NLA

HSC-Trainer Misha Kaufmann vor Wacker-Auswärtsspiel: «Gegen uns zu spielen ist nicht einfach»

HSC-Cheftrainer Misha Kaufmann will mit seiner Mannschaft die Niederlagenserie gegen Wacker Thun stoppen.

HSC-Cheftrainer Misha Kaufmann will mit seiner Mannschaft die Niederlagenserie gegen Wacker Thun stoppen.

Sieben Mal in Folge hat der HSC Suhr Aarau gegen Wacker Thun verloren – damit soll heute Schluss sein. Nach 763 Tagen wollen die Aargauer endlich wieder einmal einen Sieg feiern. Die Vorzeichen für die Auswärtspartie, die um 19.30 Uhr angepfiffen wird, stehen gut.

763 Tage ist es her, seit der HSC Suhr Aarau nach einer Partie gegen Wacker Thun letztmals etwas zu feiern hatte. Über zwei Jahre sind also seit dem 23:22-Heimsieg in der Hauptrunde der vorletzten Saison Ende September 2016 vergangen. Seither kam es sieben Mal zu dieser Paarung, ebenso viele Male zog der einzige Aargauer NLA-Klub den Kürzeren.

Den nächsten Anlauf nimmt der HSC heute Abend auswärts in der Sporthalle Lachen (Anpfiff: 19.30 Uhr). Die lange Durststrecke gegen den Titelverteidiger sei im Vorfeld der Partie bei seiner Mannschaft kein Thema gewesen, sagt Trainer Misha Kaufmann: «Darüber machen wir uns keine Gedanken. Wir fokussieren uns voll und ganz auf uns selbst. Mittlerweile sind wir ein Team, das ernst genommen wird und gegen das zu spielen nicht einfach ist.»

Respekt der Konkurrenz erarbeitet

Den Respekt der Konkurrenz hat sich der HSC Suhr Aarau in den vergangenen Saisons seit dem Aufstieg in die NLA im Frühling 2016 kontinuierlich erarbeitet. Sowohl 2016/17 als auch 2017/18 qualifizierte sich der HSC für die Finalrunde – in der laufenden Saison soll das im dritten Jahr in der NLA zum dritten Mal gelingen. «Mittlerweile weiss jeder Gegner, dass er eine gute Leistung erbringen muss, um gegen uns zu gewinnen», sagt Kaufmann.

Unterstrichen hat seine Mannschaft diesen Umstand in den bisherigen sechs Meisterschaftspartien gleich mehrfach: Etwa bei der knappen Niederlage zum Saisonauftakt auswärts gegen die Kadetten Schaffhausen (24:26). Bei den deutlichen Auswärtssiegen gegen Gossau (33:23) und Basel (34:22). Und zuletzt beim 28:23-Heimsieg gegen Pfadi Winterthur.

Lehren aus ärgerlicher Niederlage gezogen

Und wäre da nicht dieser Rückschlag in Form der 25:29-Heimniederlage gegen Kriens-Luzern gewesen, der HSC Suhr Aarau wäre derzeit im dritten Tabellenrang klassiert. «Diese Niederlage ist auch im Rückblick unglaublich ärgerlich», sagt Kaufmann, fügt aber an: «Meine Mannschaft hat aber auch ihre Lehren daraus gezogen: Wenn wir nur ein paar Prozent nachlassen, dann reicht es einfach nicht.»

Und weil es diesen Lernprozess gebraucht hat, lautet die Realität vor der heutigen Partie Sechster statt Zweiter. Allerdings: Die Differenz zwischen dem zweitklassierten BSV Bern Muri und dem siebtklassierten HC Kriens-Luzern beträgt gerade einmal drei Punkte. «Es ist alles sehr eng zusammen. Wir haben auf jeden Fall die Qualität, um Zweiter zu werden. Dafür brauchen wir aber sicher auch das nötige Quäntchen Glück», sagt Kaufmann.

Im Vergleich mit Wacker Thun geht es nun erst einmal um wichtige Punkte im Kampf um die Finalrundenteilnahme. Das Auswärtsspiel im Berner Oberland ist für den HSC gleichbedeutend mit dem Auftakt in den gut sechswöchigen Jahresendspurt mit acht Partien bis zum Abschluss der Hauptrunde am 16. Dezember. Ein Sieg gegen den Tabellennachbarn wäre da natürlich mehr als willkommen.

Verletzungssorgen bei Wacker

Die Vorzeichen für einen möglichen HSC-Erfolg in Thun waren auch schon schlechter. Zwar ist man bei Wacker überzeugt, die Abgänge von Lenny Rubin und Lukas von Deschwanden nach dem Meistertitel kompensiert zu haben, allerdings kämpft man derzeit mit enormem Verletzungspech.

Kommt hinzu, dass die Thuner derzeit mit Meisterschaft, Cup und Champions League einer Dreifachbelastung ausgesetzt sind. Nicht zuletzt deshalb wurde der ehemalige Captain Roman Caspar, der im Frühling seinen Rücktritt gegeben hatte, mit sofortiger Wirkung reaktiviert.

HSC kann aus dem Vollen schöpfen

Kaufmann kann gegen Wacker kadertechnisch aus dem Vollen schöpfen. Nur Beau Kägi, der sich Mitte September erneut das Kreuzband gerissen hat, steht nicht zur Verfügung.

Auch Milan Skvaril und Martin Slaninka, die noch am Wochenende für die Nationalmannschaften Tschechiens beziehungsweise der Slowakei im Einsatz gestanden waren und erst am Montag in den Aargau zurückgekehrt sind, sind gemäss Kaufmann bereit.

Kaufmann: «Druck liegt bei Thun»

Trotzdem ist für den HSC-Trainer klar: «Der Druck liegt bei Thun.» Als Titelverteidiger muss Wacker dafür sorgen, die Differenz zum HSC zu vergrössern. Hingegen kann Suhr Aarau punktemässig zum zu Saisonbeginn favorisierten Kontrahenten von heute Abend aufschliessen – und ihn in der Tabelle, aufgrund des besseren Torverhältnisses, gar überholen.

Das allein dürfte für die Spieler des HSC Suhr Aarau Grund genug sein, mit breiter Brust anzutreten und die eingangs beleuchtete Serie von sieben Niederlagen in Folge mit einem Auswärtssieg zu beenden.

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