Der Start in die Partie gelang dabei nach Mass: 3:0 führte das Team nach sechs Minuten. Und dies obwohl es bereits zwei Mal in Unterzahl agieren musste. Die beiden ersten Abwehraktionen von Romann und Kasapidis wurden nämlich gleich mit zwei Zeitstrafen bedacht. Pavel Starikov gelang es aber daraufhin dennoch erst in der 7. Spielminute, den ersten Treffer seines Teams zu erzielen (3:1).

Und auch in der Folge bekundete das Heimteam grosse Schwierigkeiten mit dem Torewerfen. Espoirs-Coach Suter sah sich in der 10. Spielminute bereits ein erstes Mal gezwungen ein Time-Out zu nehmen. Der HSC Suhr Aarau zog, eingeleitet vom sehenswerten Treffer durch Ljubomir Josic zum 4:2, innert zwei Minuten unwiederstehlich weiter auf 7:2 davon.

Die Auszeit stoppte den Lauf der Gäste daraufhin ebenso wenig, wie die Einwechslung von Kreisläufer Markus Krauthoff, der eigentlich als Assistenztrainer des Serienmeisters Kadetten Schaffhausen fungiert und nun gegen den HSC Suhr Aarau erstmals im NLB-Team der Schaffhauser aushalf. Die unbeeindruckten, abgeklärten HSCler zogen bis in die 14. Spielminute nämlich weiter auf 10:3 davon - Suter war so innert kürzester Zeit erneut gezwungen, bereits seine zweite Auszeit zu ziehen. 

Daraufhin stabiliserte sich das Spiel der Gastgeber ein wenig, wobei auch der HSC Suhr Aarau etwas vom grandiosen Spiel der Anfangsphase abkam. So erzielten Alili und Schneider die Treffer vier und fünf für ihr Team, was wiederum HSC-Trainer Patrik Fend nicht gefiel und ihn dazu veranlasste ebenfalls ein Time-out zu nehmen. Er unterbrach damit eine Phase, in der sein Team im Angriff etwas das von Beginn an souverän eingeschlagene Konzept verliess. Frühe Abschlüsse führten dabei zu keinen nennenswerten Erfolgen, wobei die Deckung aber nach wie vor sicher stand.

Patrick Romann hatte daran massgeblichen Anteil. Der Youngster meldete Espoirs-Shooter und -Captain Dimitrij Küttel während der gesamten Spielzeit ab und gestand diesem nur gerade vier unwichtige Treffer zu. Zudem dirigierte Mathias Kasapidis als Abwehrchef besonnen seine Nebenleute, was ein echtes Bollwerk entstehen liess. 

Kasapidis war es denn auch, der die sechsminütige Torflaute seines Teams mit dem Treffer zum 11:6 beendete. Fortan gestaltete sich das Spiel ausgeglichener, was seitens der Gastgeber vor allem Spielmacher Severin Baldauf zu verdanken war, der die Treffer Nummer sechs, sieben, neun, zehn und zwölf für sein Team markierte. Dem HSC Suhr Aarau gelangen seinerseits bis zur Pause noch sieben weitere Treffer, was den Pausenstand von 12:19 ergab.

Angeführt vom stark aufspielenden und treffsicheren Ljubomir Josic, sowie von den omnipräsenten Leadern Kaufmann und Kasapidis, gelang dem Team so eine erste Halbzeit nach Mass, die den Kadetten bereits früh den Glauben gegen den Tabellenführer zu reüssieren raubte.

Nach dem Seitenwechsel vergrösserte der HSC Suhr Aarau den Vorsprung schnell um weitere zwei Tore. Wiederum waren es Kaufmann und Kasapidis, die trafen und das Tempo, die Qualität und Präsenz weiterhin hochhielten. Einzig Severin Baldauf stämmte sich noch einigermassen gegen die Dominanz der Gäste. Dimitrij Küttel, der in der SHV-Statistik als bester Rookie der Liga geführt wird, gelang in der 40. Spielminute sein erster Treffer - ein Umstand, der die Mühen aufzeigt, die das Heimteam mit der starken Deckung der Aargauer bekundete.

Unmittelbar vor Küttels erstem Treffer besorgte Mathias Kasapidis mit dem 23:13 die erste Zehn-Tore-Führung für sein Team. Diese pendelte sich daraufhin und bis zum 31:21 durch Nicolas Suter ein, wobei Kasapidis, Romann, Josic und Kaufmann für den HSC Suhr Aarau und Starikov und Baldauf für die Espoirs trafen. In den verbleibenden zehn Spielminuten gewährte Fend dann auch Lukas Strebel, Armin Sarac, Seppi Zuber, Nicolas Suter und André Willimann wertvolle Einsatzzeiten, was einen leichten Bruch im Spiel zur Folge hatte und den Vorsprung der Espoirs auf immernoch beruhigende sieben bis acht Tore schmelzen liess.

Das Spiel entschied das Team aber bereits früh für sich und trat dabei während der gesamten Spielzeit äusserst reif und fokussiert auf. Alle Teammitglieder zeigten dabei durchwegs positive und erfreuliche Einsätze und Aktionen, was schlussendlich zu einem hochverdienten 34:26-Auswärtssieg führte, zu dem jeder seinen Teil beitrug. 

Grossen Respekt ans Team für diesen souveränen Auftritt - dessen positive Aspekte gilt es nun in den zweieinhalb Wochen, in denen der Meisterschaftsbetrieb ruht, beizubehalten und zu entwickeln. Der nächste Ernstkampf steht dann am Mittwoch, 6. November 2013 auf dem Programm, wenn unser Team am 20.30 Uhr beim HC Einsiedeln zum Cup-Sechzehntelfinal antritt - HOPP HSC!

Die Stimmen zum Spiel

Patrik Fend (Trainer HSC Suhr Aarau): "Das war ein Spiel genau nach unseren Vorstellungen. Wir haben uns sehr gut darauf vorbereitet, wussten was uns erwartet und ihre Stärken richtig analysiert. Wir haben heute eine Mannschaftsleistung in der Abwehr geboten, die in der Liga seinesgleichen sucht - dies ist wohl noch keinem Team in dieser Saison so gelungen, wie uns heute. "

Auf die Frage, ob dies auch eine Art Fingerzeig an die Konkurrenz war: "Ich glaube wir brauchen keinen Fingerzeig - wir nehmen Spiel für Spiel und müssen unseren Job machen.

Auf die Frage, inwiefern die Abwehrleistung heute entscheidend war: "Die war heute überragend - wir haben wohl noch nie so gut gedeckt, wie heute! Wir haben uns auch intensiv darauf vorbereitet und wussten daher genau, was kommt! Meine Spieler waren diese Woche sehr fokussiert und haben heute allesamt ihren Job sehr mannschaftsdienlich erfüllt. Der Einsatz, vor allem in der Abwehr war daher auch der Schlüssel zum deutlichen, verdienten Erfolg."

Patrick Romann (Rückraum HSC Suhr Aarau): "Das war auf jeden Fall ein Spiel genau nach unseren Vorstellungen. Wir haben sehr gut und aggressiv angefangen in der Abwehr, so die nötige Presänz markiert und den Gegner früh entscheidend eingeschüchtert."

Auf die Frage, wie dieser Sieg einzuschätzen ist: "Es war sicherlich ein super Spiel von uns - die Deckung hat wie bereits gesagt den Ausschlag gegeben. Es hat alles gepasst. Wir müssen nun versuchen dieses Spiel so weiter zu ziehen, dann kann jedes weitere Spiel so erfreulich enden. 

Auf die Frage, ob dies auch eine Art Fingerzeig an die Konkurrenz war: "Die wirklich starken Gegner und die wirklich harten Herausforderungen kommen erst noch. Ich würde aber schon sagen, dass dieser Sieg heute auch in der Art und Weise ein erster Meilenstein war. Es geht nun aber Schlag auf Schlag weiter wir müssen darauf aufbauen und uns ja nicht darauf ausruhen!"

Kadetten Espoirs - HSC Suhr Aarau 26:34 (12:19)
BBC Arena Schaffhausen - SR: Brianza/Jucker
Espoirs: Simikic, Meister, Krauthoff (1), Merki (2), Alili (2), Küttel (4), Radomir (1), Schneider (2), Stokholm, Burri, Miletic, Starikov (5), Baldauf (9).
HSC Suhr Aarau: Willimann (50. - 60.), Wyss (1. - 50.), Kasapidis (5), Suter (2), Zuber, Sarac (1), Romann (3), L. Strebel (1), Josic (8), Schelbert (5), Kaufmann (7), P. Strebel (2).
Beste Spieler: Starikov, Baldauf (Espoirs), Romann, Josic, Kaufmann, Kasapidis (HSC).