Handball NLA
HSC Suhr Aarau schreibt Vereinsgeschichte dank erstem Finalrundensieg

Die NLA-Handballer des HSC Suhr Aarau haben am Mittwochabend des 14. Februar 2018 den ersten Finalrundensieg der Vereinsgeschichte eingefahren. Beim HC Kriens-Luzern überzeugte der Tabellensechste, der damit Anschluss zum fünftplatzierten Kontrahenten aus der Innerschweiz hält, als leidenschaftlich kämpfendes, präsentes und äusserst überzeugendes Kollektiv und siegte letztlich hochverdient mit 28:22.

Lukas Wernli
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Der HSC Suhr Aarau schreibt Vereinsgeschichte

Der HSC Suhr Aarau schreibt Vereinsgeschichte

foto-net / Alexander Wagner

Acht Minuten waren im Aufeinandertreffen jener beiden Teams gespielt, die einzig noch keine Punkte in der Finalrunde 2018 feiern durften, als beim Stand von 5:1 fürs Heimteam der HSC-Fehlstart endgültig perfekt war. Während das Heimteam aber nach der frühen Auszeit von HSC-Cheftrainer Misha Kaufmann in den folgenden elf Minuten nur noch zwei Torerfolge verbuchen konnte, fanden die Gäste nicht nur zu ihrem gefürchteten Abwehrsystem, sondern auch nach Lösungen im geduldig vorgetragenen Angriffsspiel.

7:7 stand es entsprechend nach 18 gespielten Minuten. Den Ausgleichstreffer erzielte Captain Patrick Romann dabei höchstpersönlich – sein 700. Pflichtspieltreffer für das SHL-Team des HSC Suhr Aarau im 178. Meisterschaftsspiel, eine unglaubliche Marke. Es war ein vermeintlich einfaches, da es, aufgrund der Unterzahl der Gastgeber und deren einfachen Ballverlusts, ins verwaiste Tor fiel.

Mit Überzeugung und Klasse

Weil der HSC Suhr Aarau auch in der Folge weiter geduldige, lange, überzeugende und dementsprechend erfolgreiche Angriffe vortrug, ging er bis zur Pause mit 13:10 in Führung. Das variable Spiel, diese Abwehr mit den überragenden Hünen Martin Prachar und Martin Slaninka sowie dem unermüdlichen Patrick Strebel und dem sich erneut in glänzender Form präsentierenden Rückhalt Dario Ferrante bildeten dabei die Basis für die auch im Angriff so wertvolle, ausgestrahlte Sicherheit im Spiel.

Beinahe zu siegessicher startete das Team entsprechend in den zweiten Durchgang. Ganze sechs Minuten brauchte es, um nach dem 12:13-Anschluss und nach erneut frühem Time-Out wieder in die Spur zu finden. Dies tat es danach aber in einer Überzeugung und Klasse, dass HCK-Interimstrainer Nick Christen gar vergessen sollte, im zweiten Durchgang überhaupt eine seiner beiden zur Verfügung stehenden Auszeiten einzuberufen.

Romann, diesmal mit seinem 50. Saisontreffer, und der lupenreine Penalty-Hattrick vom überragenden Youngster Timothy Reichmuth schraubten die Führung innert vier Minuten und letztlich vorentscheidend auf ein komfortables aber durchaus spielverlauf-widerspiegelndes 18:13. Der Gastgeber konnte einem da beinahe schon leidtun, war zu diesem Zeitpunkt nämlich noch gut ein Viertel der Partie zu absolvieren.

Versprechen für die Zukunft

Einzig Severin Ramseier setzte noch Akzente, traf insgesamt fünfmal und stemmte sich gegen die da schon fast drohende Kanterniederlage. Ansonsten wirkte das Heimteam beinahe überrascht und hilflos ob der Probleme, vor die es vom HSC Suhr Aarau gestellt wurde. Mit dem überragend sicher interpretierten Mittel des siebten Feldspielers, nun vielen Aktionen über den Kreis und bis zuletzt bewundernswerten, ehrlichen Emotionen.

Und nicht zuletzt erneut aufgrund des verlässlichen Abwehrsystems, das beispielsweise keinen einzigen Siebenmeter überhaupt verursachte und hinter dem Dario Ferrante sich mit «einfachen» sowie spektakulären «freien», abgekauften Bällen in wiederum grandioser Verfassung präsentierte.

Am Ende resultierte ein hochverdientes 28:22 und damit der erste Finalrundensieg der Vereinsgeschichte überhaupt. Die Art und Weise lässt die HSC-Familie dabei ganz einfach den Hut ziehen – vor einer Mannschaft, die ihr grosses Potenzial und ihre unbändige Leidenschaft für diesen Verein zu kämpfen, eindrücklich offenbarte.

Ein Versprechen für die Zukunft, die bereits mit dem kommenden Heimspiel vom Sonntag, 18. Februar 2018 beginnt – dann wenn der Schweizermeister Kadetten Schaffhausen um 16.00 Uhr im begeisterndsten Handball-Hexenkessel der Schweiz - der Schachenhalle Aarau - gastiert. Mit dem Schwung des Sieges im Rücken und der getankten Moral will das Team dann gemeinsam mit seinen treuen Anhängern auch den Ligakrösus das Fürchten lehren und Zählbares mitnehmen.

Matchtelegramm

Kriens-Luzern - Suhr Aarau 22:28 (10:13)

400 Zuschauer. – SR Boskoski/Stalder. – Strafen: je 4-mal 2 Minuten.

Kriens-Luzern: Willimann, Bar; Fellmann (2), Wipf (1), Blättler (2), Engler (1), Spengler (2), Vögtli, Oertli, Alili (1), Bar (1), Ramseier (5), Radovanovic (3), Delchiappo, Schramm (3), Hofstetter (1),

Suhr-Aarau: Ferrante; Reichmuth (7), Christ, Isailovic (4), Prachar, Baumann, Ferrante, Skvaril (5), Romann (6), Lukas Strebel (1), Rohr, Laube, Patrick Strebel (1), Slaninka (4).

Sehen Sie hier die Highlights des Spiels nach: