Beat Hubeli, der FC Muri steht in der Tabelle der 1. Liga momentan auf Rang fünf, entspricht das den Erwartungen von vor der Saison?

Beat Hubeli: Nein überhaupt nicht, die beiden Teams unmittelbar hinter uns haben noch je zwei Spiele offen, dadurch könnten wir noch auf den siebten Rang zurückfallen. Unser Ziel war ganz klar, einen Platz unter den ersten vier bis fünf Mannschaften zu ergattern. Des Weiteren wollten wir den Anschluss an die Spitzengruppe halten, damit wir in der Rückrunde voll angreifen können – das ist uns leider nicht gelungen.

Ist die Stimmung in der Mannschaft dementsprechend schlecht, wenn die Ziele nicht erreicht wurden?

Die Stimmung ist gut, die Mannschaft ist in den Trainings immer noch eine Einheit. Aber es ist klar, dass der eine oder andere Spieler über die momentane Situation auch ein bisschen enttäuscht ist.

Emir Sinanovic ist mit bisher sechs Toren Muris bester Torschütze. Haben Sie das erwartet?

Eigentlich nicht, denn Emir spielt hinter der Spitze und nicht ganz vorne. Natürlich erwarte ich auch von einem Spieler wie ihm das eine oder andere Tor. Dass er nun gleich deren sechs erzielen konnte, ist sehr schön für ihn. Aber wir haben ja eigentlich noch vier Stürmer, die für das Toreschiessen zuständig wären. Jedoch haben sie alle zusammen nur unwesentlich mehr Treffer erzielt als Emir alleine – das ist natürlich zu wenig. Durch unsere offensive Spielweise sollte eigentlich viel mehr kommen.

Nichtsdestotrotz gab es auch viele Highlights in dieser Hinrunde. Was war Ihr persönlicher Höhepunkt?

Ein Highlight war sicherlich, dass wir Eschen/Mauren zu Hause mit 3:1 schlagen konnten – das ist uns bisher noch nie gelungen. Dann war da natürlich auch noch das Derby gegen Wohlen in der ersten Cup-Hauptrunde – das war schon ein tolles Erlebnis.

Gab es demgegenüber auch Negativerlebnisse?

Mir kommen da vor allem die Spitzenspiele in den Sinn. Dreimal hatten wir die Chance, uns durch einen Sieg in einem Spitzenkampf ganz oben in der Tabelle festzugreifen – doch leider ist es uns nie gelungen. Vor allem gegen Baden haben wir ganz blöd Punkte liegen lassen (das 3:2 für Baden fiel durch einen Penalty in der Nachspielzeit). Danach haben wir es sowohl gegen Wettswil-Bonstetten (0:4) als auch im letzten Spiel der Hinrunde gegen Mendrisio (0:1) verpasst, den Anschluss an die Spitzenplätze zu halten.

Ist die Mannschaft mental nicht stark genug, um unter Druck ihre Leistung abrufen zu können?

Nein, ich glaube das ist nicht das Problem. Es muss einfach jeder Einzelne bereit sein, noch mehr zu machen für die Mannschaft – auch neben den Trainings. Während der Saison trainieren wir gerade einmal dreimal pro Woche, für eine 1.-Liga-Mannschaft ist das eher an der unteren Grenze. Ich erwarte deshalb Selbstdisziplin, dass jeder Spieler auch neben den Trainings noch etwas macht – für das Team.

Mit Baden steht ein anderer Aargauer Verein auf dem ersten Tabellenrang. Macht Sie das auch ein Stück weit stolz, wenn die regionalen Klubs so gut dastehen?

Ja, natürlich macht mich das stolz. Und es ist ja nicht nur Baden, sondern weiter oben auch noch Wohlen und Aarau, die momentan sehr gut dastehen. Ich mag das diesen Mannschaften wirklich gönnen. Auf dem Platz ist natürlich weiterhin die Rivalität da, aber daneben freut man sich sicher auch für den anderen.

Was haben Sie in dieser Saison noch für konkrete Ziele?

Wir haben ein ganz klares Minimalziel, das ist die Qualifikation für die Hauptrunde des Schweizer Cups. Nachdem wir es für diese Saison geschafft hatten und es zum tollen Cup-Derby gegen Wohlen kam, hoffen wir, dass es uns nun wieder gelingt und es so vielleicht zu einem nächsten interessanten Cup-Duell kommen wird.

Wohin führt der Weg für Muri in der Rückrunde noch?

Wir wollen primär sicher den Anschluss an die Spitzengruppe wiederherstellen – dafür müssen wir super aus den Startlöchern kommen. In den ersten drei Partien wollen wir gleich neun Punkte holen, dann sieht es sicher schon einmal gut aus.