teamwettkampf. An der EM noch Bronze gewonnen, schied das Team um Bettina Süess bereits in der ersten Runde aus. Für die beiden Höhepunkte aus Schweizer Sicht sorgten andere: Diana Schwab aus Aarberg gewann in der Kategorie Kumite bis 68kg Bronze und der Basler Murat Sahin erreichte bei den Männern Kumite bis 75kg den guten fünften Rang.

Die Saison von Bettina Süess ist mit der vergangenen WM nicht zu Ende. Es stehen noch die Schweizer Meisterschaften an. «Da geht es schon darum, sich für die Selektion für die Heim-EM 2011 in Zürich aufzudrängen.» Süess’ nächstes grosses Highlight, das vor der Tür steht.