Am Ende war es ausgerechnet Patrick Romann, der für die endgültige Entscheidung in diesem Derby sorgte: Ausgerechnet für Endingen, weil er eigentlich aus dem Zurzibiet stammt und dort auch das ABC des Handballs gelernt hat, aber jetzt für den HSC Suhr auf Torejagd geht. Und ausgerechnet für die Suhrer, weil er ohnehin ein Schlüsselspieler ist und vor diesem Derby besonders im Fokus stand. Romann sorgte mit seinem erfolgreich abgeschlossenen Gegenstoss zum 29:27 für die endgültige Entscheidung. Zwar konnte Endingens Captain Christian Riechsteiner nochmals verkürzen, doch zu einem Punktgewinn reichte es den Surbtalern nicht mehr.

Das beste Spiel des Jahres

Nicht nur aufgrund der besonderen Ausgangslage freute sich der Rückraumspieler: „Das ist absolut nicht wie jedes andere Spiel. Das ist das beste Spiel des Jahres“, betonte er freudenstrahlend, während er seine Mannschaftskollegen abklatschte. Das zeigt auch daran, dass die altehrwürdige Schachenhalle mit 1245 Zuschauern wieder einmal proppenvoll war.

Ob dies auch der Fall sein wird, wenn im Januar die Schweizer Handball-Nationalmannschaft gegen Holland und Luxemburg antreten wird, wird sich noch zeigen. „So viele Zuschauer und so eine Stimmung haben wir nur einmal im Jahr. Und das ist gegen Endingen“, ergänzte er sichtlich zufrieden.

Endingen mit dem besseren Start

Dabei erwischte das Team aus dem Surbtal den besseren Start und lag schnell einmal mit 4:2 in Führung. Doch nach 20 Minuten hatte sich das Blatt gewendet. Bis zur Pause konnte sich keine Mannschaft entscheidend absetzen und die Gastgeber führten mit zwei Längen Vorsprung. 13 Minuten vor er Sirene brachte der Serbe Nemanja Sudzum die Endinger erstmals wieder in Führung, doch auch diesmal gelang es keinem Team sich deutlich abzusetzen.

Entscheidend war sicherlich, dass die Suhrer immer aufs Tempo drücken konnten, auch weil sie über die breitere Bank verfügen. In der zweiten Hälfte konnte Suhr mit dem routinierten Robert Konecnik und dem robusten Patrick Strebel zwei frische Kräfte bringen, während die Endinger immer mehr auf dem Zahnfleisch liefen. „Es war sicherlich auch eine Frage der Kraft. Die Fehler haben sich etwa die Waage gehalten. Wir haben immer aufs Tempo gedrückt“, analysierte Suhrs Trainer Markus Jud.

Wie umkämpft die Partie war zeigte sich auch daran, dass gleich zwei Trikots im harten Kampf völlig zerfetzt wurden. Sowohl Sudzum als auch Suhrs Goalgetter Misha Kaufmann, mit 11 Treffern der erfolgreichste Werfer auf dem Platz, musste ein neues Leibchen überstreifen.

„Wir hatten teilweise etwas zu wenig Struktur und es nicht geschafft, den Gegner genug zu bewegen“, brachte es Endingens Trainer Michael Spuler, der zusammen mit Fabian Ammann das Team betreut, auf den Punkt. Dabei blieb er trotz der vielen Emotionen, die vorher im Spiel waren, ganz ruhig. Erstens weil sein Team noch ein Spiel mehr austragen kann und er hofft, bald wieder auf zwei wichtige Teamstützen zurückgreifen zu können.

Derby verliert nie seine Brisanz

Der ewige Knüller im Aargau verliert auch bei seinem 32. Duell nichts an Brisanz und sorgt unverändert für packenden Handballsport, Emotionen und Gesprächsstoff. In den ersten 31. Duellen seit der Saison 2001 / 2002 weist der HSC Suhr Aarau, damals noch als TV Suhr unterwegs, die deutlich bessere Bilanz auf. Nicht weniger als 21. Derbies konnte das Teams aus der Hauptstadt für sich entscheiden. Sechs Mal schwang die Mannschaft aus dem Surbtal obenaus und viermal trennte man sich zwar nicht schiedlich, friedlich aber trotzdem mit einem Remis.

HSC Suhr Aarau – TV Endingen 29:28 (15:13)
Schachenhalle Aarau. – 1245 Zuschauer. – SR: Capoccia/Jucker. – Torfolge: 0:1, 1:3, 2:4, 4:4, 6:6, 8:6, 10:6 (20.), 11:7, 12:8, 13:9, 14:11, 15:13; 15:14, 17:14, 18:17, 1818, 21:20, 21:22, 22:23, 23:24, 24:25 (52.) , 25:26, 26:26, 27:26, 28:27, 29:27, 29:28. – Strafen: 5mal 2 Minuten gegen Suhr. 7mal 2 Minuen gegen Endingen.

Suhr Aarau: Pramuk (11/33), Wipf (3/9); Bräm, Wildi, Prachar, Schwab, Josic (5), Romann (4), Aufdenblatten Tim (1), Konecnik, Kurbalija (4), Kägi (3), Kaufmann (11/6), Strebel (1).

Endingen: Willimann (15/43), Amrein (0/1); Sudzum (4), Riechsteiner Christian (4/1), Romanov (4), Pejkovic (2), Schubnell (4), Ladan, Kündig (4), Knecht (4), Gottardi (2). 

Lesen Sie hier im Liveticker den Spielverlauf nach.